Witwenrente Meldung

Auch nach weniger als einem Jahr Ehe kann die Frau Anspruch auf Witwenrente haben.

Stirbt ein Ehepartner bereits weniger als ein Jahr nach der Hochzeit, hat die Witwe oder der Witwer dennoch Anspruch auf Hinterbliebenenrente. Mit dieser Entscheidung gab das Sozialgericht Würzburg einer Frau Recht, deren Mann weniger als ein Jahr nach der Eheschließung gestorben war (Az. S 8 RJ 697-02, nicht rechtskräftig).

Das Gericht widersprach damit der gängigen Praxis der Rentenversicherer. Sie verweigern in solchen Fällen grundsätzlich die Zahlung, weil sie vermuten, dass die Partner nur geheiratet haben, um dem Hinterbliebenen einen Rentenanspruch zu sichern.

Laut Sozialgesetzbuch gibt es dann nur unter „besonderen Umständen“ einen Anspruch auf Hinterbliebenenrente. So zahlen die Rentenversicherer in der Regel nur, wenn der Partner durch einen Unfall gestorben ist.

Das Gericht fand dies zu eng gefasst. Im konkreten Fall hatten die Partner vor der Hochzeit 14 Jahre lang in eheähn­licher Gemeinschaft gelebt. Die Witwe bezieht selbst eine Rente. Ihre ausreichende eigene Versorgung sei „grundsätzlich geeignet, die Rechtsvermutung einer so genannten Versorgungsehe zu widerlegen“, so das Gericht.

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