Windows XP Service Pack 2 Schnelltest

Nach dem Ärger mit einer ganzen Serie von Sicherheitslücken will Microsoft mit dem Service Pack 2 für Windows XP jetzt reinen Tisch machen. 265 Megabyte Daten sollen alle Löcher stopfen und jeden Hacker draußen halten. Schon jetzt ist klar: Das wird nichts. Es sind bereits wieder neue Tricks bekannt geworden, wie sich Hacker in Windows-Computer schleichen und dort Unheil stiften können. Trotzdem: Das große Sicherheitsupdate für Windows XP verspricht ein deutliches Plus an Sicherheit. test.de hat das Service Pack 2 unter die Lupe genommen und sagt, wo es sicher ist und wo Lücken bleiben.

Sicherung vor Update

Vor der Sicherheit steht die Installation. Das Service Pack 2 bringt tiefgreifende Änderungen im Betriebssystem. Das birgt Risiken. Im schlimmsten Fall kann die Installation dazu führen, dass der Rechner sich nicht mehr starten lässt und sämtliche Daten verloren gehen. Auf jeden Fall gilt: Bei Beginn der Installation sollte unbedingt eine vollständige Sicherung aller Daten bereitliegen.

CD frei Haus

Die Installation selbst macht keine Schwierigkeiten. Der einfachste und bequemste Weg führt über CD. Microsoft liefert sie kostenlos. Dafür dauerts mehrere Wochen, bis das Update im Briefkasten liegt. Als Zugabe zu verschiedenen Computerzeitschriften ist die CD sofort verfügbar. Möglich ist auch der Download. Selbst mit DSL-Anschluss dauert es jedoch eine ganze Weile, bis das 265 Megabyte große Programmpaket angekommen ist. Mit einfachem ISDN-Anschluss vergehen weit über 10 Stunden, bis das Sicherheitsupdate komplett ist, und per Telefon dauerts noch etwas länger. Auch über das Online-Update lässt sich das Service Pack 2 installieren. Das spart Daten, weil gezielt nur geladen wird, was wirklich fehlt. Bei den meisten Systemen reichen 60 bis 100 Megabyte aus, um den aktuellen Stand der Sicherheit zu erreichen. Wer sein Windows regelmäßig aktualisiert hat, kann auch mit noch wesentlich weniger neuen Daten zum Service Pack 2 kommen.

Einfach zu installieren

Die eigentliche Installation dauert unter normalen Umständen 20 bis 30 Minuten. Bei betagten PCs allerdings kann sehr viel mehr Zeit nötig sein, um die Programmänderungen zu installieren. So oder so ist zusätzlich gut eine halbe Stunde nötig, um nach der Installation die Einstellungen zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen.

Probleme im Einzelfall

Einige Anwendungsprogramme haben Schwierigkeiten mit dem Service Pack 2. Nach der Installation des Sicherheitspakets funktionieren sie nicht mehr oder nicht mehr vollständig. Inzwischen haben jedoch fast alle Anbieter reagiert und halten entsprechende Anpassungen zum Download bereit. Microsoft hat eine Liste mit Problem-Programmen zusammengestellt. Noch viel ärgerlicher: Auf einzelnen Rechnern lässt sich das Service Pack 2 gar nicht installieren. Das Risiko einer solchen Inkompatibilität steigt mit zunehmendem Alter des Rechners.

Gewinn an Sicherheit

Wenn die Installation gelingt, nimmt die Sicherheit deutlich zu. Wichtigste Neuerung: Das Service Pack 2 ergänzt Windows XP um ein so genanntes Sicherheitscenter. Es schlägt Alarm, wenn kein aktueller Virenscanner aktiv ist oder die Firewall Schwierigkeiten meldet. Wichtigster Fortschritt: eine neue Firewall. Sie ist standardmäßig aktiviert, einfach zu benutzen und funktioniert zuverlässig. Sie blockt Zugriffe von außen ab. Wenn vom Computer aus auf eine Adresse im Internet zugegriffen wird, lässt die Firewall die Verbindung zu.

Schutz mit Lücken

Der Schutz ist allerdings nicht lückenlos: So wird bei Einrichtung eines lokalen Netzwerks standardmäßig die Datei- und Druckerfreigabe aktiviert. Werden dann wie bei Netzwerken üblich Firewall-Ausnahmen für bestimmte Zugriffe von außen zugelassen, erfassen sie auch diese Freigaben. Ohne Veränderung der (Vor-)Einstellungen lässt die Firewall anschließend auch aus dem Internet jenseits des lokalen Netzwerks heraus Zugriffe auf freigegebene Dateien und Drucker zu. Hacker bekommen dadurch die Chance zum Zugriff. Sie können Daten ausspähen und unter Umständen auch die Kontrolle über den Rechner übernehmen. Ebenfalls zu beachten: Bei jeder Freigabe der Verbindungen ins Internet entstehen Lücken, die Angriffe ermöglichen.

Auf der sicheren Seite

Zusätzliche Sicherheit bringt eine weitere Maßnahme: Microsoft verabschiedet sich von der always-on-Strategie. Anders als bisher werden bei Installation des Service Packs 2 nicht alle Funktionen per Voreinstellung aktiviert, sondern im Interesse der Sicherheit alle Dienste zunächst abgeschaltet. Die Folge: Es werden so wenige Schnittstellen und Verbindungsmöglichkeiten wie möglich geöffnet. Das Risiko von Hacker-Attacken sinkt deutlich.

Leichtsinn bleibt gefährlich

Auch mit Service-Pack 2 gilt: Leichtsinn beim Surfen oder das Öffnen von Dateianhängen unverlangt eingesandter E-Mails ist gefährlich. Wer mit geringen Sicherheitseinstellungen im Internet unterwegs ist und leichtfertig Sicherheitswarnung übergeht, ist auch mit Service Pack 2 ein dankbares Opfer für Schadprogramme und Hacker-Attacken.

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