Winterreifen Test

Sicher unterwegs sind Auto­fahrer in der kalten Jahres­zeit nur mit Winterreifen. Doch längst nicht alle getesteten Reifen erreichen das Qualitäts­urteil gut. Als güns­tiger Kompromiss empfehlen sich Ganz­jahres­reifen, vor allem für Klein­wagen, die nur wenig fahren. Im Test: insgesamt 30 Winter- sowie 7 Ganz­jahres­reifen.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuel­leren Test: Winterreifen.

Kleinwagen: nur 3 von 14 ausgewogen gut

Die Stiftung Warentest hat 14 Winter- und 7 Ganz­jahres­reifen in der Größe 175/65 R14 T für Kleinwagen sowie 16 Winterreifen in der Größe 195/65 R15 T für Kompakt- und Mittel­klassewagen auf den Prüf­stand und auf die winterliche Piste geschickt. In der kleineren Größe – geprüft mit Ford Fiesta – waren nur 3 von 14 Winterreifen ausgewogen gut. Ansonsten prägt viel Mittel­maß das Bild: Etliche Reifen mussten die Tester wegen leichter Schwächen auf nasser Straße abwerten. Andere verpassten ein besseres Gesamt­urteil, weil sie auf trockener Fahr­bahn leichte Schwächen zeigten. Ein ansonsten guter und sehr verschleiß­fester Kleinwa­genreifen war ausgerechnet auf Schnee nur befriedigend. Bei den Test­fahrten auf dem Schweizer Nufenenpass fiel in den Kurven seine etwas geringere Seiten­führung auf.

Längerer Bremsweg mit dem Falken

Schluss­licht in der Kleinwagengröße ist der Falken Euro­winter HS439, der auf Schnee nur ausreichend fährt und bremst. Die Reifen drehen beim Anfahren schneller durch und die Brems­wege sind mit ihm länger als mit den anderen Reifen. Auf Eis sind dagegen die meisten Winterreifen gut. Nur zwei Modelle verpassten das Test­urteil Gut hier knapp. Einer hat einen etwas längeren Bremsweg, der andere bricht in Kurven etwas eher aus.

0,3 bis 0,4 Liter Kraft­stoff sparen

Bei den Test­fahrten zum Kraft­stoff­verbrauch lagen zwischen dem besten und dem schlechtesten Kleinwa­genreifen 0,3 Liter auf 100 km, bei der zweiten Test­größe – die meist­verkaufte Winterreifengröße für Kompakt- und Mittel­klassewagen – verbraucht der beste sogar 0,4 Liter auf 100 Kilo­meter weniger als der schlechteste Reifen. Das macht einen Unterschied von etwa 5 Prozent.

Mittel­klassewagen: mehr Gute Reifen

Bei den größeren Reifen gab es im Test mehr gute Fabrikate zur Auswahl. Gleich sechs Reifen erreichten das test-Qualitäts­urteil Gut. Darunter ist der Reifen mit der besten Verschleiß­festig­keit. Er hält doppelt so lange wie der schlechteste Reifen in dieser Disziplin. Ebenfalls unter den guten Reifen ist der mit dem geringsten Kraft­stoff­verbrauch: 0,4 Liter weniger als der schlechteste Reifen im Test, der Trajal Arctica. Doch der Trajal verbraucht nicht nur viel Sprit: Mit mangelhaften Noten auf nasser und trockener Fahr­bahn schneidet er auch im Gesamt­urteil als einziger nur mangelhaft ab.

Ganz­jahres­reifen als Kompromiss

Ganz­jahres­reifen erfüllen durch ihre M+S-Kenn­zeichnung (für Matsch + Schnee) sowie das Schnee­flocken­symbol die Anforderungen der neuen Winterreifen­ver­ordnung. Sieben Ganz­jahres­reifen der Kleinwagengröße waren mit im Test. Zwei davon empfehlen sich für Wenigfahrer, die auf dem flachen Lande wohnen, mit ausgewogen befriedigenden Eigenschaften. Auf einen etwas längeren Bremsweg bei trockener Straße muss sich Auto­fahrer jedoch einstellen. Die anderen Ganz­jahres­reifen im Test bekamen den Spagat zwischen Winter- und Somm­ereignung weniger gut hin: Relativ brauch­baren Resultaten auf trockener Fahr­bahn stehen bei ihnen Schwächen auf Schnee oder beim Hand­ling und Bremsen auf nasser Straße gegen­über.

Dieser Artikel ist hilfreich. 1673 Nutzer finden das hilfreich.