Winterreifen Test

Wer auch in der kalten Jahres­zeit stets sicher unterwegs sein will, sollte jetzt gute Winterreifen auf sein Auto montieren.

Gleich doppelt fährt ein Continental-Reifen auf Sieg. Im aktuellen Test von Winterreifen belegt der WinterContact zweimal den ersten Platz: der TS800 bei den Reifen für Kleinwagen, der TS830 bei den Mittel­klasse- und Kompakt­wagen.

Winterreifen Test

Beim Winterreifentest kommen dieselben Autos zum Einsatz wie im Test der Sommerreifen. Hier sind aber zusätzliche Prüfungen auf Schnee und Eis zu absol­vieren.

In der kleineren Größe – geprüft mit Ford Fiesta – erwiesen sich nur 3 von 14 Winterreifen als ausgewogen gut. Der sehr kraft­stoff­sparende Continental, der hier an der Spitze fährt, holt seinen Vorsprung vor den Konkurrenten vor allem auch auf Schnee heraus. Es folgt der Michelin Alpin A4. Der rollt lauter ab, ist aber noch verschleiß­fester als der Continental. Der Dritte im Bunde, der leise abrollende Dunlop, ist noch knapp gut – sowohl auf nasser Straße, auf trockener, bei Schnee wie auch bei Eis.

Ansonsten prägt viel Mittel­maß das Bild des aktuellen Tests von Winter- und Ganz­jahres­reifen. Von den Konkurrenten der erst­platzierten Reifen mussten die Tester etliche wegen leichter Schwächen auf nasser Straße abwerten. Andere verpassten ein besseres Gesamt­urteil, weil sie auf trockener Fahr­bahn leichte Schwächen zeigten. Ausgerechnet auf Schnee war der neu entwickelte, ansonsten gute und sehr verschleiß­feste Kleinwa­genreifen Good­year Ultra­Grip 8 nur befriedigend. Bei unseren Test­fahrten auf dem Schweizer Nufenenpass fiel in den Kurven seine etwas geringere Seiten­führung auf.

Längerer Bremsweg mit dem Falken

Schluss­licht in der Kleinwagengröße ist jedoch der Falken Euro­winter HS439, der auf Schnee nur ausreichend fährt und bremst. Die Reifen drehen beim Anfahren schneller durch und die Brems­wege sind mit ihm länger als mit den anderen Reifen.

Auf Eis sind die meisten Reifen gut. Nur Formula Winter und Fire­stone Winterhawk 2 Evo verpassten das Gut knapp. Formula hat einen etwas längeren Bremsweg, der Fire­stone bricht in Kurven etwas eher aus.

0,3 Liter Kraft­stoff sparen

Winterreifen Test

Die Schnee­prüfungen auf dem Schweizer Nufenenpass erfolgen in der Nacht – wegen der konstanten Stre­cken­temperatur.

Beim Kraft­stoff­verbrauch lagen zwischen dem besten und dem schlechtesten Reifen 0,3 Liter auf 100 km – jedenfalls bei unseren Testwagen. Das macht einen Unterschied von 5 Prozent. Über­raschend ist, dass sowohl der nied­rigste als auch der höchste Kraft­stoff­verbrauch an Reifen des gleichen Konzerns gemessen wurden: am Testsieger Continental WinterContact TS800 und am Uniroyal MS plus 6 – beide aus dem Hause der Continental AG.

Winterreifen Test

Reifenmontage im Zelt.

Die meist­verkaufte Winterreifengröße kommt auf Kompakt- und Mittel­klassewagen zum Einsatz. Wir haben sie auf Skoda Octavia Combis geprüft. In dieser Größe stehen mehr gute Winterreifen zur Auswahl. An der Spitze fährt hier wieder ein Continental WinterContact. Der Good­year Ultra­Grip 8 schneidet besser ab als in der kleineren Größe und landet knapp hinter dem Sieger gemein­sam mit dem Semperit Speed-Grip 2. Der rollt besonders kraft­stoff­sparend ab und verbraucht 0,4 Liter auf 100 Kilo­meter weniger als der schlechteste Reifen, der kaum billigere Trayal. Der gemein­sam mit Dunlop auf Platz vier folgende Michelin-Reifen ist sehr verschleiß­fest. Das dürfte vor allem die Vielfahrer freuen: Der Michelin hält doppelt so lange wie die Reifen von Falken und Kumho. Ausgewogen gut ist außerdem noch der Pirelli.

