Wind­kraft­fonds Meldung

In Meck­lenburg-Vorpommern müssen Betreiber von Wind­kraft­anlagen künftig Einwohner und Gemeinden im Umkreis von fünf Kilo­metern um die Anlage an ihrem Unternehmen beteiligen. Das schreibt ein Bürgerbe­teiligungs­gesetz vor, dass der Schweriner Land­tag am 20. April 2016 verabschiedet hat.

20 Prozent der Geschäfts­anteile für Anwohner und Kommunen

Laut Gesetz müssen die Betreiber der Anlagen 20 Prozent der Geschäfts­anteile Kommunen und Anwohnern anbieten, die sich in einem Umkreis von fünf Kilo­metern um die Anlage befinden. Alternativ können Betreiber Anwohner und Gemeinden durch ermäßigte Strom­preise, Ausgleichs­abgaben oder Spar­einlagen an den Gewinnen der Wind­anlagen beteiligt werden. Mit den Maßnahmen will die Landes­regierung mehr Akzeptanz für Wind­kraft­anlagen in der Bevölkerung erreichen. Die Vereinigung der Unter­nehmens­verbände in Meck­lenburg-Vorpommern hat das Gesetz als zu bürokratisch kritisiert und fürchtet, dass es potenzielle Investoren abschre­cken könne.

Anteils­erwerb – attraktiv für Bürger?

Das Gesetz verpflichtet Projekt­träger, für neue Wind­parks eine Gesell­schaft zu gründen und Anteile von mindestens 20 Prozent dieser Gesell­schaft den unmittel­baren Nach­barn zur Beteiligung anzu­bieten. Ein Anteil darf maximal 500 Euro kosten. Der Kauf solcher Anteile an einem Unternehmen ist für Bürger jedoch nicht risikofrei. Als Mitunternehmer des Wind­kraft­unter­nehmens werden sie zwar an Gewinnen beteiligt. Läuft bei dem Unternehmen etwas schief, müssen sie jedoch auch für Verluste haften.

Spar­produkt ist die sicherere Alternative

Sicherer für Anwohner ist da die Möglich­keit, ein Spar­produkt zu wählen, dass die Projekt­träger ebenfalls anbieten müssen. Beim Spar­produkt kann der Wind­anlagen­betreiber entscheiden, Gewinne in Höhe von 10 Prozent der Projektgesell­schaft einer Bank zu über­tragen. Bei dieser Bank können Bürger, die im Umfeld von fünf Kilo­metern um die Anlage wohnen beispiels­weise Spar­briefe oder Fest­geld­anlagen einrichten. Die Zinsen für das angelegte Geld werden aus dem Gewinn des Wind­park-Betriebs bezahlt. Die Verzinsung solcher Spar­produkte liegen in der Regel deutlich über den markt­üblichen Zins­sätzen.

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