Autofahrer müssen im Winter mit geeigneter Bereifung unterwegs sein. Wir haben Winter- mit Ganzjahresreifen verglichen, „gute“, aber auch „mangelhafte“ gefunden.

Noch immer verzichten viele Autofahrer darauf, ihre Autos in der kalten Jahreszeit mit Winterreifen auszurüsten. Die Begründungen für dieses riskante Verhalten sind vielfältig. Die einen scheuen die zusätzlichen Kosten, andere – vorwiegend Kleinwagenbesitzer – fahren so wenig, dass sich zwei Reifensätze nicht abfahren lassen, bevor die Gummis durch Alterung verspröden und unbrauchbar werden. Für die erste Gruppe haben wir diesmal 13 besonders preiswerte Winterreifen der Größe 195/65 R15 unter die Lupe genommen, darunter auch zwei runderneuerte. Den Wenigfahrern ist vielleicht mit einem Ganzjahresreifen gedient. Unter den 19 Winterreifen der Größe 185/60 R14 sind deshalb diesmal auch fünf Allwetterpneus. Spitzenreiter unter den Ganzjahresreifen ist der „gute“ Goodyear Vector 5+, dessen Vorgänger uns seit mehreren Jahren als Referenzreifen beim Test von Sommer- und Winterreifen diente. Der zweitplazierte Allwet­terreifen, der Hankook Centum H 720, verfehlte die Note „gut“ knapp. Er ist etwas weniger verschleißfest als der Goodyear Vector 5+. Bei beiden Allwetterpneus wird deutlich, dass sie vollwertige Winterreifen sind und gleichzeitig brauchbare Sommereigen­schaften haben.

Einen ordentlichen Kompromiss zwischen Sommer- und Wintereignung bietet auch der Vredestein Quatrac 2, dessen Verschleißfestigkeit aber nochmals eine Note schlechter war („befriedigend“). Versucht man dagegen, einem Sommerreifen gute Wintereigenschaften anzuzüchten, fällt der Vergleich zu den Winterprofis schlechter aus. Der Pirelli P2500 ist „gut“, solange es trocken ist, der Dunlop SP4 All Seasons auch bei Nässe, auf Schnee verlieren sie aber erheblich an Haftung.

Fazit: Bei wenig gefahrenen Kleinwagen, die auch im Sommer mit T-Reifen (maximal 190 km/h erlaubt) bestückt sind, kann man sich das Umbereifen sparen und durchgehend einen Ganzjahresreifen benutzen. Bei höherer Jahresfahrleistung rechnet sich aber auch in dieser Fahrzeugklasse ein Satz „guter“ Winterreifen.

Nicht am Preis sparen

Ein Satz „guter“ Winterreifen der Größe 195/65 R 15, der auf Kompakt- und Mittelklassefahrzeuge passt, kann leicht 300 Euro kosten. Es gibt aber auch eine Reihe weniger namhafter Produkte zum Sparpreis. Dass hier vor allem an der Qualität gespart wird, beweist unser Test von 13 besonders preiswerten Fabrikaten. Sie kosten nur zwischen 45 und 66 Euro. Die Testbilanz ist aber enttäuschend: Mehr als jeder zweite Reifen (7 von 13) ist „mangelhaft“, einer „ausreichend“ und kein einziger „gut“. Unter den fünf „befriedigenden“ Reifen sind auch zwei runderneuerte für 45 und 46 Euro. Damit sind sie die preiswertesten Reifen im Test. Dieses Preisniveau ist möglich, weil es sich um aufbereitete Altreifen handelt, auf die nach gründlicher Prüfung der Karkasse eine frische Lauffläche mit einem gängigen Winterreifen-profil aufvulkanisiert wird. Dass diese kostensparende Variante kein Sicherheitsrisiko darstellt, zeigten die Runderneuerten bei der Schnelllaufprüfung. Bei dieser Prüfung gehen wir über die für T-Reifen erlaubten 190 km/h hinaus. Nicht nur sie, auch alle anderen Reifen im Test haben diese Prüfung ohne Einschränkungen bestanden.

Nicht akzeptable Bremswege

Viele der preiswerten Winterreifen bieten auf Schnee „gute“ bis „sehr gute“ Leistungen, fallen aber auf nasser Fahrbahn unangenehm auf. Bremswege, die um einige Wagenlängen länger sind als bei den teureren Markenreifen, sind nicht akzeptabel. Eine ausgewogene Qualität auf hohem Niveau ist das Entwicklungsziel beim Autoreifen. Die meisten Billigreifen konnten diesen Anspruch jedoch nicht in ausreichendem Maße erfüllen. Unsere Empfehlung lautet, nicht an der Sicherheit zu sparen und lieber auf einen der besseren Markenreifen aus dem letzten Test auszuweichen . Die „guten“ Fabrikate haben wir mit aktualisierten Preisangaben in der kleinen Tabelle auf der Seite 85 aufgeführt. Der Vorjahres-Testsieger Goodyear Ultragrip 7 hat auch in diesem Test als Referenzreifen sein gute Form bestätigt.

Reifen richtig lagern

Die Frage, wie ich meine Reifen richtig lagere, kann von großer Bedeutung für die Haltbarkeit sein. Trocken, kühl und dunkel ist der ideale Aufbewahrungsort. Kompletträder auf Felgen können sowohl flach gestapelt, als auch hochkant nebeneinandergestellt werden. Es gibt handelsübliche „Felgenbäume“, bei denen die Reifen übereinander mit Abständen platziert werden und Wandhalter für Keller oder Garage. Vor dem Einlagern sollten die Räder gereinigt, der Fülldruck erhöht werden. Bei der Sichtprüfung ist auf Beschädigungen zu achten, Fremdkörper, wie zum Beispiel Steine oder Scherben, sollten aus den Profilrillen entfernt werden und die Position am Fahrzeug (vorn rechts usw.) markiert werden. Wenn die gemessene Profiltiefe bei Sommerreifen weniger als drei und bei Winterreifen weniger als vier Millimeter beträgt, lohnt sich die Einlagerung nicht mehr. Vor der nächsten Saison sind dann neue Pneus fällig.

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