Wildpilze sammeln und zubereiten

Pilze sammeln

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Wildpilze sammeln und zubereiten - Tipps für den sicheren Genuss
Pilz­suche. Wer Pilze sammeln will, sollte einige Regeln beachten. © Getty Images / Mirek Kijewski

Wer bei Pilzen blind zugreift, gefährdet sein Leben. Einige Pilzarten sind tödlich giftig. Generell gilt: Pilze sind nützlich. Wer sie liebt, der sollte sie schonen.

So sammeln Sie richtig

  • Abschneiden, nicht ausreißen. Schneiden Sie die Pilze dicht über dem Boden ab. Nicht ausreißen: Das Pilz­geflecht im Boden geht sonst kaputt und treibt im nächsten Jahr weniger Früchte.
  • Luftig trans­portieren. Sammeln Sie Pilze in Körben oder Papp­schalen. Die Pilze brauchen Luft. Plastiktüten und geschlossene Gefäße sind nicht geeignet. In diesen kann sich Kondens­wasser bilden, die Früchte können faulen. Pilze nie drücken oder quetschen.
  • Straßen meiden. Pilze in der Nähe von Straßen sollten Sie stehen lassen. Auto­abgase enthalten Schad­stoffe und Schwer­metalle. Pilze nehmen große Mengen davon auf.
  • Mücken- und Zecken­spray zu Hause anwenden. Wenn Sie sich mit Mücken- und Zeckenspray vor den Plage­geistern im Wald schützen möchten, sprühen Sie sich nicht erst vor Ort ein, sondern einige Zeit vor dem Pilze­sammeln. Waschen sie sich nach der Anwendung die Hände, um zu verhindern, dass der Wirk­stoff auf die Pilze übergeht.
  • Nur bekannte Pilze sammeln. Sammeln Sie nur Pilze, die Sie kennen. Es gibt keine eindeutigen Regeln, um Giftpilze zu erkennen. Pilzbücher sind hilf­reich, können aber Erfahrung nicht ersetzen. Das gilt übrigens auch für elektronische Hilfs­mittel wie Apps zur Pilz­bestimmung, die seit einigen Jahren gehäuft im Angebot sind.
  • Fachleute fragen. Holen Sie sich fach­kundigen Rat, wenn Sie unsicher sind. Die Deutsche Gesell­schaft für Mykologie e. V. führt eine Liste geprüfter Pilzsachverständiger. Vereine, Apotheken und freie Träger bieten während der Pilz­saison Anfang August bis Anfang Oktober Pilzberatung an.
  • Ein Pilz reicht. Legen Sie den Pilzberatungs­stellen keine wahl­los gesammelte Beute vor. Ein einzelner Pilz reicht, um seine Art zu bestimmen.
  • Fund­ort notieren. Machen Sie sich Notizen zum Fund­ort und nehmen Sie sie mit zur Beratungs­stelle: Laub-, Nadel- oder Misch­wald? Welche Baum­arten stehen in der Umge­bung der Pilze? Für Fachleute können das wichtige Hinweise sein.
  • Warn­schilder beachten. Sammeln Sie nicht in Regionen, in denen vor dem Fuchs­bandwurm gewarnt wird. Er reift im Darm von Füchsen. Die Eier des Parasiten werden vom Fuchs ausgeschieden. Sie können sich auf Wald­beeren oder Pilzen befinden. Essen Sie Wildpilze deshalb für alle Fälle auch nicht roh: Erhitzen auf über 60 Grad tötet die Eier des Fuchs­bandwurms. Wenn Sie unsicher sind, ob der Fuchs­bandwurm in Ihrer Pilz­region verbreitet ist, fragen Sie auf jeden Fall beim Forst­amt nach.

So schützen Sie Pilze

  • Nicht alle Pilze ernten. Sammeln Sie nur so viele Pilze, wie Sie kurz­fristig brauchen. Lassen Sie besonders kleine Exemplare stehen. Nur wenn genügend Pilze bis zur Sporen­bildung reifen, bleibt die Art erhalten. Lassen Sie auch unbe­kannte und ungenieß­bare Pilze stehen. Pilze erfüllen wichtige Funk­tionen im Wald. Das gilt auch für wurm­stichige und verfaulte Exemplare.
  • Schutz­status beachten. Steinpilze und Pfifferlinge werden immer seltener. In Deutsch­land stehen sie unter „besonderem Schutz“. Sie dürfen nur für den persönlichen Bedarf und in geringen Mengen gesammelt werden. Sehr seltene Pilzarten wie der Bronze-Röhr­ling, auch Schwarz­hütiger Steinpilz genannt, gehören gar nicht in den Sammelkorb.
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14 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

Profilbild Stiftung_Warentest am 22.10.2019 um 12:45 Uhr
Wildpilze und Schwermetalle

@Berndman: Im Wesentlichen ist die Belastung einzelner Wildpilze vom Standort bzw. vom Waldboden abhängig. Aus vorsorgendem Gesundheitsschutz sollten Erwachsene nicht mehr als 200 bis 250 Gramm Wildpilze pro Woche essen.(cr)

LUCKyFinger am 22.10.2019 um 11:37 Uhr
Praktische Hinweise. Danke!

Bisher war ich beim Sammeln der Pilze immer etwas unvorsichtig. Ich wusste gar nicht, dass man die essbaren Pilze soleicht mit den giftigen Pilzen verwechseln kann. So ein Pilzführer ist echt eine praktische Sache, den sollte cih mir zulesen.

Berndman am 17.10.2019 um 11:19 Uhr
Pilze und Quecksilber

Das wuste ich noch gar nicht, das Pilze Quecksilber aufnehmen können. Ein guter Hinweis, denn ich bin ein echter Pilzfan und esse sehr viele in der Woche. Gibt es auch Pilzarten, die unbedenklich verzehrt werden können?

Joyce496 am 01.10.2018 um 03:01 Uhr

Kommentar vom Administrator gelöscht. Grund: Spam

Profilbild Stiftung_Warentest am 22.09.2014 um 12:41 Uhr
Naturschutz

@trueffelkobi: Neben dem Trüffel dürfen außerdem Kaiserling, auch Kaiserpilz genannt, sowie Saftlinge nicht gesammelt werden. (BP)