Aus der Praxis: Wissens­wertes rund um Winterreifen

Winterreifen Test

Winterreifen­pflicht. Einen festen Zeitraum, in dem Winterreifen montiert sein müssen, gibt es nicht. Das Wetter entscheidet über die Bereifung. Wer bei Glatt­eis, Schnee­glätte, Schnee­matsch, Eis- oder Reifglätte mit Sommerpneus unterwegs ist, riskiert ein Bußgeld von 60 Euro und einen Punkt in Flens­burg. Ein Fahrer, der mit Sommerreifen liegenbleibt und andere behindert, kassiert zwar auch einen Punkt, bezahlt aber 80 Euro. Zudem riskiert er, dass die Versicherung ihm bei einem Unfall eine Mitschuld gibt und weniger zahlt.

Kenn­zeichnung. Ein Winterreifen muss als Winterreifen gekenn­zeichnet sein. Das Zeichen M+S für „Matsch und Schnee“ genügt. Allerdings tauchen im Handel immer wieder nicht wintertaugliche M+S-Reifen auf. Aussagekräftiger ist das Signet „Schnee­flocke im Berg“ des amerikanischen Straßen­amts NHTSA. Ein Reifen mit diesem Symbol wurde in seiner Traktion auf Schnee geprüft, er dreht beim Anfahren nicht so schnell durch wie ein Sommerreifen.

Profiltiefe. Laut Gesetz dürfen Reifen bis auf 1,6 Milli­meter Profiltiefe abge­fahren werden. Das ist für Schnee und Eis zu wenig. Auto­fahrer sollten Winterreifen bei 4 Milli­metern austauschen.

Rad- oder Reifen­wechsel. Im Herbst Winter- statt Sommerreifen auf die Felgen ziehen zu lassen, kostet schnell 100 Euro. Die Alternative: Einen zweiten Satz Felgen für die Winterpneus kaufen. Stahlfelgen gibt es für weniger als 200 Euro. Nach dem zweiten Radwechsel haben sich Felgen amortisiert. Warum Stahlfelgen? Die sind billiger als Alufelgen und auf jeden Fall schnee­ketten­fest. Manche Fahr­zeuganbieter lassen allerdings keine Stahlfelgen für ihre Autos zu.

Wechsel­termin. Nach dem ersten Schnee kommt es in der Werk­statt erfahrungs­gemäß zu Warte­zeiten und Engpässen bei bestimmten Reifengrößen. Wählen Sie am besten schon jetzt ein gut getestetes Modell aus und lassen sie die Reifen noch im Oktober montieren. Wichtig: Die neuen Reifen müssen die gleichen Buch­staben auf dem Reifenlabel haben wie in der Tabelle. Nur dann ist sicher­gestellt, dass es sich auch um die gleichen Reifen handelt.

Winterreifen im Sommer. Grund­sätzlich können die Winterräder auch im Sommer gefahren werden. Allerdings ist die Gummi­mischung von Winterreifen auf nied­rige Temperaturen ausgelegt. Bei sommerlichen Temperaturen verschlechtert sich die Seiten­führung deutlich und der Bremsweg wird länger.

Dieser Artikel ist hilfreich. 100 Nutzer finden das hilfreich.