Winterreifen, Sommerreifen Das müssen Sie über Auto­reifen wissen

Winterreifen, Sommerreifen - Das müssen Sie über Auto­reifen wissen
Reifen­wechsel. Wer wenig Erfahrung damit hat, sollte ihn lieber in einer Werk­statt machen lassen. © shutterstock

Wann sind Sommerreifen sinn­voll, wann Winterreifen ein Muss? Wir beant­worten die wichtigsten Fragen rund um Auto­reifen und fassen aktuelle ADAC-Reifentests zusammen.

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Die besten Winterreifen aus den ADAC-Tests

Winterreifen, Sommerreifen - Das müssen Sie über Auto­reifen wissen
Der richtige Grip. Im Winter auf Eis und Schnee ist ein guter Reifen ganz besonders wichtig. © ISP Grube / Wolfgang Grube

Der ADAC lässt regel­mäßig Reifen für die kältere Jahres­zeit rollen. In den Tests prüft der Auto­mobilclub von Jahr zu Jahr Reifen unterschiedlicher Dimensionen. Wir fassen die Test­ergeb­nisse der aktuellsten Tests zusammen.

Winterreifen für Klein- und Mittel­klasse-PKW im Test (2021)

Im neuen Winterreifen-Test hat der ADAC Reifen für Kleinwagen wie VW Golf und Opel Astra (Reifengröße: 195/65 R15) sowie Reifen für Mittek­lasse-PKW wie 3er BMW und Audi A4 geprüft (Reifengröße: 225/50 R17).

Unter den Reifen für Mittel­klassewagen waren zwei mangelhaft: Goodride Z-507 Zuper Snow und Linglong Green-Max Winter UHP. Während der Goodride auf Schnee versagt, kommt der Linglong bei Nässe ins Schlittern. Empfehlens­werte Reifen für Mittel­klasse-PKW stammen von Dunlop, Michelin und Good­year.

Für die Kompakt­klasse empfehlen die Prüfer Modelle derselben Marken sowie den Reifen von Vrede­stein.

Die voll­ständige Tabellen mit allen Test­ergeb­nissen zu Winterreifen für Mittelklasse-PKW und für Kleinwagen finden Sie auf der ADAC-Webseite.

Der Beste auf Schnee bei den 225-er Reifen

Bei den Winterreifen der Größe 225/50 R17 war die Geschwindig­keits­klasse V im Test, zugelassen also für maximal 250 Kilo­meter die Stunde. Der Dunlop Winter Sport 5 schnitt mit einer Note von 1,5 auf Schnee am besten ab.

Auf trockener und nasser Fahr­bahn war der Michelin Alpin 6 etwas besser. Der Good­year Ultra Grip Performance + erreichte gerade noch ein Gut und war damit aber schon Test­dritter. Alle drei Modelle sind recht hoch­preisig, sie kosten jeweils über 160 Euro das Stück.

Neben den Kern­eigenschaften wie Bremsweg und Spurtreue gingen auch Laufruhe mit in die Bewertung ein. Hier war der Dunlop recht laut. Dafür war er im Verhältnis zu den anderen Treibstoff sparend. Der Michelin wiederum zeigte einen geringen Verschleiß trotz seiner guten Eigenschaften auf auf trockener und nasser Straße.

Güns­tige Reifen hatten Schwächen

Wem gut 160 Euro für einen Reifen zu teuer sind, könnte zum Kleber Krisalp HP3 greifen (127 Euro). Er kassierte eine Abwertung, weil er nur die Note 2,7 auf nassem Asphalt schaffte.

Der Nexen Winguard Sport 2 wiederum ist mit 107 Euro preisgüns­tiger, bei den Fahr­eigenschaften nur Mittel­maß und beim Verschleiß recht hoch. Und der Esa+Tecar Supergrip Pro ist schon für 99 Euro zu haben. Aber bis auf Schnee sind auch seine Brems­eigenschaften nur durch­schnitt­lich - und Schnee ist heut­zutage im Winter in den meisten Gegenden ja meist seltener als trockene oder nasse Fahr­bahn. Er ist auch ziemlich laut, hat aber den geringsten Sprit­verbrauch im Test.

Reifen für die untere Mittel­klasse

Im viel­verkauften Reifensegment 195/65 R15 (etwa für VW Golf oder Opel Astra) rollte die Geschwindig­keits­klasse T (bis 190 km/h). Hier gab es vier gute und elf befriedigende Exemplare im Test. Auf Schnee waren nur zwei Prüf­linge nicht gut. Allerdings fiel den ADAC-Testern auf, dass die Lauf­leistung recht gering war im Test­feld – zwischen 21.800 und 34.400 Kilo­metern.

Vier gute Reifen ab 70 Euro

Dunlop Winter Response 2 für 81 Euro, Good­year Ultra­Grip 9+ (82 Euro), Michelin Alpin 6 (85 Euro) und der Vrede­stein Wintrac (70 Euro) lagen praktisch gleich­auf vorn bei Bremsweg und Fahr­stabilität auf Schnee, Regen und bei trockener Straße.

