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Wiedereinsetzung in den vorigen Stand: Wiedereinsetzung in den vorigen Stand: Frage und Antwort: Einspruch gegen Steuerbescheid

Wiedereinsetzung in den vorigen Stand Meldung

Mark M. aus Berlin: In den Sommerferien ist der Steuerbescheid für 1999 vom Finanzamt gekommen. Durch meinen Urlaub habe ich die Einmonatsfrist für den Einspruch versäumt. Kann ich mich trotzdem noch gegen Fehler wehren?

Finanztest: Ja, wenn Sie höchstens sechs Wochen weg waren und seit der Rückkehr noch kein Monat vergangen ist. Dann können Sie beim Finanzamt schriftlich die "Wiedereinsetzung in den vorigen Stand" nach Paragraph 110 Abgabenordnung (AO) beantragen.

Geben Sie in dem Brief die Zeit an, in der Sie in Urlaub waren und schreiben Sie dazu, dass Sie mit dem Zugang des Steuerbescheids nicht gerechnet und deshalb auch niemanden mit der Prüfung beauftragt haben. Schicken Sie den Antrag möglichst mit Belegen wie Flugscheinen und zusammen mit dem Einspruch an das Finanzamt. Die Behörde entscheidet dann über beides zusammen.

Das A und O für die "Wiedereinsetzung in den vorigen Stand" ist, dass Sie die Frist ohne eigenes Verschulden versäumt haben. Das wäre zum Beispiel nicht der Fall, wenn der Urlaub länger als sechs Wochen gedauert hätte. Dann hätten Sie vor Ihrer Abreise einen Bekannten, Lohnsteuerhilfeverein oder Steuerberater mit dem Einspruch beauftragen müssen. Außerdem hätten Sie dem Finanzamt schriftlich deren Adresse mitteilen müssen, verbunden mit der Bitte, den Steuerbescheid dort hin zu schicken (Postvollmacht).

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