Wirt­schafts­prüfer: Wie Sie Berichte nutzen, wann Sie Prüfer verklagen können

Wirecard-Chef Markus Braun wies auf der Haupt­versamm­lung im Juni 2019 Aktionärs­vorwürfe zurück.

Nach Bilanz­skan­dalen wie Wirecard stehen Wirt­schafts­prüfer oft in der Kritik. Die Experten von Finanztest erklären, wann Anleger gegen sie klagen können und wie sie Warnungen der Prüfer vor einem Firmenkollaps entdecken.

Wirt­schafts­prüfer verklagen – das hat selten Erfolg

Viele Rechts­anwälte und Anleger­schutz­gemeinschaften bieten Anlegern von Skandal­unternehmen wie Wirecard an, sie bei Klagen gegen Wirt­schafts­prüfer zu unterstützen. Diese sollen ihren Schaden ersetzen. Anleger haben aber nur dann Erfolgs­chancen, wenn sie den Prüfern schwere Fehler nach­weisen können. In weniger schwerwiegenden Fällen haften Wirt­schafts­prüfer meist nur gegen­über der Gesell­schaft, die sie prüfen – nicht gegen­über Anlegern.

Das bietet unser Wirt­schafts­prüfer-Special

Fall­beispiele. Finanztest schildert Fälle, in denen es Anlegern gelungen ist, Wirt­schafts­prüfer mit Erfolg auf Schaden­ersatz zu verklagen. Und wir beleuchten, warum das in anderen Fällen nicht geklappt hat.

Hintergrund und Tipps. Wir erläutern, wie Anleger Schaden­ersatz einklagen können – und wie sie dabei Kosten sparen. Und wir nennen typische Formulierungen in Bestätigungs­vermerken für den Jahres­abschluss eines Unter­nehmens, mit denen Wirt­schafts­prüfer auf mögliche Probleme aufmerk­sam machen.

Heft­artikel. Wenn Sie das Thema frei­schalten, erhalten Sie Zugriff auf das PDF zum Bericht aus Finanztest 1/2021.

Kleinen Prüfern geht schnell das Geld aus

Wichtig ist auch, ob der Wirt­schafts­prüfer zahlen kann. In schweren Fällen geht kleineren Prüfern schnell das Geld aus. Verjährt darf der Fall ebenfalls nicht sein.

Gemein­same Klagen senken Kosten

Anleger können einzeln, aber auch gemein­sam mit anderen klagen oder sich gegebenenfalls einem Muster­verfahren anschließen. Manchmal ist ein Prozess­finanzierer mit im Boot. Die Kläger tragen dann nur einen kleinen Teil der Kosten, den Rest über­nimmt der Finanzierer. Er erhält dafür bei Erfolg einen Teil der Entschädigung.

Wie Anleger Kritik­punkte entschlüsseln

Für Anleger lohnt sich ein Blick auf das Prüfungs­ergebnis des Wirt­schafts­prüfers, das sie am Ende der Jahres­abschlüsse finden. Der Bestätigungs­vermerk enthält fast immer Stan­dard­formulierungen, sodass sich wesentliche Kritik­punkte leicht erkennen lassen. Meistens gibt es keine. Daher sollten Anleger sehr aufmerk­sam werden, wenn es welche gibt.

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