Unterschiede finden sich jedoch. Der Good­year hat unter den vier Modellen den besten Grip auf Nass, der Michelin die höchste Lauf­leistung im Test. Auch der Vrede­stein schafft viele Kilo­meter. Dunlop und Vrede­stein brauchen recht wenig Treibstoff. Der Vrede­stein ist also eine gute Kombination aus Umwelt- und Geldbeutelschonung.

Ganz­jahres­reifen im Test (2020)

Der Ganzjahresreifen-Test des Auto­mobilclubs ADAC zeigt, dass die Allwetterreifen meist nicht mit den Spezialreifen für Sommer oder Winter mithalten können. Geprüft wurden sieben Modelle für größere Autos wie Vans. Auf trockenem Asphalt und auch auf Eis und Schnee hatten alle Allrounder längere Brems­wege als gute Sommer- beziehungs­weise Winterreifen. Am besten, aber nur ausreichend, schnitt der Reifen Continental AllSeasonContact ab.

Die voll­ständige Tabelle mit allen Test­ergeb­nissen finden Sie auf der ADAC-Website.

Winterreifen für Kleinbusse und Klein­trans­porter

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Mit dem Wohn­mobil in den Winter­urlaub. Mit guten Reifen sind sie deutlich sicherer unterwegs. © ADAC / Wolfgang Grube

Schon 2019 nahm sich der ADAC Modelle für Klein­trans­porter, Kleinbusse aber auch Wohn­mobile in der Klasse 205/65 R16 C für 73 bis 77 Euro vor. Die geprüften Winter-Trans­porterreifen hafteten besser als die vom ADAC zuvor getesteten Sommermodelle, halten aber deutlich kürzer – mit 40 000 Kilo­meter oder weniger nur etwa halb so lang.

Der beste geprüfte Reifen in dieser Kategorie war der Continental VanContact­Winter für 147 Euro pro Reifen. Er liegt vorn bei trockener und nasser Fahr­bahn. Der Michelin Agilis Alpin für 151 Euro holt bei der Lauf­leistung das beste Ergebnis. Der Pirelli Carrier Winter für 136 Euro braucht weniger Sprit, ist aber mau bei Nässe.

Die voll­ständigen Tabellen finden Sie auf der ADAC-Website: Alle ADAC-Winterreifentests.

Reifen 175/65 R14 T für Kleinwagen (2018)

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Schnee­fahrt. In der finnischen Polar­nacht rollten die Pneus für den ADAC-Winterreifentest 2018. © ISP Grube / Wolfgang Grube

Ob Kompakt­klasse oder Kleinwagen: Es gibt gute Reifen für die kalte Jahres­zeit. Viele verschleiß­arme Reifen sind allerdings schwächer auf Schnee. Getestet wurde die Reifengröße 175/65 R14 T mit einem Ford Fiesta.

Die besten Reifen für Kleinwagen

Bei den 175 Milli­meter breiten Reifen gab es zwei klare Sieger, den Cont­intental WinterContact TS 860 für 72 Euro und den Dunlop Winter Response 2 für 71 Euro. Sie bremsten mit Abstand am besten bei Nässe und Schnee, im Verschleiß waren sie Durch­schnitt. Der Esa-Tecar Super Grip 9 bot mäßige Noten bei Nässe und Schnee, siegte aber beim Sprit­verbrauch und kostet nur 44 Euro.

Umwelt­freunde greifen zum Good­year Ultra­Grip 9. Er kostet 71 Euro, und kombinierte im Test sehr wenig Verschleiß mit wenig Sprit­verbrauch und schnitt „gut“ bei Regen und „befriedigend“ auf Schnee ab.

Die voll­ständigen Tabellen finden Sie auf der ADAC-Website: Alle ADAC-Winterreifentests.

Reifen­typen: Sommerreifen, Winterreifen und Ganz­jahres­reifen

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Schnee und Eis. Bei diesen Witterungs­bedingungen sind Sommerreifen verboten. © Getty Images / Sean Gallup

Ab wann sind Winterreifen Pflicht?

Wer bei winterlichen Straßenverhält­nissen fährt, braucht Winterreifen. Für die Winterreifen­pflicht gilt kein konkretes Datum. Das Gesetz spricht von „winterlichen Wetter­verhält­nissen“. Konkret nennt die Straßenverkehrs­ordnung Glatt­eis, Schnee­glätte, Schnee­matsch, Eis- oder Reifglätte.

Dass Winterreifen spätestens bei Temperaturen unter 7 Grad besser sind, ist laut Tüv ein Mythos. Reifen­experte Torsten Hesse vom Tüv Thüringen sagt: „Moderne Sommerreifen können auch knapp über dem Gefrier­punkt Vorteile gegen­über Winterreifen haben.“ Dennoch hält er die O-bis-O-Faust­regel für vernünftig: „Winterreifen von Oktober bis Ostern“.

Der ADAC testet regel­mäßig Winterreifen. Wir haben die Ergebnisse des aktuellsten ADAC-Winterreifen-Tests zusammengefasst.

Welche Bußgelder drohen?

Wer gegen die Winterreifen­pflicht verstößt, muss mit einem Punkt in Flens­burg rechnen: So funktioniert das Punktesystem. Zusätzlich sind 60 Euro Bußgeld fällig, bei Behin­derung anderer oder Unfall noch mehr.

