Eigenheim statt Rente: Wohn-Riester-Förderung kompakt

Anspruch

Auf die Riester-Förderung aus Zulagen und Steuer­vorteilen haben alle Anspruch, die in der gesetzlichen Renten­versicherung pflicht­versichert sind, vor allem Arbeitnehmer. Gefördert werden auch Beamte, Empfänger von Arbeits­losengeld, Eltern in Kinder­erziehungs­zeit und Frührentner. Einen Riester-Vertrag kann auch der Ehepartner eines Förderberechtigten abschließen, selbst wenn er keine eigenen Einkünfte hat.

Wohn-Riester

Riester-Sparer dürfen ihr angespartes Guthaben für den Bau oder Kauf der eigenen vier Wände, für deren Entschuldung oder einen alters­gerechten Umbau einsetzen. Die bisherige Förderung bleibt ihnen dann erhalten. Nehmen sie für ihr Eigenheim ein Riester-Darlehen auf, erhalten sie für dessen Tilgung die gleichen Zulagen und Steuer­vorteile wie für einen Riester-Spar­vertrag oder eine Riester-Renten­versicherung.

Zulagen

Für die Tilgung gibt es 175 Euro Grund­zulage im Jahr plus 300 Euro für jedes Kind (185 Euro für vor 2008 geborene Kinder). Dafür müssen Kreditnehmer mindestens 4 Prozent ihres Brutto­jahres­einkommens des Vorjahres abzüglich der Zulagen in die Tilgung stecken. Mehr als 2 100 Euro im Jahr müssen es aber nicht sein.

Steuer­vorteil

Eine jähr­liche Tilgung bis zu 2 100 Euro (Ehepaare bis zu 4 200 Euro) ist als Sonder­ausgabe steuerlich absetz­bar. Bei 35 Prozent Steu­ersatz ergibt das eine Ersparnis bis zu 735 Euro im Jahr. Davon zieht das Finanz­amt aber die Zulagen ab.

Besteuerung

Die Zentrale Zulagen­stelle erfasst alle geförderten Beträge (Entnahmen und Tilgungen) auf einem Wohn­förderkonto, das mit 2 Prozent im Jahr verzinst wird. Im Alter ist die Summe zu versteuern. Der Eigentümer kann die Summe in jähr­lichen Raten bis zum 85. Lebens­jahr versteuern. Oder er löst das Konto auf einmal auf. Dann muss er nur 70 Prozent des Betrags versteuern. Ein Wechsel von der jähr­lichen zur Einmalbesteuerung ist jeder­zeit möglich.

Vorzeitige Besteuerung

Wer sein Haus verkauft oder vermietet, muss das Wohn­förderkonto vorzeitig versteuern. Ausnahmen: Der Riester-Sparer legt sich binnen fünf Jahren ein neues Eigenheim zu oder zahlt die geförderten Beträge binnen eines Jahres in einen herkömm­lichen Riester-Spar­vertrag ein. Auch eine zeit­weise Vermietung nach einem berufs­bedingten Umzug ist möglich.

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