Wohn-Riester Meldung

Das Eigenheim gilt drei von vier Deutschen als gute Altersvorsorge. Jetzt gibt es dafür auch die Riester-Förderung. Jeder, der baut oder kauft, sollte sie mitnehmen. Vor allem Riester-Kredite lohnen sich.

Seit November sind die ersten Riester-Bausparverträge und Riester-Immobilienkredite auf dem Markt. Damit wird das Eigenheimrentengesetz in die Tat umgesetzt: Haus- und Wohnungskäufer bekommen für ihre Einlagen in einen Bausparvertrag und für die Tilgung ihres Darlehens die gleichen Zulagen und Steuervorteile wie für einen klassischen Riester-Sparvertrag.

Viel Geld sparen mit Riester-Kredit

Die Förderung der Tilgung lohnt sich mehr als jeder andere Riester-Vertrag. Denn die Zulage summiert sich mit den Jahren auf beachtliche Beträge. Eine Familie mit zwei vor 2008 geborenen Kindern, die ein Haus kauft und in 20 Jahren abzahlt, erhält Riester-Zulagen bis zu 13 560 Euro. Die Zulagen ermöglichen, schneller zu tilgen, und verringern so die Kreditschulden. Zusätzlich führen sie dadurch zu einer Zinsersparnis – bei einem Zinssatz von 5,5 Prozent etwa 10 000 Euro im Laufe der 20 Jahre.

Auf Immobiliendarlehen eingezahlte Riester-Zulagen bringen damit eine bessere Rendite als andere Riester-Verträge. Denn jeder zur Schuldentilgung eingesetzte Euro spart Zinsen in Höhe des Effektivzinses. Kein anderer Sparvertrag kann mit einer so hohen garantierten Rendite aufwarten.

Voraussetzung für die Zulagen oder Steuervorteile ist, dass der Eigentümer das Haus oder die Wohnung nach 2007 gekauft oder gebaut hat und die Immobilie selbst nutzt.

Bausparvertrag oder Kredit

Das neue Gesetz fördert Bausparverträge, Immobiliendarlehen und Kombikredite aus einem Bausparvertrag und einem tilgungsfreien Darlehen. Welcher Vertrag sich für wen eignet, hängt davon ab, wie konkret die Bau- oder Kaufpläne aussehen.

Wer jetzt baut oder kauft, sollte möglichst ein Riester-gefördertes Immobiliendarlehen wählen. Es ist meist günstiger als der Kombikredit einer Bausparkasse. Doch erst wenige Kreditinstitute bieten bisher Riester-Darlehen an, so zum Beispiel die Postbank, die DSL-Bank, Wüstenrot und die Allianz. Wer bisher einen klassischen Riester-Vertrag bespart hat – etwa einen Banksparplan – kann seit Einführung des neuen Gesetzes außerdem das dort angesparte Kapital entnehmen und als Eigenkapital einsetzen. Anders als bisher muss er das Kapital später nicht zurückzahlen. Für Riester-Sparer, die in den nächsten zwölf Monaten bauen oder kaufen, ist diese Möglichkeit allerdings noch versperrt. Denn bis 2010 gilt für die Entnahme eine Mindestsumme von 10 000 Euro. So viel hat derzeit kaum jemand auf seinem Riester-Konto.

Wer konkret plant, in ein paar Jahren Wohneigentum zu kaufen oder zu bauen und dafür sparen möchte, kann einen Riester-Bausparvertrag abschließen. Damit sichert er sich auf Dauer günstige Zinsen. Die Pläne sollten allerdings schon recht sicher sein. Denn wegen der geringen Guthabenzinsen ist ein Bausparvertrag nur sinnvoll, wenn später auch das günstige Bauspardarlehen genutzt werden kann. Riester-Bausparverträge werden spätestens ab Januar 2009 von allen Bausparkassen angeboten.

Wer noch nicht weiß, ob er einmal ein Eigenheim bauen oder kaufen möchte, kann einen der klassischen Riester-Verträge, beispielsweise einen Fondssparplan oder einen Banksparplan besparen. Reift später der Entschluss zum Häuschen im Grünen, kann das Ersparte dann als Eigenkapital eingesetzt werden. Eine Riester-Rentenversicherung ist deshalb wenig ratsam, denn hier werden die anfangs bezahlten Kosten nicht erstattet, wenn der Vertrag später aufgelöst und das Geld als Eigenkapital für die Finanzierung verwendet wird.

Fiktive Rente muss versteuert werden

Bei den klassischen Riester-Altersvorsorge­produkten muss der Sparer die Auszahlung, die aus der Riester-Versicherung fließt, im Ruhestand versteuern. Doch beim Wohn-Riester gibt es keine monatliche Rente, die besteuert werden könnte. Daher wird ein fiktives Konto, das „Wohnförderkonto“, gebildet, auf dem die geförderten Vorsorge­beiträge verbucht und mit jährlich 2 Prozent verzinst werden. Auf diese Summe zahlt der Ruheständler dann Steuern.

Beispiel: Ein Hausbesitzer hat bis zu seinem Rentenantritt mit 65 Jahren die fiktive Summe von 40 000 Euro auf seinem Wohnförderkonto angesammelt. Darin enthalten sind aus Riester-Verträgen entnommenes Kapital, alle gezahlten staatlichen Zulagen, alle geförderten Tilgungsleistungen und die zweiprozentige Verzinsung. Diese 40 000 Euro muss der Rentner nun 20 Jahre lang versteuern, das heißt, er muss jedes Jahr 2 000 Euro „fiktive Rente“ zu seinem persönlichen Steuersatz versteuern. Bei einem Steuersatz von 20 Prozent wären das 400 Euro im Jahr.

Alternativ kann er bei Rentenbeginn die ganzen Steuern auf einen Schlag begleichen. Dafür bekommt er einen Rabatt von 30 Prozent. Er muss das Haus danach allerdings mindestens 20 Jahre behalten, sonst bittet der Fiskus noch einmal zur Kasse.

Wenn der Eigenheimbesitzer sein Haus oder seine Wohnung verkauft, muss er die Steuer ebenfalls auf einmal zahlen – es sei denn, er zahlt die Summe aus dem Wohnförderkonto in einen anderen Riester-Vertrag ein oder er kauft eine andere selbstgenutzte Immobilie. Auch wenn der Hausbesitzer stirbt, bleibt die Steuerschuld bestehen. Zahlen müssen dann die Erben, und zwar zum Steuersatz des Verstorbenen.

Weniger Steuern als bei anderen

Diese Steuerregel ist kompliziert, sollte aber kein Grund sein, auf Wohn-Riester zu verzichten. Denn Wohneigentümer zahlen nicht mehr Steuern als anderer Riester-Sparer. Im Gegenteil: Da das Wohnförderkonto nur mit 2 Prozent verzinst wird, zahlen Wohneigentümer bei gleicher Förderung sogar weniger Steuern als andere Riester-Sparer. Denn andere Riester-Verträge bringen höhere Zinsen und die Sparer müssen sie mitversteuern.

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