Darf man das ganze Jahr mit Winterreifen fahren?

Es ist zumindest nicht verboten. Doch Winterreifen haben im Sommer eklatante Schwächen. Der Bremsweg auf trockener Straße ist deutlich länger. Auch die Fahr­stabilität ist beein­trächtigt, vor allem das Kurven­verhalten, warnt der ADAC. Hinzu kommt der hohe Reifen­verschleiß im Sommer.

Winterreifen in den Alpen

Europaweit sind 1,6 Milli­meter Profiltiefe Pflicht – auch für Winterreifen. Doch für ihre volle Wirkung sollten es mindestens vier Milli­meter sein. In den Alpen­ländern gelten zudem unterschiedliche Winterreifen-Regeln für Pkw.

Österreich:
Von 1. November bis 15. April gilt auf Straßen mit Eis und Schnee Winterreifen­pflicht. Sie müssen die Kenn­zeichnung M+S, M.S oder M&S haben.
Schweiz:
Es gibt keine Winterreifen­pflicht, aber ein Bußgeld, wenn Pkw mit falschen Reifen den Verkehr behindern.
Frank­reich:
Keine generelle Winterreifen­pflicht. Aber teils sind Schnee­ketten Vorschrift, alternativ reichen Winterreifen.
Italien:
Keine Pflicht. Nur auf einigen Stre­cken sind Winterreifen oder Schnee­ketten Pflicht. Auf der Brenner­autobahn gilt von 15. November bis 15. April Winter­ausrüstung. Dann reichen Winterreifen.

Sind Allwetterreifen im Winter erlaubt?

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Ganz­jahres­reifen. Die Abkür­zung „M+S“ steht für „Matsch und Schnee“ – genauer gesagt: für „Mud and Snow“. Heißt aber dasselbe. © ADAC / Wolfgang Grube

Eine Alternative zum Reifen­wechsel im Herbst sind Ganz­jahres­reifen – erlaubt sind im Winter aber nur Allwetterreifen mit Alpine-Symbol: ein Berg­piktogramm mit Schnee­flocke. M+S-Reifen ohne Alpine-Symbol sind bis Ende 2024 erlaubt und nur, wenn sie vor 2018 hergestellt wurden.

Ganz­jahres­reifen haben aber Nachteile: Sie sind nicht so sicher wie echte Winterreifen, haben einen längeren Bremsweg als echte Sommerreifen, verschleißen schneller und kosten mehr Sprit. Außerdem liegt ihr Kauf­preis oft höher. Immerhin entfällt die teure und lästige Umrüstung der Reifen zweimal jähr­lich. Vielleicht auch deshalb steigt ihr Markt­anteil. Der letzte Test von Ganzjahresreifen des ADAC stammt aus dem Jahr 2020.

Was zeichnet einen guten Sommerreifen aus?

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Aquaplaning. Ein guter Sommerreifen hält auch bei starkem Regen Kontakt zur Fahr­bahn. © Adobe Stock

Starke Brems­wirkung auf nasser und trockener Straße, leiser Lauf, geringer Verbrauch und Verschleiß – das macht einen guten Reifen aus. Bei Sommerreifen kommt es vor allem darauf an, dass die Reifen die Antriebs-, Lenk- und Brems­kräfte des Autos auch auf regennasser Straße gut auf die Fahr­bahn über­tragen.

Eine ausgeklügelte Profilgestaltung – etwa mit breiten Längs­rillen – vermeidet, dass der Wagen den Kontakt zur Fahr­bahn verliert und sich wegen Aquaplaning nicht mehr lenken lässt. Die spezielle Gummi­mischung sorgt für gutes Hand­ling und kurze Brems­wege.

Der ADAC testet regel­mäßig Sommerreifen. Wir haben die Ergebnisse des aktuellsten ADAC-Sommerreifen-Tests zusammengefasst.

Unfall mit Sommerreifen im Winter – zahlt die Versicherung?

Die Kfz-Haftpflichtversicherung zahlt auch, wenn jemand mit den falschen Reifen unterwegs ist – aber nur die Schäden des anderen. Für die am eigenen Auto greift die Voll­kasko. Sie darf bei grober Fahr­lässig­keit kürzen. So musste die Kasko nichts bezahlen, als ein Mann mit Sommerreifen in den Alpen einen Unfall hatte (Ober­landes­gericht Frank­furt/Main, Az. 3 U 186/02).

Dagegen fand das Land­gericht Hamburg es nicht fahr­lässig, als ein Pkw bei Schnee auf Sommerreifen gegen eine Mauer rutschte. Es sei möglich, dass das auch mit Winterreifen passiert wäre (Az. 331 S 137/09).

Die Stiftung Warentest rät ohnehin zu Tarifen, die auf Kürzungen bei grober Fahr­lässig­keit verzichten. Die beste Auto­versicherung für Ihren Bedarf finden Sie mithilfe unseres Kfz-Versicherungsvergleichs.

Energielabel für Reifen

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EU-Energielabel (links alt, rechts neu) für Winterreifen. Zu erkennen ist es am gezackten Berg mit der Schnee­flocke.