Wenig über­zeugen konnte der Falken Euro­winter HS439, der auch in der Kleinwagengröße schwächelt. Noch schlechter war nur der Trayal Arctica. Sein mangelhaftes Fahr­verhalten auf nasser Fahr­bahn führte zur Abwertung. Keine Probleme ergab der Schnell­lauftest. Alle Reifen erfüllten hier die Testan­forderungen.

Test­methode verfeinert

Neu in diesem Test sind leichte Änderungen bei der Bewertung der Winterreifen auf trockener Fahr­bahn. Hier wurde das Bremsen etwas höher gewichtet als in den vorigen Tests, um dem wichtigen Prüf­punkt Bremsweg ein höheres Gewicht zu geben. Nur fünf der größeren Reifen bremsen im Winter auf trockener Straße gut, bei den kleineren Reifen sogar nur zwei: der Testsieger Continental und der Vrede­stein.

Für das flache Land & die große Stadt

Optimal bereift ist, wer sein Auto im Sommer mit guten Sommerreifen und im Winter mit guten Winterreifen ausstattet. Als jähr­liche Wechsel­termine haben sich Ostern und Oktober einge­spielt.

Zahlreiche Auto­fahrer wollen sich jedoch – vor allem bei Klein- und Zweitwagen mit geringer jähr­licher Kilo­meter­leistung – den Aufwand und die Kosten der saison­alen Umbe­reifung sparen. Sie fragen nach Ganz­jahres­reifen. Der typische Interes­sent wohnt auf dem flachen Land oder im Norden Deutsch­lands. Häufig sind es auch Groß­städter, die bei heftigem Winterwetter das Auto stehen lassen und mit öffent­lichen Verkehrs­mitteln fahren können.

Nichts für Taxifahrer und Vertreter

Weniger sinn­voll sind Ganz­jahres­reifen bei einer hohen jähr­lichen Fahr­leistung. Wer zudem, wie Taxifahrer oder Handels­vertreter, bei jedem Wetter auf sein Auto angewiesen ist, sollte keine Kompromisse eingehen und jeweils gute Sommer- oder Winterreifen montieren. Die Mehr­kosten für den zweiten Reifen­satz relati­vieren sich durch die längere Nutzungs­dauer. Ein Vorteil, von dem Wenigfahrer nicht profitieren, da Reifen nach etwa sechs Jahren erneuert werden sollten, ganz gleich wie viel Milli­meter Profil noch übrig sind. Die gesetzlich erlaubte Mindest­profiltiefe von 1,6 Milli­metern ist zu wenig – bei 4 Milli­meter sollte man die Winterreifen erneuern.

Allwetterreifen im noch härteren Test

Winterreifen Test

Die Ganz­jahres­reifen müssen sich auf Eis und Schnee mit den Winterreifen, auf trockener und nasser Straße dagegen mit den Sommerreifen messen.

Ganz­jahres­reifen erfüllen durch ihre M+S-Kenn­zeichnung (für Matsch + Schnee) sowie das Schnee­flocken­symbol auf der Flanke alle recht­lichen Anforderungen der neuen Winterreifen­ver­ordnung. Wie die Allwetterreifen mit den Winter- und Sommerreifen mithalten können, zeigt unser Test von sieben Modellen der Kleinwagengröße 175/65 R14 T.

Sie wurden wie die Winterreifen gleicher Größe auf Ford Fiesta geprüft. Auf Schnee und Eis mussten sich die Allrounder mit den Winter­profis messen, auf nasser und trockener Straße mit den Sommerreifen. So gesehen sind die Testan­forderungen härter als bei den Winterreifen, von denen kaum jemand gute Sommer­eigenschaften erwartet. Die Ergeb­nisse der Ganz­jahres­reifen lassen sich deshalb nicht mit denen der Winterreifen in diesem Test sowie in früheren Veröffent­lichungen vergleichen.

Barum und Good­year am besten

Einer der beiden empfehlens­werten Ganz­jahres­reifen ist der ausgewogen befriedigende Barum Quartaris. Leider hat der Anbieter nach Abschluss des Tests mitgeteilt, die Herstellung des Reifens einzustellen.

Bleibt noch der ebenfalls befriedigende und zudem sehr verschleiß­feste Good­year Vector 4Seasons. Seine Schwäche ist der etwas längere Bremsweg auf trockener Straße. Die anderen Ganz­jahres­reifen bekamen den Spagat zwischen Winter- und Somm­ereignung weniger gut hin: Relativ brauch­baren Resultaten auf trockener Fahr­bahn stehen bei ihnen Schwächen auf Schnee oder beim Hand­ling und Bremsen auf nasser Straße gegen­über.

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