Winterreifen Meldung

Autofahrer müssen noch in dieser Woche Winterreifen haben, wenn sie auf verschneiten oder vereisten Straßen unterwegs sind. Wer mit Sommerreifen erwischt wird, zahlt mindestens 40 Euro Bußgeld, wenn er andere gefährdet 80 Euro. Der Bundesrat hat der Winterreifenpflicht zugestimmt.

Reifen mit M+S- oder Schnee­flocken­symbol

Bei Schnee, Schnee­matsch und Eis müssen Auto­fahrer Winterreifen haben. Bisher verlangt die Straßenverkehrs­ordnung eine „geeignete Bereifung“. Die Reifen müssen jetzt mit dem Signet M+S – für Matsch und Schnee – oder mit dem Schnee­flocken­symbol gekenn­zeichnet sein. Auch die meisten Ganz­jahres­reifen tragen eines dieser Symbole und sind damit für den Winter­einsatz geeignet. Die Neuregelung soll noch in dieser Woche im Bundes­gesetz­blatt verkündet werden und in Kraft treten, sagt ein Sprecher des Bundes­verkehrs­ministeriums. Bei Bussen mit mehr als acht Sitz­plätzen und Lkw mit mehr als 3,5 Tonnen Gewicht genügen Winterreifen auf der Antriebs­achse. Nutzfahr­zeuge der Land- und Forst­wirt­schaft sind von der Winterreifen­pflicht ausgenommen.

Von Oktober bis Ostern

Sinn­voll – aber nicht vorgeschrieben – ist es, von Oktober bis Ostern mit Winterreifen zu fahren. Sie sollten eine Profiltiefe von vier Milli­metern nicht unter­schreiten. Zwar schreibt die Straßenverkehrs­ordnung nur eine minimale Tiefe von 1,6 Milli­metern vor. Mit so wenig Profil haften die Lamellen aber nicht mehr ausreichend auf dem Boden. Wer bei Schnee, Eis, Reif oder Matsch mit Sommerreifen unterwegs ist, muss künftig doppelt so viel Bußgeld zahlen wie bisher: 40 statt 20 Euro und bei Verkehrs­gefähr­dung sogar 80 statt 40 Euro. Winterreifen-Muffel, die durch ihre falschen Reifen den Verkehr gefährden, müssen zusätzlich mit einem Punkt in der Flens­burger Verkehrs­sünderdatei rechnen. Wer mit dem Wagen in den Winter­urlaub fährt, kann sich über die Regelungen im europäischen Ausland informieren.

Wann der Versicherer zahlt

Auto­fahrer, die bei Schnee oder Glatt­eis mit Sommerreifen in einen Unfall verwickelt werden, setzen auch ihren Versicherungs­schutz aufs Spiel. Der Kasko­versicherer kann einen Teil der Leistung verweigern, weil ein Auto­fahrer ohne Winterreifen sich nicht auf die winterlichen Bedingungen einge­stellt hat und grob fahr­lässig handelt. Der Kfz-Haft­pflicht­versicherer kann den Fahrer allerdings nicht in Mithaftung nehmen, wenn ein Unfall auf falsche Reifen zurück­zuführen ist. Das hat der Gesetz­geber so geregelt.

Gute Winterreifen

Welche Winterreifen etwas taugen, zeigt die Untersuchung von 28 Modellen. Testsieger bei Reifen der Größe 185/65 R15 sind drei Modelle – der Dunlop SP Winter Sport 3D für 69 Euro, der Good­year Ultra­Grip 7+ für 70 Euro und der Tecar Super Grip 7 für 66 Euro. Bei Reifen der Größe 225/45 R17 für Kompakt- und Mittel­klasseautos schneiden der Michelin Alpin A4 für 187 Euro und der Continental WinterContact TS830P für 183 Euro mit gut ab. Der Michelin hält noch etwas länger.

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