Das EU-Effizienzlabel gilt nun auch für Brummis

Auch für Reifen gibt es ein Energielabel. Seit Mai 2021 sieht es etwas anders aus und gilt nun auch für Bus- und Lkw-Pneus. Es muss an jedem Reifen kleben, der verkauft wird. Oder zumindest in direkter Nähe. Das Vorläufer-Label darf allerdings unbe­grenzt weitergenutzt werden.

Das neue Label führt per QR-Code oben rechts zu einer europäischen Produkt­daten­bank. Ebenfalls zeigt es Daten zu Roll­widerstand, Bremsweg bei nasser Fahr­bahn und Roll­geräuschen beim Fahren. Das sind weit weniger Eigenschaften als zum Beispiel der Auto­mobilclub ADAC in seinen Tests misst. Außerdem sind die Hersteller selbst für die Klassifizierung zuständig. Immerhin nach stan­dardisierten Prüf­methoden.

Sprit sparen mit den richtigen Reifen

Ganz oben stehen Hersteller, Typenbezeichnung, Größe und andere Kategorien des Reifens. Dann folgt links die Skala des Roll­widerstandes. Das Spektrum dieser Energieeffizienz­klassen reicht von A (höchste Effizienz) bis E (geringste Effizienz) – beim alten Label von A bis G.

Laut ADAC entspricht der Unterschied zwischen bester und schlechtester Klasse etwa einem Mehr­verbrauch von einem halben Liter Kraft­stoff auf 100 Kilo­meter. Allerdings sind praktisch nur Reifen der Klassen B und C auf dem deutschen Markt. In der Realität ist der Unterschied also geringer.

Bremsweg – aber nur bei Nässe

In der rechten Spalte des neuen Labels ist der Bremsweg auf nasser Fahr­bahn angegeben. Auch die Band­breite der Nass­haftungs­klassen reicht von A (kürzester Bremsweg auf feuchten Asphalt) bis E (längster Bremsweg). Der Bremsweg auf trockener Straße wird nicht gemessen. Ist darunter ein Berg mit drei Zacken nebst Schnee­kristall abge­bildet, erreicht der Reifen eine vorgeschriebene Mindest­griffig­keit bei Schnee – es handelt sich um einen Winterreifen. Fehlt das Symbol, gilt der Pneu als Sommerreifen.

In unseren Breiten eher selten findet sich ganz unten rechts noch ein Berg – mit stilisierten grauen Eiszacken drin. Er soll eine Mindest-Rutsch­festig­keit auf Eis darstellen. In Skandinavien ist es eher selten zu finden.

Wie viel Lärm macht der Reifen?

Bei der externen Geräusch­entwick­lung, dem Vorbeifahr­geräusch, umfasst die Einstufung die Klassen A (geräusch­ärmer) und B (mehr Außenlärm); der gültige Buch­stabe ist fett gedruckt. Außerdem ist der Schall­druck in Dezibel angegeben, oft auch als dB(A) zu finden. Geräusch­pegel, die zuvor Klasse C entsprachen, sind nicht mehr zulässig. Davon zu unterscheiden ist das Reifen­innen­geräusch, das über die Felgen ins Fahr­zeug­innere über­tragen wird.

Die richtige Reifengröße heraus­finden

Welche Reifengröße für ein bestimmtes Fahr­zeug erlaubt ist, hängt von Motor­leistung, Fahr­zeuggewicht und Höchst­geschwindig­keit ab. Angegeben wird die Größe – oder Dimension – im Fahr­zeug­schein (Zulassungs­bescheinigung Teil 1), in den Zeilen 15.1 und 15.2. Im neuen Fahr­zeug­schein wird seit Oktober 2005 nur noch eine Reifengröße genannt. Das ist in der Regel die des kleinsten für das Fahr­zeug zugelassenen Sommerreifens.

Was bedeutet die Kenn­zeichnung auf dem Reifen?

Die Kombination aus Zahlen und Buch­staben auf der Reifenflanke, also der Seite des Reifens, gibt die Reifengröße (Dimension an). So entschlüsseln Sie die Kenn­zeichnung:

Beispiel: 175/65 R14 T
Reifenbreite:
Dieser Reifen ist 175 Milli­meter breit.
Höhe-Breite-Verhältnis:
Die /65 gibt das Verhältnis von Höhe zu Breite an. Je kleiner die Zahl, desto flacher der Reifen. Kleine Zahlen sind typisch für Breitreifen.
Reifenbauart:
„R“ kodiert die Bauart und steht für Radialreifen, die heute übliche Reifen­art.
Felgen­durch­messer:
14 ist der Felgen­durch­messer in Zoll.
Geschwindig­keits­klasse:
Der letzte Buch­stabe codiert die zulässige Höchst­geschwindig­keit in Geschwindig­keits­klassen. Q: bis 160 km/h, S: bis 180 km/h, T: bis 190 km/h, H: bis 210 km/h, V: bis 240 km/h, W: bis 270km/h und Y: bis 300km/h und ZR: über 240 km/h.

Welche Reifengrößen sind noch zugelassen?

