Winterreifen sollen nicht nur bei Eis und Schnee für sicheres Fahren sorgen: Viel häufiger steht Nässe auf der Fahr­bahn. Doch damit kommen deutlich weniger Modelle zurecht. Nur jedes siebte Testmodell über­zeugt bei jedem Wetter. Im Test: 35 Winterreifen (Preise: 33 - 85 Euro pro Reifen), davon 16 der Größe 165/70 R14 T und 19 der Größe 205/55 R16 H. Insgesamt fünf Modelle schneiden gut ab.

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TestWinterreifen22.09.2015
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Stark im Schnee – schwach bei Nässe

Während das Test­auto im Schnee sauber seine Spuren durch den teils lockeren, teils fest­gefahrenen Schnee zieht – wird die Reise im Regen zum Risiko. In Kurven schiebt der Wagen über die Vorderräder nach außen. Das gute Fahr­gefühl aus den Schnee­lagen ist dahin. Grund: Das Auto ist auf Billigwinterreifen unterwegs, die beim Fahren auf nasser Fahr­bahn deutliche Schwächen offen­baren.

Wenige sind Alleskönner

28 von 35 geprüften Reifen erreichten gute Noten auf Schnee – aber nur 12 bekamen ein Gut für die Fahr­eigenschaften auf nasser Fahr­bahn. 4 Reifen fielen sogar ganz durch, weil sie auf nasser Fahr­bahn versagten: sie zeigten eine unzu­reichende Seiten­führung, bremsten mangelhaft, und die Fahrer fühlten sich nicht sicher.

Gute Reifen können Leben retten

Der Qualitäts­unterschied zwischen guten und schlechten Reifen zeigt sich besonders eindrucks­voll beim Bremsen auf nasser Fahr­bahn: Zwischen dem am besten und dem am schlechtesten verzögernden Reifen lagen im Test 13 Meter Bremsweg. Das entspricht rund drei Wagenlängen eines VW Polo. Anders ausgedrückt: Während das Auto auf guten Reifen nach einer Voll­bremsung bei Tempo 80 schon steht, rauscht der billig bereifte Wagen dem voraus­fahrenden Auto mit etwa 40 Stundenkilo­metern ins Heck.

Billig ist teurer

Nicht mal ihr geringer Verschleiß taugt als Argument für den Kauf billiger Auto­reifen, denn auch Modelle, die bei Nässe gut bremsen, können lange halten. Und wer viel fährt, sollte darauf achten, wie stark die Reifen den Kraft­stoff­verbrauch des Autos beein­flussen. Zwischen dem besten und dem schlechtesten liegen fast 6 Prozent Unterschied. Der am ökonomischsten rollende Kompakt­wagenreifen nimmt pro 100 Kilo­meter rund 0,3 Liter weniger Sprit als der schlechteste Reifen im Test.

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