Winterreifen Test

Der nächste Winter kommt bestimmt. Da ist es klug, sich recht­zeitig um neue Winterreifen zu kümmern. Die Stiftung Warentest hat 32 Winterreifen getestet, davon 17 der Kleinwagengröße 185/60 R 15 T und 15 der Kompakt- und Mittel­klassengröße 225/45 R 17 H. Immerhin elf Winterreifen schneiden gut ab, doch bei vier Modellen lautet das Urteil der Tester „mangelhaft“.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuel­leren Test Winterreifen.

Einige Reifen haben eine unzu­reichende Seiten­führung

Wenn bei einem Reifen die Seiten­führung nicht stimmt, wird es kritisch. Horst Wipper­steg, Rallye-As der 70er und 80er Jahre und Testfahrer beim ADAC, warnt: „Fährt ein Normalfahrer mit so einem Reifen nur ein wenig zu schnell in die Kurve, geht ihm ganz schnell die Straße aus.“ Das heißt: Er fliegt aus der Kurve. Daher hat eine unzu­reichende Seiten­führung auch beim Test der Stiftung Warentest mäßige Noten zur Folge.

Deutlich längere Brems­wege bei mehreren Modellen

Die meisten Reifen parieren gut auf Schnee. Traktion und Seiten­führung, Anfahren und Bremsen – alles kein Problem. Bei drei Modellen reicht es auf Schnee nur für ein „ausreichend“. Interstate Winter und Marangoni rutschen wegen schwacher Seiten­führung in der Kurve leicht weg. Marangoni und Nexen Eurowin haben zu lange Brems­wege. Die besser bewerteten Reifen bringen nach einer Voll­bremsung bei 50 Stundenkilo­metern das Auto etwa eine Wagenlänge früher zum Stehen als diese beiden. Krasser als auf Schnee sind die Unterschiede bei Nässe. Bis auf ein Modell bremsen alle guten Reifen auch auf nasser Fahr­bahn gut. Erheblich zu lange Brems­wege haben Kormoran, Marangoni und Sailun.

Mit über 40 Stundenkilo­metern ins Heck des Vordermanns

Während die besten Pneus je nach Fahr­bahnbelag und Gewicht des Autos bei Nässe durch­schnitt­lich rund 35 Meter brauchen, um von 80 km/h auf 0 herunter­zubremsen, „schwimmt“ der schlechteste etwa 15 Meter weiter. Wenn ein mit Pirelli Sottozero bestückter Mittel­klassewagen längst steht, rauscht das gleiche Auto auf Sailun dem Vordermann mit über 40 Stundenkilo­metern ins Heck. Solche Unfälle können Menschen das Leben kosten.

Vier Winterreifen patzen bei Nässe

Auf nasser Straße patzen gleich mehrere Modelle beim Hand­ling und bei der Seiten­führung. Ein abruptes Ausweichmanöver bei hohem Tempo – und das Auto rutscht gerade­aus. Das gleiche Spiel bei schnell gefahrenen Kurven. Hinterradgetriebene Autos schleudern dann gern mit ihrem Heck nach vorn. Horst Wipper­steg korrigiert solche Sperenz­chen mit schnellen Lenkbewegungen und einem beherzten Tritt aufs Gas- beziehungs­weise Brems­pedal. „Der Normalfahrer hat da kaum eine Chance“, sagt der Profi.

Ein Reifen hält besonders lang

Bei nasser Fahr­bahn ist der Reifen­verschleiß am höchsten. Früher haben sich die Pneubauer gute Fahr­eigenschaften bei Nässe und Schnee durch weiche Gummi­mischungen und damit hohen Verschleiß erkauft. Das ist mitt­lerweile Schnee von gestern. Ein Reifen erweist sich in beiden Größenklassen als das abrieb­festeste Modell: Verschleiß­festig­keit sehr gut mit der Note 0,5. Trotzdem erreicht er auch bei den Fahrtests fast ausschließ­lich gute bis sehr gute Ergeb­nisse. Die anderen Anbieter bekommen den Spagat zwischen Verschleiß und Fahr­sicherheit einigermaßen hin. Die Kombination aus geringem Verschleiß und unzu­reichender Fahr­sicherheit zeigt sich heute nur noch bei den noten­mäßigen Schluss­lichtern.

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