Winterreifen Test

Jetzt ist der richtige Zeit­punkt zum Reifen­wechsel: Von Oktober bis Ostern fahren Autos besser auf Winterreifen. Aber nicht alle Winterreifen bringen Grip in allen Fahr­situationen: Drei Reifen im Test zeigten Schwächen auf nasser Fahr­bahn. Ihr Urteil lautet mangelhaft. Immerhin acht Fabrikate schafften ein Gut. Insgesamt im Test: 31 Winterreifen für Klein-, Kompakt- und Mittel­klassewagen.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuel­leren Test: Winterreifen.

Seit 2010 droht Bußgeld

Schnee und Eis, Kälte und Nässe: Nur Winterreifen halten bei solchen Bedingungen das Auto sicher auf der Straße. Ihr feingezacktes Lamellen­profil sorgt für eine bessere Verzahnung des Reifens mit dem Unter­grund. Die Gummi­mischung von Winterreifen ist weicher und bleibt auch bei nied­rigen Temperaturen noch elastisch, während der Sommerreifen­gummi mit abnehmender Temperatur immer mehr verhärtet. Wegen dieser Über­legenheit fordert der Gesetz­geber seit 2010: „Bei Kraft­fahr­zeugen ist die Ausrüstung an die Wetter­verhält­nisse anzu­passen. Hierzu gehört insbesondere eine geeignete Bereifung.“ Wer bei Glatt­eis, Schnee­glätte, Schnee­matsch, Eis- oder Reifglätte fährt, braucht Winterreifen. Verstößt ein Auto­fahrer gegen diese Vorschrift, riskiert er ein Bußgeld von mindestens 40 Euro und einen Punkt im Flens­burger Zentral­register.
Meldung: Winterreifen: Für Autofahrer jetzt Pflicht

Von Oktober bis Ostern

Jetzt im Oktober ist die richtige Zeit, um Winterreifen zu montieren. Tipp: Vor der Montage Profiltiefe checken. Bei weniger als 4 Milli­meter steht ein Neukauf an. Bei der Auswahl des richtigen Reifens hilft die Stiftung Warentest: In einem interna­tionalen Gemein­schafts­test hat sie 31 Winterreifen in zwei Größen getestet – auf VW Polo und auf Skoda Octavia Combi. Unter anderem am abge­sperrten Schweizer Nufenenpass und in der Wolfs­burger Eissport­halle. Ergebnis der aufwendigen Tests: Nicht jeder Winterreifen kommt mit dem Winter klar. Die Ergeb­nisse reichen von gut bis mangelhaft.

Reifen für Kleinwagen

In der Kleinwagengröße präsentieren sich drei gute Winterreifen von Michelin, Continental und Pirelli – alles Markenreifen im höheren Pressegment. Aber es gibt auch preis­wertere Alternativen: Die Reifen von Barum, Sava und Marshal etwa verpassten die Note Gut nur um ein bis zwei Zehntel. Schluss­licht unter den Kleinwa­genreifen ist der Premiorri ViaMaggiore aus der Ukraine. Bei Nässe ist er mangelhaft und auch auf trockener Straße nur ausreichend. Auf dem Hand­lingkurs war er schwer in der Spur zu halten. Kaum besser ist der chinesische Effiplus Epluto 1. Er kommt beim Bremsen auf Nässe zwei bis drei Wagenlängen später zum Stehen als die besten Reifen. Ausreichend ist der spar­same GTRadial Champiro­Winter­Pro. Er kommt auf Schnee nur schwer vom Fleck.

Reifen für Mittel­klassewagen

Fünf gute Winterreifen stehen in der Kompakt- und Mittel­klassewagengröße zur Auswahl. Continental und Michelin bilden die Doppelspitze mit zwei sehr verschleiß­festen Reifen. Auf Schnee, Eis und auf trockener Straße unterscheiden sich die weiteren drei guten 205er Reifen nicht voneinander. Der einzige mangelhafte Reifen dieser Größe ist der Syron Everest 1. Bei nasser Fahr­bahn ist sein Fahr­verhalten kritisch, vor allem die Seiten­führung und das Hand­ling. Der Reifen reagiert nicht präzise auf Lenkbefehle.

Ganz­jahres­reifen: Keine Kompromisse

Optimal sind Sommerreifen im Sommer und Winterreifen im Winter. Ganz­jahres­reifen sind ein Kompromiss: Im Winter greift ihr Profil nicht so gut wie das von Winterreifen. Bei Hitze ist mit längeren Brems­wegen zu rechnen als mit Sommerreifen. Einziger Vorteil von Ganz­jahres­reifen: Auto­fahrer sparen sich das Geld für einen Satz Felgen und die wieder­kehrenden Montagekosten.

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