Wohneigentum Meldung

Wohnungseigentümer müssen nicht mehr als Gesamtschuldner haften. Mit diesem Aufsehen erregenden Urteil beendet der Bundesgerichtshof (BGH) eine jahrelange Praxis: Wenn die Eigentümergemeinschaft eine Rechnung – etwa für Heizöl oder Handwerker – nicht zahlte, konnte der Gläubiger einen der Eigentümer auswählen und den Betrag von ihm fordern. Der Pechvogel musste dann sehen, wie er sein Geld von den anderen zurückbekam. So hatte im vorliegenden Fall die Hausverwaltung jahrelang Rechnungen nicht bezahlt. Allein bei den Stadtwerken standen 600 000 Euro aus. Dafür muss kein einzelner Eigentümer haften, sondern nur die Eigentümer­ge­meinschaft als Ganzes.

Nach dem neuen Urteil (Az. V ZB 32/05) haftet ein einzelner Eigentümer nur, wenn er ausdrücklich eine persönliche Haftung übernommen hat. Gläubiger können aber auf das Verwaltungsvermögen zugreifen, auf das Gemeinschaftskonto oder die Instandhaltungsrücklage.

Das Urteil bringt der Gemeinschaft weitere Erleichterungen. Wollten die Eigentümer klagen, mussten sie bisher alle in der Klage­schrift stehen, sofern nicht der Verwalter mit dem Prozess beauftragt wurde. Bei großen Häusern machte das oft viel Arbeit. Da der Gemeinschaft nun Rechtsfähigkeit zuerkannt wird, entfällt dies.

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