Wild Meldung

Im Herbst steht Wild als Spezialität auf vielen Speisekarten. Doch müssen Liebhaber nach der diesjährigen BSE-Krise nicht fürchten, dass auch das Fleisch von Hirschen, Rehen und Wildschweinen mit infektiösen Prionen belastet sein könnte?

Immerhin leiden Hirsche in Kanada an einer Gehirnerkrankrankung, die ähnlich verläuft wie die tödliche Rinderseuche. Theoretisch lasse sich ein BSE-Risiko auch für die in Deutschland wild lebenden Wiederkäuer nicht ganz ausschließen, sagt Annegret Keulen vom Deutschen Jagdschutzverband. Vermutlich sei die Gefahr aber sehr gering.

In freier Wildbahn ernähren sich Rehe und Hirsche hauptsächlich von Früchten des Waldes ­ von Eicheln, Bucheckern und Gras. Gelegentlich bekommen die Tiere Mineralfutter, in kalten Wintern mal ein Zusatzfutter. Das darf jetzt auch kein Tiermehl mehr enthalten. Sicherheitshalber will das Bundesministerium für Verbraucherschutz ab 2002 auch das Wildfleisch auf BSE untersuchen lassen. Dennoch sollten Verbraucher bei Wild auch zukünftig auf Innereien und Hirn verzichten.

Eine andere gesundheitliche Gefahr lauert für Wildfreunde in manchen Wäldern Südbayerns. Die dort lebenden Tiere können 15 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl noch immer stark radioaktiv belastet sein. In Regionen, wo es unmittelbar nach dem Gau geregnet hat, sind nach Angaben der Bundesanstalt für Fleischforschung vor allem Wildschweine verseucht. Doch werde in Bayern sämtliches Fleisch aus dem Wald auf Zäsium-137-Werte hin untersucht, bevor es in den Handel kommt. Etwa die Hälfte des in Deutschland verzehrten Wildbrets stammt aus Osteuropa, Afrika oder Australien.

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