Wiener Würst­chen im Test

Wiener Würst­chen im Test: Die besten aus dem Kühl­regal

25.09.2019
Wiener Würst­chen im Test - Die besten aus dem Kühl­regal
© iStockphoto; Illustrationen: Getty Images (M)

Wenn das kein Grund zum Feiern ist: 14 von 21 Wienern schneiden gut ab, darunter preisgüns­tige und Biovarianten. Nur zwei Würst­chen ist nicht nach Feiern zumute.

Wiener Würst­chen im Test Alle Testergebnisse für Wiener Würst­chen 10/2019

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Dieser Test ist ein Fest: Zwei von drei Wienern aus dem Kühl­regal über­zeugen, darunter klassische – ausschließ­lich oder über­wiegend aus Schweine­fleisch – und solche aus Geflügel. Nur zwei feiern nicht mit: Die von Penny sind ausreichend, die von Alnatura sogar mangelhaft. Würst­chen im Glas waren nicht im Test, sie werden kaum noch gekauft.

Unter den 14 guten sind Marken­produkte und güns­tige vom Discounter. Fünf haben ein Biosiegel. Die beste Biowiener – von Lidl Metzger­frisch – landet sogar ganz vorn. Sie kostet nicht einmal mehr als die konventionelle von Rügen­walder Mühle, mit der sie gemein­sam an der Test­spitze steht (Tabelle Wiener Würstchen).

Unser Rat

Von 14 guten Würst­chen im Test sind drei top im Geschmack: Die aromatischen Mühlenwürst­chen Wiener von Rügen­walder Mühle erhielten die Bestnote in der Verkostung. Sie kosten 1,32 Euro (alle Preise pro 100 Gramm). Geschmack­lich sehr gut sind auch die Biowiener aus Schwein und Rind von Lidl Metzger­frisch für 1,25 Euro. Die beste Geflügel­wiener bietet Aldi Nord unter der Eigenmarke Güldenhof für 60 Cent.

Penny hat ein Mineral­ölpro­blem

Bei den Mühlenhof-Würst­chen von Penny kommt hingegen keine Party­laune auf: Wir wiesen gesättigte Mineral­ölkohlen­wasser­stoffe (Mosh) nach, die sich im Körper anreichern können. Die Gehalte waren in einigen Packungen sehr hoch, in anderen nied­rig – bei gleichem Mindest­halt­barkeits­datum. Die Ursache dafür ist uns unbe­kannt. Die ließe sich nur durch Kontrollen der einzelnen Produktions­stufen finden. Mineralöle können etwa aus Maschinenöl stammen.

Die Alnatura-Wiener sind verdorben

Auch die Alnatura-Geflügel-Wiener kommen nicht zum Fest. Sie sind im wahrsten Sinne des Wortes stinksauer: Die Prüfer beschrieben Geruch und Geschmack als „alt“ und „fremdsauer“. Zudem wiesen wir eine hohe Gesamt­keimzahl und viele Milchsäurebakterien nach sowie Enterobakterien, die auf Hygienemängel hindeuten.

Schon im Test vor zehn Jahren waren Alnatura-Wiener verkeimt, allerdings solche aus Schwein mit Rind von einem anderen Hersteller. Zu den aktuellen Keimfunden schrieb uns der Biohändler, dass die Kühlkette unterbrochen gewesen sein müsse. Fest steht: Das kann nur vor unserem Einkauf passiert sein. Wir dokumentieren von Kauf bis Lagerung immer eine durch­gehende Kühlung. Laut Alnatura könne Ursache für die Enterobakterien „allenfalls eine einzelne defekte Packung gewesen sein“. Wir prüften aber drei – selbst­verständlich unbe­schädigte – Packungen und fanden in allen hohe Gehalte. Der Biohändler will die Produktion über­prüfen. Im Bratwurst­test 2014 stellte er übrigens den Testsieger.

Wiener Würst­chen im Test Alle Testergebnisse für Wiener Würst­chen 10/2019

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Pökelsalz macht rosa und konserviert

Wiener Würst­chen im Test - Die besten aus dem Kühl­regal
Grau oder rosa. Wiener sind meist rosa – dank Pökelsalz. Es wirkt auch konservierend. Ökoland (oben) beweist: Es geht ohne Zusatz­stoffe. Die Biowiener sind aber grau. © Stiftung Warentest / Ralph Kaiser

Alnatura verzichtet bei seinen Wienern bewusst auf Nitritpökelsalz. Eine Heraus­forderung: Der Mix aus Natrium­nitrit und Kochsalz sorgt nicht nur für die typische Pökelnote und rosa Farbe, sondern wirkt auch konservierend. Aus dem Zusatz­stoff können aber krebs­er­regende Nitrosamine entstehen. Die meisten anderen Wiener sind gepökelt. Ihre Nitrit­werte liegen aber weit unter der zulässigen Höchst­menge. Gepökelte Wiener gehören dennoch nicht auf den Grill oder in die Pfanne. Große Hitze fördert die Bildung von Nitrosaminen.

Neben Alnatura verzichtet nur Ökoland auf Pökelsalz – und beweist: Es geht ohne. Die Würst­chen sind komplett frei von Zusatz­stoffen. Zwar sehen sie grau-beige aus, aber die mikrobiologische Qualität ist sehr gut. Das setzt einwand­freie Rohstoffe, ausreichende Erhitzung und besondere hygie­nische Verarbeitung voraus.

Phosphate sind kein Grund zur Sorge

Umstritten als Zusatz­stoff sind auch Phosphate. Zu viel davon kann den Nieren schaden. In Biowurst sind sie verboten. In konventionellen Wienern sind sie dagegen fast immer enthalten. Sie helfen bei der Produktion, das Brät zu verarbeiten und Wasser zu binden. Die Phosphat­gehalte aller geprüften Würst­chen liegen aber weit unter den gesetzlichen Höchst­mengen.

Hohe Fleisch­qualität ab 60 Cent

Die güns­tigsten Wiener kosten nur 60 bis 70 Cent pro 100 Gramm. Manche – darunter das Umwelt­bundes­amt – sagen, Fleisch sei zu billig in Deutsch­land. Dennoch erweist sich die Fleisch­qualität der Würst­chen als erfreulich hoch. Alle enthalten viel hoch­wertiges Muskel­fleisch. Wir fanden keine Hinweise auf maschinell vom Knochen geschabtes Fleisch, Nerven- und Hirngewebe oder wieder­ver­arbeitetes Brät etwa von geplatzten Würsten.

Auf etwa jedem zweiten Produkt stehen Angaben zur Fleisch­herkunft. Demnach stammt es über­wiegend aus Deutsch­land und den Nieder­landen.

Zugesetzte Vitamine sind unnötig

Von allen Party­gästen fällt ein lachender Fuchs besonders auf: Die Ferdi Fuchs Mini Wiener Würst­chen von Stock­meyer sprechen vor allem Kinder an. Ihnen sind Vitamine und Kalzium zugesetzt. Das ist bei abwechs­lungs­reicher Ernährung unnötig. Immerhin weisen die Minis von allen im Test den nied­rigsten Gehalt an Kalorien, Fett und Salz pro 100 Gramm auf – für kleine Wurs­tesser ein Grund zum Jubeln.

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