Wespennest. Aus vielen Gründen gilt: Hände weg!

Beliebt sind sie nicht: Gelb­schwarze Insekten, die Blumen, Kuchen oder Fleisch umschwirren. Auch wenn Wespen, Hornissen oder Erdbienen zustechen können – sie zu töten oder ihr Nest zu zerstören, ist ein Umwelt­delikt. Die Tiere sind wichtig für ein intaktes Ökosystem und sorgen beispiels­weise dafür, dass die Population anderer Insekten nicht außer Kontrolle gerät. Wer Wespen oder andere Insekten grund­los tötet, riskiert hohe Geld­strafen.

Wespennest ausräuchern nicht erlaubt

Derzeit wird vor dem Hagener Amts­gericht der Fall eines Mannes aus Iser­lohn verhandelt, der ein Wespennest ausgeräuchert hat und von einer Nach­barin beob­achtet wurde. 80 Euro soll der Haus­besitzer als Strafe für das unerlaubte Töten der Tiere zahlen. Doch der Mann weigert sich bislang.

Selbst­verteidigung ist okay

Das Bundes­natur­schutz­gesetz regelt, dass wild lebende Tiere „nicht ohne vernünftigen Grund“ getötet werden dürfen. Wird ein Allergiker von stechenden Insekten atta­ckiert und wehrt sich mit einem für das Tier tödlichen Schlag, hat er juristisch nichts zu befürchten.

Strafgelder: Bei geschützten Arten wirds besonders teuer

Besonders geschützte oder streng geschützte Arten dürfen über­haupt nicht getötet werden – allerdings kommen diese Menschen nur selten nahe. Zu ihnen gehören etwa Kreisel- und Knopf­horn-Wespen. Das Problem: Laien können kaum beur­teilen, ob ein Insekt zu einer geschützten Art gehört. Auch von Insekten­lampen, die Tiere anlo­cken und dann töten, wird aus juristischen Gründen abge­raten.Werden Tiere getötet, sind Strafgelder bis zu 5 000 Euro möglich. Bei geschützten Arten kann das Vergehen bis zu 65 000 Euro kosten.

Behördliche Erlaubnis einholen

Hilf­los ausgeliefert sind Bürger den stechenden Biestern dennoch nicht. Wer ein Wespennest im Jalousien­kasten entdeckt, wendet sich am besten an das zuständige Natur­schutz- oder Land­rats­amt und meldet es. Die Behörden können die Genehmigung erteilen, in den Natur­kreis­lauf einzugreifen. Auch Kammerjäger brauchen eine Erlaubnis, wenn sie ein Nest ausheben.

Dieser Artikel ist hilfreich. 14 Nutzer finden das hilfreich.