Wischsysteme und Wischtücher Test

Feuchte Reinigungstücher sind praktisch für zwischendurch. Doch für den Großputz ist der klassische Wischbezug die bessere Wahl.

Da, wo früher Schrubber und Scheuerlappen regierten, benutzt man heute Fußbodenwischsysteme. Bequemlichkeit ist Trumpf. Feuchte, mit Reinigungsmittel getränkte Wischtücher wandern – einmal benutzt – in den Müll. Wer das für ökolo­gisch nicht ganz so gelungen hält, findet aber auch den guten, alten Wischmopp noch. Auch der ist komfortabler geworden, ausgestattet zum Beispiel mit rollenden Eimern und ausgeklügelten Auswringvorrichtungen, die den Lappen auch ohne krumme Finger nebelfeucht bekommen. Wir haben all das ausprobiert und zeigen, was diese modernen Fußbodenwischsysteme leisten. Im Test: zehn feuchte Bodenwischtücher zur einmaligen Anwendung und sieben Wischsysteme mit Wischer und Bezug zum mehrfachen Gebrauch.

Mikrofaser ist besser als Baumwolle

Sowohl Einwegtücher als auch Wischbezüge sind meist aus Mikrofaser gefertigt. Das hat Vorteile gegenüber herkömmli­chen Scheuerlappen aus Baumwolle. Zum einen sind die Kunststofflappen nicht so schwer, wenn sie mit Wasser vollgesogen sind. Zum anderen ist Mikrofasergewebe oft wirksamer gegen Schmutz. Meist reicht schon klares Wasser, um leichten Schmutz zu entfernen. Das hilft, den Einsatz von Reinigungsmittel zu senken. Die Feuchttücher werden in Packungen von 10 bis 20 Stück verkauft, die Preise pro Tuch liegen zwischen 11 und 40 Cent. Wie weit man damit kommt, hängt vom Schmutz ab. Schlecker gibt für seine Tücher eine maximale Wischfläche von 15 Quadratmetern an. Das kann aber nur als Richtgröße gelten. Ein fettverschmutzter Küchen-PVC-Boden wird das Tuch eher an seine Grenzen bringen als regelmäßig geputztes Parkett im Wohnzimmer. Rechnet man mit zehn Tüchern für die ganze Wohnung, kommt man bei Vileda immerhin auf 4 Euro für den Großputz.

Bezüge sind langfristig preisgünstiger

Die wiederverwendbaren Bezüge samt Wischer sind bei Rossmann ab 5 Euro zu haben. Die Bezüge lassen sich problemlos waschen. Als laufende Kosten fallen nur ein paar Cent für einen Eimer Wasser und etwas Allzweckreiniger an, der für die ganze Wohnung reicht. Damit ist das wiederverwendbare Tuch langfristig preisgünstiger.

Luxusexemplare sind teuer

Es gibt aber auch Luxusexemplare: Der Leifheit Profi kostet 45 Euro – nur für Bodenwischer und Bezug. Wer noch den Eimer mit Auswringsystem dazuhaben möchte, muss tief in die Tasche greifen: Die Profi-Wischtuchpresse zum Beispiel kostet stolze 70 Euro, mit Rollwagen sogar 85 Euro – das macht zusammen 130 Euro. Immerhin: Es ist der Testsieger.

Im direkten Vergleich der Reinigungsleistung zeigen Feuchttücher und Wischbezüge ähnliche Ergebnisse. Bei beiden schafft es jeweils nur jedes dritte Produkt, den Schmutz insgesamt „gut“ zu entfernen, die anderen sind schlechter, zum Teil deutlich (siehe Testtabellen). Auffallend ist, dass die Feuchttücher bei Fettschmutz öfter die Nase vorn haben. Das zeigt, dass hier doch einiges an Reinigungsmittel drin ist. Daneben enthalten die Tücher vor allem Konservierungs- und Lösemittel, teilweise Pflegestoffe für Parkett und Laminat sowie Duftstoffe. Alle Tücher sind stark parfümiert und riechen intensiv – mal nach Zitrone, mal undefinierbar nach Chemie.

Bei Krümeln sind Bezüge im Vorteil

Beim Aufnehmen von Partikelschmutz wie Sand, Haare oder Krümel sind die Wischbezüge mit ihren Zotteln etwas im Vorteil, insbesondere die zwei „guten“ von Leifheit. Die Feuchttücher von Bürstenmann, Rossmann und Vileda haben dagegen die größten Schwierigkeiten, Partikel festzuhalten. Auch was Feuchtigkeitsrückstände angeht, haben die Feuchttücher häufiger das Nachsehen. Sie hinterlassen öfter Schlieren und Tropfen als die Wischbezüge. Bei den Tüchern von Bürstenmann und Rossmann bleibt sogar ein klebriger Film auf dem Boden zurück, sodass die Fläche bereits nach kurzer Zeit wieder schmutzig aussieht, weil jeder Schuhabdruck zu sehen ist.