Andere zugelassene Reifengrößen können in der sogenannten COC-Bescheinigung (Certification of Confor­mity) aufgeführt sein, die für Neuwagen seit Oktober 2005 mitgeliefert wird. Sollten die Original-Bescheinigung nicht mehr vorliegen, lässt sich dieses Daten­blatt häufig auch im Internet herunter­laden − zum Beispiel auf der Seite des Herstel­lers. Bewahren Sie es im Fahr­zeug auf, um Ärger bei Verkehrs­kontrollen vorzubeugen.

Bei der Haupt­unter­suchung kann die Plakette verweigert werden, wenn Reifen montiert sind, die nicht für das Fahr­zeug freigegeben sind. Oder die Sach­verständigen erteilen sie erst nach kosten­pflichtiger Abnahme und Eintragung der Rad-Reifen-Kombination.

Welche Felgen passen?

Die richtige Felgengröße zu einem Reifen ist in der Kenn­zeichnung in Zoll angegeben. Reifen mit größerem Durch­messer brauchen auch entsprechend größere Felgen. Es ist wichtig, dass solche meist auch breiteren Rad-Reifen-Kombinationen durch den Auto­hersteller freigegeben sind. Grund: Der Reifen darf auch bei hoher Beladung nicht am Kotflügelrand schleifen, zum Beispiel beim Einlenken in Kurven.

Sichere Reifen: Profiltiefe, Reifen­druck, Alterung

Profiltiefe: Minimum 1,6 Milli­meter sind Pflicht

In Europa gilt: Reifen für Pkw und Motorräder müssen aus Sicher­heits­gründen mindestens eine Profiltiefe von 1,6 Milli­metern haben. Haben die Reifen weniger Profil, sind sie nicht mehr im Straßenverkehr erlaubt. Denn sie gelten als nicht mehr verkehrs­sicher. Abge­fahrene Reifen können teuer werden – mindestens 60 Euro Bußgeld und ein Punkt in Flens­burg. Fahr­zeughalter und -halte­rinnen sind verantwort­lich, die Profiltiefe regel­mäßig zu checken.

Nach Angaben des ADAC sollten Reifen für sicheres Fahren schon deutlich früher gewechselt werden, bereits ab einer Profiltiefe von 3 bis 4 Milli­metern. In einigen europäischen Länder gelten Regeln, die strenger sind als die 1,6 Milli­meter. In Österreich zum Beispiel gelten Winterreifen als Sommerreifen, wenn sie weniger als 4 Milli­meter Profiltiefe haben. Damit dürfen dann bestimmte Stre­cken, zum Beispiel einige Pass­straßen im Winter nicht befahren werden.

Reifen­druck: Regel­mäßig prüfen

Es spricht viel dafür, auf den richtigen Luft­druck der Auto­reifen zu achten: Reifen verschleißen schneller beziehungs­weise unregelmäßig, schlappe Reifen erhöhen den Sprit­verbrauch, zu pralle Reifen verschlechtern den Fahr­komfort. Außerdem sterben in Deutsch­land laut ADAC „jähr­lich 27 Menschen bei Verkehrs­unfällen wegen tech­nischer Mängel an der Bereifung“. Der Auto­mobilclub rät deshalb: An der Tank­stelle alle zwei Wochen den Luft­druck prüfen.

Reifen­druck richtig messen und einstellen

Optimalen Reifen­druck raus­suchen
Der optimale Reifen­druck kann sich an verschiedenen Stellen befinden: In der Bedienungs­anleitung, an Aufkleber an B-Säule oder im Hand­schuhfach, im Tank­deckel.
Kalte Reifen messen
Die Angaben gelten für kalte Reifen und Außen­temperaturen um 20 Grad Celsius – im Ideal­fall also vor der Fahrt oder nach wenigen Kilo­metern und messen. Lassen Sie auf keinen Fall Luft aus den Reifen, nur weil Ihnen der Luft­druck bei heißen Reifen zu hoch erscheint.
Mess­gerät anbringen
Ventilkappe des Reifens abschrauben und Mess­gerät aufsetzen und Position korrigieren, bis das Zischen verstummt. Dann lässt sich der Druck ablesen.
Druck einstellen
Meist lässt sich der Druck über Plus- und Minustasten regeln, stellen Sie die rausgesuchten Werte ein. Berück­sichtigen Sie auch die Beladung. Der richtige Reifen­druck kann je nach Beladung um bis zu 1 bar variieren.
Alle vier Räder checken
Die Prozedur für alle vier Reifen durch­führen. Beachten Sie, dass für Vorder- und Hinterreifen leicht unterschiedlicher Reifenfüll­druck optimal ist.

Bei neueren Autos kontrollieren Sensoren den Reifen­druck

Neuere Autos sind oft schon mit einem sogenannten Reifen­druck-Kontroll­system, kurz RDKS, ausgestattet. Es misst permanent den Reifen­druck über Sensoren im Ventil oder indirekt über Sensoren des ABS und warnt, wenn der Reifen­druck nicht stimmt. Vorgeschrieben ist dieses System seit Ende 2014 für neu zugelassene Pkw sowie einige Camper. Laut ADAC erhöhen diese Systeme die Sicherheit, können die regel­mäßige Kontrolle aber nicht ersetzen.

