Wildpilze sammeln und zubereiten

Pilze sammeln

17.10.2019
Wildpilze sammeln und zubereiten - Tipps für den sicheren Genuss
Wer auf Pilz­suche geht, sollte einige Regeln beachten. © Getty Images / Mirek Kijewski

Pilze sammeln will gelernt sein. Wer blind zugreift, gefährdet sein Leben. Einige Pilzarten sind tödlich giftig. Außerdem gilt generell: Pilze sind nützlich. Wer sie liebt, der sollte sie schonen.

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So sammeln Sie richtig

  • Abschneiden, nicht ausreißen. Schneiden Sie die Pilze dicht über dem Boden ab. Nicht ausreißen: Das Pilz­geflecht im Boden geht sonst kaputt und treibt im nächsten Jahr weniger Früchte.
  • Luftig trans­portieren. Sammeln Sie Pilze in Körben oder Papp­schalen. Die Pilze brauchen Luft. Plastiktüten und geschlossene Gefäße sind nicht geeignet. In diesen kann sich Kondens­wasser bilden, die Früchte können faulen. Pilze nie drücken oder quetschen.
  • Straßen meiden. Pilze in der Nähe von Straßen sollten Sie stehen lassen. Auto­abgase enthalten Schad­stoffe und Schwer­metalle. Pilze nehmen große Mengen davon auf.
  • Mücken- und Zecken­spray zu Hause anwenden. Wenn Sie sich mit Mücken- und Zeckenspray vor den Plage­geistern im Wald schützen möchten, sprühen Sie sich nicht erst vor Ort ein, sondern einige Zeit vor dem Pilze­sammeln. Waschen sie sich nach der Anwendung die Hände, um zu verhindern, dass der Wirk­stoff auf die Pilze übergeht.
  • Nur bekannte Pilze sammeln. Sammeln Sie nur Pilze, die Sie kennen. Es gibt keine eindeutigen Regeln, um Giftpilze zu erkennen. Pilzbücher sind hilf­reich, können aber Erfahrung nicht ersetzen. Das gilt übrigens auch für elektronische Hilfs­mittel wie Apps zur Pilz­bestimmung, die seit einigen Jahren gehäuft im Angebot sind.
  • Fachleute fragen. Holen Sie sich fach­kundigen Rat, wenn Sie unsicher sind. Die Deutsche Gesell­schaft für Mykologie e. V. führt eine Liste geprüfter Pilzsachverständiger. Vereine, Apotheken und freie Träger bieten während der Pilz­saison Anfang August bis Anfang Oktober Pilzberatung an.
  • Ein Pilz reicht. Legen Sie den Pilzberatungs­stellen keine wahl­los gesammelte Beute vor. Ein einzelner Pilz reicht, um seine Art zu bestimmen.
  • Fund­ort notieren. Machen Sie sich Notizen zum Fund­ort und nehmen Sie sie mit zur Beratungs­stelle: Laub-, Nadel- oder Misch­wald? Welche Baum­arten stehen in der Umge­bung der Pilze? Für Fachleute können das wichtige Hinweise sein.
  • Warn­schilder beachten. Sammeln Sie nicht in Regionen, in denen vor dem Fuchs­bandwurm gewarnt wird. Er reift im Darm von Füchsen. Die Eier des Parasiten werden vom Fuchs ausgeschieden. Sie können sich auf Wald­beeren oder Pilzen befinden. Essen Sie Wildpilze deshalb für alle Fälle auch nicht roh: Erhitzen auf über 60 Grad tötet die Eier des Fuchs­bandwurms. Wenn Sie unsicher sind, ob der Fuchs­bandwurm in Ihrer Pilz­region verbreitet ist, fragen Sie auf jeden Fall beim Forst­amt nach.

So schützen Sie Pilze

  • Nicht alle Pilze ernten. Sammeln Sie nur so viele Pilze, wie Sie kurz­fristig brauchen. Lassen Sie besonders kleine Exemplare stehen. Nur wenn genügend Pilze bis zur Sporen­bildung reifen, bleibt die Art erhalten. Lassen Sie auch unbe­kannte und ungenieß­bare Pilze stehen. Pilze erfüllen wichtige Funk­tionen im Wald. Das gilt auch für wurm­stichige und verfaulte Exemplare.
  • Schutz­status beachten. Steinpilze und Pfifferlinge werden immer seltener. In Deutsch­land stehen sie unter „besonderem Schutz“. Sie dürfen nur für den persönlichen Bedarf und in geringen Mengen gesammelt werden. Sehr seltene Pilzarten wie der Bronze-Röhr­ling, auch Schwarz­hütiger Steinpilz genannt, gehören gar nicht in den Sammelkorb.
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