Winterurlaub Test

Die meisten Winterurlauber fahren mit dem Auto in die Berge. Dabei gibt es günstigere und bequemere Alternativen.

Wenn die Tage dunkel sind und die Temperaturen ins Minus rutschen, ist es so weit. Die Deutschen starten in den Winterurlaub. Noch immer fährt ein Großteil der Winterurlauber mit dem eigenen Auto in die Berge. Und das, obwohl Billigairlines und die Bahn komfortable Alternativen bieten.

Gerade für Skifahrer aus dem Norden sind die Angebote der Billigairlines in die Alpen sehr interessant. Mit dem Flugzeug dauert die Anreise wenige Stunden, mit dem Auto mindestens einen Tag. Hinzu kommen verstopfte Straßen oder Schnee.

Wer früh bei den Billigairlines bucht, kann echte Schnäppchen abgreifen: Einen Flug von Berlin nach Genf mit easyjet gibt es schon ab 9,99 Euro. Hinzu kommen noch 28,49 Euro Gepäckgebühren für den Koffer und die Skiausrüstung und 12 Euro Flughafengebühren. Für insgesamt 50,48 Euro kommen Urlauber ans Ziel.

Insgesamt steuern sieben günstige Gesellschaften von Deutschland aus die „Alpen-Airports“ an – so viele wie noch nie. Hinzu kommen noch Linienflüge mit Lufthansa, Austrian Airlines oder Air France, die dank ihrer Spartickets ebenfalls preiswert sind.

Vom Airport ins Skigebiet

Die Verkehrsbetriebe in der Nähe der beliebten Skigebiete haben sich auf die neue Flugkundschaft eingestellt. Von jedem Alpenflughafen gibt es einen Busservice in die großen Skigebiete:

Unschlagbar günstig ist der österreichische Postbus (www.postbus.at). Er fährt fünfmal am Tag vom Flughafen Salzburg in das Skigebiet Saalbach Hinterglemm. Die Fahrt kostet 11,20 Euro pro Person und dauert etwa zwei Stunden.

Etwas schneller geht es mit privaten Anbietern, die damit werben, bei Verspätung des Fliegers auf ihre Gäste zu warten. Einige von ihnen fahren die Skifahrer sogar bis vor die Hoteltür.

Vom Flughafen Salzburg fährt zum Beispiel in der Saison fünfmal am Tag der Holiday Shuttle für 35 Euro ebenfalls nach Saalbach Hinterglemm. Die Fahrt dauert etwa 1,5 Stunden. Kurz nach der Landung kann man also schon auf der Piste stehen. Gerade rund um die Feiertage und in den Schulferien sollten Skifahrer die Weiterreise schon vor Abflug im Internet buchen (siehe Tabelle „Mit dem Flieger in den Schnee“).

Einige Tourismusverbände wie Trentino oder Osttirol haben einen eigenen Busservice in ihre Region organisiert. Auch sie sind meistens billiger als private Anbieter. Bei der Buchung sollten Winterreisende im Hotel nachfragen, ob auch der örtliche Tourismusverband eine Weiterreise vom Flughafen organisiert.

In der Schweiz lassen sich viele Skigebiete von den Flughäfen Genf, Basel und Zürich bequem mit der Bahn erreichen.

Die Skier kosten manchmal extra

Urlauber, die die Pisten mit eigener Sportausrüstung erleben wollen, sollten sich vor dem Abflug über die Gepäckbedingungen informieren (siehe Tabelle „Was der Transport des Skigepäcks kostet“).

Bei einigen Airlines wie Air Berlin oder der Lufthansa ist das Mitnehmen der Skiausrüstung kostenlos. Bei anderen Gesellschaften wie Tuifly muss das Gepäck im Voraus über das telefonische Servicecenter angemeldet und bezahlt werden.

Damit die Stöcke während des Flugs nicht durch den Laderaum fliegen, fordern die meisten Fluggesellschaften eine Verpackung. „Stöcke und Skier gehören in eine Extratasche, die vom Personal auch geöffnet werden kann“, sagt Yasmin Born, Sprecherin von Air Berlin.

Bequem mit dem Autoreisezug

Ausgeschlafen ans Ziel kommen Reisende mit dem Nachtzug oder dem Autoreisezug. Das Anreisen mit der Bahn ist teurer als mit den Billigfliegern – es sei denn man nutzt besondere Spartarife. Immer samstags verkauft die Bahn Fahrten mit dem Autoreisezug bis zu 40 Prozent billiger (www.tanke-schoen-tag.de). Kunden haben bestimmte Termine und Strecken zur Auswahl, bei denen die Bahn die Auslastung des Autoreisezugs verbessern will.

Ein Beispiel: Eine Fahrt mit dem Autoreisezug am 2. Januar 2008 von Düsseldorf nach Innsbruck kostete am 24. November für zwei Erwachsene und zwei Kinder im Liegewagen mitsamt Auto nur 185,40 Euro. Wer zwei Tage später buchte, musste für die gleiche Leistung rund 119 Euro mehr zahlen. Dafür kann er – anders als beim „Tankeschön-Angebot“ – die Zugfahrt stornieren oder umbuchen.

Für Winterurlauber, die vorhaben, mit dem Auto anzureisen, lohnt es sich also zu prüfen, ob es für ihre Strecke günstige „Tankeschön-Angebote“ gibt. Gleiches gilt für Urlauber, die flexibel sind. Denn bequemer als mit dem Autoreisezug geht es kaum: Er fährt abends gegen neun in Düsseldorf ab. Und am anderen Morgen um halb sieben ist man samt Gepäck und Auto in den Alpen. Autoreisezüge fahren auch ab Berlin, Hamburg, Hildesheim, Neu Isenburg und München.

Auch für den normalen Nachtzug gibt es Sonderangebote, die Spar-Night-Tarife: Für einen Pauschalpreis von 29 Euro kann man bereis im Ruhesessel ans Ziel kommen. Ein Liegewagenplatz kostet 49 Euro (siehe „Unser Rat“). Wie beim „Tanke-schön-Angebot“ gibt es auch hier nur ein begrenztes Platzkontingent.

Die Nachtzüge fahren unter anderem nach Österreich und in die Schweiz. „Die Skiausrüstung kommt in ein Extraabteil. Wir nehmen sie kostenlos mit“, sagt Stefan Karpenstein von der Deutschen Bahn.

Vignette und Schneeketten

Autoreisende oder Urlauber, die sich am Flughafen einen Mietwagen leihen wollen, sollten an Schneeketten denken. Es gibt in den Alpen viele Strecken, auf denen sie im Winter Pflicht sein können.

„Eine gesetzliche Höchstgeschwindigkeit für das Fahren mit Schneeketten gibt es in den Alpenländern nicht“, sagt Katja Frisch vom ADAC. „Wir empfehlen aber, nicht schneller als 40 Stundenkilometer zu fahren.“

In Italien müssen alle Autofahrer seit kurzem auch tagsüber mit Licht fahren. In Österreich bis Ende 2007 auch.

In Österreich und der Schweiz gibt es zudem eine Vignettenpflicht für Autofahrer. Die Plakette kostet in der Schweiz für ein Jahr 26,50 Euro, in Österreich für zehn Tage 7,60 Euro und für zwei Monate 21,80 Euro.

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