Alterung: Wann müssen Reifen ausgetauscht werden?

Auch wenn ein Reifen noch genug Profil hat, kann es Zeit für einen Wechsel sein. Denn das Material altert, härtet mit den Jahren aus – das kann Brems­eigenschaften und den Grip verschlechtern. Laut ADAC zeige sich das vor allem bei Winterreifen. Der Auto­mobilclub rät deshalb: Winterreifen sollten nicht älter als acht Jahre sein, Sommerreifen nach acht bis zehn Jahren tauschen.

So erkennen Sie das Alter eines Reifens

Sind die Reifen reif für den Ruhe­stand? Und wie lange liegt der „neue“ Reifen schon im Laden? Die DOT-Nummer auf der Reifenflanke hilft weiter. Sie ist in einer ovalen Prägung zu finden und gibt Kalenderwoche und Jahr des Herstellungs­datums an.

Beispiel: DOT 3519

Dieser Reifen wurde in der 35. Kalenderwoche 2019 produziert. DOT steht übrigens für Depart­ment of Trans­portation, die amerikanische Zulassungs­behörde.

Reifen lagern und wechseln

Wie Reifen länger halten

Direkte Sonnen­einstrahlung, Kunst­licht mit hohem UV-Anteil und hohe Temperaturen schaden dem Reifen­gummi. Damit Reifen nicht leiden, wenn sie nicht gebraucht werden, sollten sie deshalb dunkel, trocken und kühl lagern. Optimal sind 15 bis 20 Grad Celsius. Während der Lagerung sollten die Reifen außerdem nicht mit Öl, Fett, Kraft­stoff und anderen Chemikalien in Kontakt kommen – sie können das Material angreifen.

Reifen lagern: So machen Sie es richtig

Luft­druck erhöhen
Vor dem Einlagern sollten sie den Luft­druck leicht erhöhen, um etwa 0,5 bar gegen­über der Herstel­lervorgabe. Denn während der Lagerung verlieren die Reifen Luft.
Reinigen
Reinigen und trocknen Sie die Reifen gründlich, bevor sie einge­lagert werden.
Position markieren
Markieren Sie mit Kreide die Position des Rades am Auto: vorne/hinten und rechts/links.
Ohne Felge
Lagern Sie Reifen ohne Felge im Stehen. Drehen Sie die Reifen regel­mäßig weiter, damit sie sich nicht verformen.
Mit Felge
Lagern Sie Reifen mit Felge über­einander­gestapelt oder hängen Sie die Reifen auf. Optimal sind ein Felgenbaum oder einzelne Wand­aufhänger.

Reifen­wechsel: Das ist wichtig

Der ADAC gibt ausführ­liche Anleitungen und Tipps, wie der reguläre Reifenwechsel gelingt. Grund­sätzlich gilt aber: Wer beim Reifen­wechseln nur wenig Erfahrung hat oder mit großen, schweren Rädern hantieren muss, sollte den Wechsel besser in einer Werk­statt machen lassen.

Um im Falle einer Reifenpanne fit zu sein, ist es wichtig zu wissen, welches Notfall-Equipment im Auto vorhanden ist. Beginnt das Auto zu schwimmen oder platzt ein Reifen: Warn­blinker anschalten und das Auto ausrollen lassen. Wie bei anderen Pannen auch, muss der Pkw dann mit einem Warn­dreieck gesichert werden. Wie es dann weitergeht, hängt davon ab, ob das Auto ein voll­wertiges Ersatz­rad, ein Not­rad oder nur ein Pannenkit an Bord hat oder ob es auf sogenannten Runflat-Reifen rollt.

Reifenpanne: Vorteile und Nachteile verschiedener Reifen

Ersatz­rad
Im Optimalfall haben Sie ein voll­wertiges Ersatz­rad dabei. Es ist identisch zur Fahr­bereifung. Der Wechsel funk­tioniert genauso wie der ein regulärer Reifen­wechsel. Damit das klappt, muss aber das notwendige Werk­zeug – also Wagenheber, Radkreuz und Drehmom­entschlüssel – vorhanden sein. Hilfe­stellung liefert das Hand­buch. Ungefähr­lich ist der Wechsel am Straßenrand allerdings keineswegs. Sie können mit einem richtig gewechselten Ersatz­rad ohne Einschränkungen weiterfahren. Erste Anlauf­stelle sollte dennoch eine Tank­stelle mit Luft­säule sein, an der Sie den Luft­druck des Ersatz­reifens prüfen.
Not­rad
Ein Not­rad ist oft schmaler als die Fahr­bereifung und nimmt so weniger Platz im Auto weg als ein Ersatz­rad, wird aber genauso gewechselt. Mit ihm darf nach dem Wechsel allerdings nur Tempo 80 gefahren werden. Es sollte möglichst schnell gegen einen neuen, voll­wertigen Reifen getauscht werden.
Runflat-Reifen
Solche Reifen sind verstärkt, sodass sie nicht Einfallen, wenn sie Luft verlieren. Laut ADAC könne das bei Druck­verlust vor schwerwiegenden Unfällen schützen. Autos mit diesen Reifen haben in der Regel auch ein Reifen­druck-Kontroll­system - denn unter Umständen bleibt eine Reifenpanne sonst unbe­merkt. Auch kaputte Runflat-Reifen müssen getauscht werden. Außerdem sind sie unter anderem vergleichs­weise schwer und führen so zu einem höheren Sprit­verbrauch.

