Wirkstoff Sibutramin Meldung

Für eine 32-Jährige wäre die Einnahme des Appetitzüglers Reductil (Wirkstoff Sibutramin) beinahe tödlich verlaufen. Sie erlitt einen Herzinfarkt. Das war kein Einzelfall. Das Medikament wurde im Januar vom Markt genommen – zu Recht.

Sibutramin, in China LiDa genannt, wird dort und anderswo in Online-Arzneimittelläden vielfach in Schlankheitspillen angeboten, oft auch ohne Deklaration. Das ist für Nutzer besonders gefährlich (siehe test 4/07, „Böser Cocktail“). Der Wirkstoff dämpft den Appetit, verengt Blutgefäße. Häufig folgt ein Anstieg des Blutdrucks und des Herzschlags. Manchmal kommt es zum „Verkrampfen” kleiner Blutgefäße. Das war bei einer jungen Patientin der Fall, die fünf Tage nach Einnahme von Reductil heftige Schmerzen hinter dem Brustbein verspürte. Die kurzzeitige Verkrampfung in einem Koronargefäß könnte die Blutversorgung des Herzmuskels unterbrochen und zum Absterben einzelner Herzmuskelzellen geführt haben, berichtet Dr. Janine Pöss vom Uniklinikum des Saarlandes in Homburg. Zu Herz-Kreislauf-Zwischenfällen war es auch in einer Studie mit etwa 10 000 Patienten mit Vorerkrankungen gekommen, die einen Herzinfarkt begünstigen. Dr. Pöss rät, Sibutramin nicht zu nutzen, auch keine Restbestände.

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