Gute Bezüge nehmen viel Wasser auf

Bei den Wischbezügen haben wir getestet, wie gut sie Wasser aufnehmen und wieder abgeben. Im besten Fall saugen sie viel Wasser auf und geben es beim Wischen langsam wieder ab – nicht zu viel auf einmal, aber auch nicht zu wenig. Dann lässt sich eine große Fläche wischen, ohne abzusetzen und ohne Pfützen zu bilden. Besonders gut funktioniert das beim Leifheit Profi und Rossmann Flink -&-Sauber-­Bezug. Der Leifheit Picobello Plus dagegen kann nur wenig Wasser aufnehmen und muss bei großen Flächen häufig „nachgefüllt“ werden.

Feuchttücher sind mitunter trocken

Die Feuchttücher sind nicht „nachfüllbar“. Wenn sie trocken sind, muss ein neues Tuch aufgezogen werden. Die Tücher sind übrigens nicht alle gleich feucht: Während Swiffer und Vileda beim Auspacken tropfen, ist das Tuch von Bürstenmann äußerst trocken. Wichtig ist, dass die Verpackung wieder gut verschließbar ist, damit die Tücher beim Lagern nicht austrocknen. Das klappt bei allen im Test. Auch sonst gibt es nur wenig zu mäkeln: Das dm-Päckchen lässt sich etwas schwer öffnen, bei Emsal kleben die Tücher aneinander, sodass man meist mehrere auf einmal herauszieht.

Druckknöpfe und Klettverschlüsse

In der Regel wird man sowohl Feuchttücher als auch Wischbezüge mit Stiel benutzen. Alle Feuchttücher passen auf die gängigen Bodenwischhalter, die es für diese Tücher gibt. Swiffer und Vileda bieten eigene Stielsysteme an, die sich flexibel bewegen lassen. Der Stiel des Swiffers ist aber nicht höhenverstellbar und wurde von einigen Prüf­perso­nen als zu kurz empfunden.

Die Wischbezüge sind untereinander nur selten kompatibel, weil sie meist unterschiedlich zu befestigen sind, Leifheit Twist und Vileda Ultramat zum Beispiel mit Druckknöpfen, Leifheit Picobello Plus mit Klettverschluss. Das herkömmliche System – seitliche Taschen am Bezug, in die das Klappbrett eingeschoben wird – gibt es ebenfalls noch. Aber auch hier sind die Bezüge nicht richtig kompatibel, weil die Einstecktaschen nicht alle die exakt gleiche Größe haben (siehe „Wischsysteme“, „Feuchte Wischtücher“, „Auswringsysteme“).

Ergonomische Unterschiede zwischen den Wischern machen sich vor allem in der Zugänglichkeit von Ecken und beim Wechseln des Bezugs bemerkbar. Leifheit und Vileda bieten spezielle Auswringvorrichtungen als Zubehör an (siehe „Wischsysteme“, „Feuchte Wischtücher“, „Auswringsysteme“). Das ist praktisch, doch will man den Wischer ohne Zubehör kaufen und die Bezüge mit der Hand auswringen, hat man oft Probleme, die Verschlüsse der Bezüge zu lösen. Vor allem beim Vileda Ultramat sind die Druckknöpfe nur sehr schwer zu öffnen.

Die Bezüge von aQualine, Bürstenmann und Rossmann müssen auf klassische Weise per Hand ausgewrungen werden. Nach einem Tritt auf das Wischbrett kann das Brett im Stehen aus den Seitentaschen des Bezugs herausgezogen werden. Nach dem Auswringen wird es genauso wieder eingeschoben. Das funktioniert allerdings nur beim Rossmann halbwegs ordentlich, bei den anderen hakt es und man muss den Bezug doch meist mit den Händen heraus- und hineinfummeln.

Fazit: Feuchttücher sind eher etwas für die schnelle Reinigung kleiner Flächen zwischendurch. Es ist durchaus bequem, mit ihnen mal eben die Küche durchwischen zu können. Für den regelmäßigen Putz der ganzen Wohnung ist der klassische Wischbezug mit Wasser und Allzweckreiniger aber die bessere Wahl. Einwegtücher sind teurer, sie produzieren mehr Müll, erfordern mehr Transportenergie und verbrauchen mehr Chemie, um die gleiche Fläche zu reinigen.

Gegen leichten Schmutz reicht oft schon ein Mopp mit klarem Wasser aus. Und bei schwierigem Fettschmutz kann man den Reiniger selbst dosieren – das ist vielleicht etwas unbequemer, schont aber die Umwelt und das Portmonee.

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