Die besten Sommerreifen aus dem ADAC-Test

Winterreifen, Sommerreifen - Das müssen Sie über Auto­reifen wissen
Zeigen Profil. Die Sommerreifen aus dem Test 2021. © ADAC / Wolfgang Grube

Der ADAC hat die Sommerreifen des Jahr­gangs 2021 getestet. Die Reifen der Größen 205/55 R16 („Golf­klasse“) und 225/50 R17 schnitten über­wiegend gut und befriedigend ab. Es gab jedoch auch einige Ausreißer nach unten, darunter auch ein Rund­erneuerter.

Den richtigen Reifen wählen

Gummi­mischung und Profil der Sommerreifen sollen Verschiedenes leisten: Gutes Brems­verhalten zeigen, lange halt­bar sein, das Fahr­geräusch soll leise, der Sprit­verbrauch nied­rig sein. Das Problem: Nicht immer lassen sich diese Ziele gleich­zeitig erreichen. Ein weicher Reifen bremst gut, ein harter Reifen hält länger. Manche Profile sind leiser, andere führen zu einem geringeren Benzin­verbrauch.

Wer viele Kilo­meter im Jahr fährt, wird eher auf die Lauf­leistung achten, wer in erster Linie die Umwelt schonen will, auf den Benzin­verbrauch. Wichtigster Faktor bleibt freilich, dass Bremsweg und Fahr­verhalten auf trockenen und nassen Straßen dem Sicher­heits­stan­dard genügen.

205/55 R16: Die Reifen der Golf­klasse

15 aktuelle Modelle der meist­verkauften Reifengröße in Deutsch­land, 205/55 R16, hatte der ADAC im diesjäh­rigen Sommerreifentest. Vorne lagen gleich­auf die Modelle Continental PremiumContact 6 (Stück­preis 94 Euro) und Semperit Speed-Life 3 (76 Euro).

Der Continental bremste sehr gut auf nasser und trockener Straße, war bei Sprit­verbrauch und Lauf­leistung aber bestenfalls Mittel­maß (Note 2,5). Und er ist etwas laut. Der Semperit ist dagegen ausgewogen in seiner Leistung und bremst super auf nasser Fahr­bahn. Zudem ist er etwas leiser als der Continental, braucht weniger Sprit und ist in der Anschaffung güns­tiger.

Good­year läuft am längsten, Kumho ist am spar­samsten

Mit einer prognostizierten Lauf­leistung von 53 000 Kilo­metern lief der Good­year Efficient­Grip Performance 2 für 89 Euro am längsten – doppelt so lang wie der letzte in dieser Disziplin, der Nokian Wetproof (71 Euro). Die Testsieger Continental und Semperit liegen hier mit rund 34 000 beziehungs­weise 33 000 Kilo­metern im Mittel­feld. Der Good­year bremst zwar gut, schneidet aber beim Fahr­verhalten auf trockener Strecke nur befriedigend ab. Am wenigsten Sprit braucht der güns­tige Kumho Ecsta HS51 (71 Euro) aus Korea. Er bremst ordentlich und hat auch einen geringen Verschleiß.

Der Rund­erneuerte könnte erneuerter sein

Noch ökologischer als der Kumho Ecsta ist der rund­erneuerte King Meiler Sport 1 für schlappe 42 Euro, weil hier ein alter Reifen mit einem neuen Profil versehen wurde und er daher nur wenig neuen Gummi braucht. Allerdings ist sein Bremsweg lang und vor allem auf nasser Fahr­bahn zeigt er nur mäßiges Fahr­verhalten. Damit ist er der einzige Reifen in dieser Größenklasse, der nur ein Ausreichend bekommt.

Alle Testergebnisse für Sommerreifen der Größe 205/55 R16

225/50 R17: Reifen für Mittel­klasse-Wagen

Diese Reifengröße eignet sich zum Beispiel für die Mercedes C-Klasse oder den VW Passat. Dieses Jahr prüfte der ADAC die Geschwindig­keits­klasse Y bis 300 km/h. Testsieger wurde der Falken Azenis FK510 (118 Euro), dicht gefolgt vom Continental PremiumContact 6 (148 Euro) und dem Kumho Ecsta PS71 (108 Euro).

Der Falken ist ein ausgewogener Reifen mit gutem Bremsweg und Hand­ling auch bei Nässe. Für diese Reifenklasse ist er recht leise, braucht aber etwas mehr Sprit als der Schnitt. Der ansonsten gute Continental ist hingegen recht laut, sorgt aber für einen geringen Sprit­verbrauch. Der Kumho glänzt auf nasser Fahr­bahn, er ist der lauteste der drei Reifen, beim Sprit­verbrauch liegt er in der Mitte. Alle drei Modelle über­zeugen mit einer hohen Lauf­leistung.

Hohe Lauf­leistung, nied­riger Preis

Am längsten im Test­feld der 225er Reifen rollt indes der Michelin Primacy 4. Mit einem Stück­preis von 154 Euro ist er jedoch ziemlich teuer. Zudem hat er leichte Schwächen auf nasser Fahr­bahn. Der mit 96 Euro zweitgüns­tigste Pneu im Test­feld ist der Esa+Tecor Spirit Pro. Er hat Schwächen auf trockener Straße, fährt gut auf nasser Fahr­bahn und hat eine fast so hohe Lauf­leistung wie der Michelin.

Der mit 90 Euro güns­tigste Reifen ist der Lauf­enn S-Fit EQ+ LK01. Dem Preis­vorteil stehen jedoch Nachteile gegen­über: Das Fahr­verhalten auf nasser Straße und der Sprit­verbrauch. Der Beste im Prüf­punkt Sprit­verbrauch, der Viking ProTech NewGen (100 Euro) zeigt hingegen Schwächen beim Fahr­verhalten auf trockener und nasser Bahn.

Deutliche Unterschiede beim Bremsweg

Um bei nasser Fahr­bahn von 80 km/h auf 0 herunter­bremsen, brauchen die Besten in dieser Disziplin – Semperit, Continental und Falken – um die 33 Meter. Die Schluss­lichter Viking und Barum brauchen rund 39, der Fire­stone sogar mehr als 41 Meter. Wer mit dem Semperit schon steht, hat mit dem Fire­stone noch zirka 40 km/h drauf. Der Semperit Speed-Life 3 (126 Euro) ist zwar auf nasser Straße der Brems­stärkste, zeigt aber Schwächen bei Trockenheit. Der Fire­stone Roadhawk bremst nicht nur verhält­nismäßig lahm, er kassiert auch ein Mangelhaft auf nasser Fahr­bahn.

Alle Testergebnisse für Sommerreifen der Größe 225/50 R17.

Ziel­konflikt bei den Trans­porterreifen

Winterreifen, Sommerreifen - Das müssen Sie über Auto­reifen wissen
Kleinbus und PKW unterwegs auf der Reifen-Test­strecke. © ISP Wolfgang Grube

Zum ersten Mal hatte der ADAC im Jahr 2019 Reifen der Größe 215/65 R16 C getestet. 16 Modelle von 96 bis 153 Euro das Stück. Die Kategorie C wird vorwiegend im gewerb­lichen Bereich für Trans­porter einge­setzt (das C steht für Commercial oder Cargo). Ein Beispiel wäre der Ford Transit. Aber auch Campingmobile oder Vans wie der Volks­wagen T6 („Bully“) oder Personen­trans­porter wie der Mercedes Vito können solche Reifen nutzen.

Trans­porter fahren oft sehr viele Kilo­meter im Jahr. Deshalb ist bei den Reifen eine hohe Lauf­leistung gewünscht. Dies führt offensicht­lich zu einem Ziel­konflikt: Im Test war der Grip auf nasser Straße fünf mal befriedigend, zwei mal ausreichend und neun mal mangelhaft. Lange Brems­wege und instabile Seiten­führung monierten die Tester des ADAC.

Große Unterschiede bei der Lauf­leistung

Die Unterschiede bei der Lauf­leistung machen in der Praxis Zehn­tausende Kilo­meter aus. Der Test­beste in dieser Kategorie bei den Trans­porterreifen ist der Sava Trenta 2. Er war erst nach 80 000 Kilo­metern reif für den Reifen­wechsel, erkauft sich das aber mit einem Mangelhaft beim Brems­verhalten auf nasser Fahr­bahn.

Der Zweit­platzierte Good­year Efficient­Grip Cargo kommt bei viel besserem Fahr­verhalten auf immerhin noch fast 60 000, der spritsparende Continental ContiVanContact 200 auf gut 40 000, Testsieger und bester auf trockener Straße Apollo Altrust nur auf gut 30 000 Kilo­meter. Dafür bremst der Apollo einen Trans­porter von 80 km/h auf null in 47 Metern. Mit dem Sava steht der Wagen erst nach zirka 55 Metern. Und mit einem Pkw-Reifen statt einem Trans­porterreifen wären es unter 40 Meter.

Die voll­ständige Tabelle finden sie auf der ADAC-Website: Test 2019: Sommerreifen 215/65 R16 C

Bewertungs­kriterien im ADAC-Test

Der wichtigste Prüf­punkt war mit einem 40-prozentigen Anteil an der Gesamt­note „Fahren und Bremsen auf nasser Fahr­bahn samt Aquaplaning“. „Verhalten auf trockener Straße“ und „Verschleiß“ gingen mit je 20 Prozent in die Testnote ein, „Geräusch (innen und außen)“ sowie „Kraft­stoff­verbrauch“ mit je 10 Prozent. Der Kraft­stoff­verbrauch wird bei Fahrten mit konstant 100 km/h ermittelt. Beim Verschleiß werden erst 15 000 Kilo­meter gefahren. Daraus wird die verbleibende Lauf­leistung hoch­gerechnet bis zum Abrieb des Profils auf die gesetzliche Mindest­profiltiefe von 1,6 Milli­metern.

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