Umtausch: Was geht und was nicht

Gesetzliche Rege­lungen

Einkauf im ...

Internet und Versand­handel

Laden

Gesetzliche Rege­lungen

Einkauf im ...

Internet und Versand­handel

Laden

Kauf widerrufen und Ware zurück­geben ...

... inner­halb von

14 Tagen1

nur auf Kulanz2

... ohne Angabe von Gründen

ja

nein2

... ohne Kassenbon

entfällt

nein

... ohne Original­verpackung3

ja

nein

... bei Nicht­gefallen

ja

nein

... von individuell ange­fertigten Produkten4

nein

nein

... von Lebens­mitteln

nein

nein

... ohne Portokosten für den Kunden5

ja

entfällt

Geschenk umtauschen, weil ...

... doppelt gekauft

ja

nur auf Kulanz

... es nicht gefällt

ja

nur auf Kulanz

... es nicht passt

ja

nur auf Kulanz

... es defekt ist

ja, siehe Gewähr­leistung

... es nicht hält, was es verspricht

ja, siehe Gewähr­leistung

Widerruf und Rück­gabe

Widerruf des Kauf­vertrags. Der Käufer gibt dem Verkäufer die Ware zurück und bekommt den Kauf­preis erstattet. Gesetzlich verbrieft ist das Recht auf Widerruf nur bei so genannten Fern­absatz­geschäften. Dazu zählen Internet und Versand­handel.

Wer im Einzel­handel kauft, hat kein Widerrufs­recht.

Viele Händler sind aber bereit, die Ware auf Kulanz zurück­zunehmen.

Frist: 14 Tage laut Gesetz. Die Frist kann vom Händler auch verlängert werden.1

Kulanz

Die meisten Händler wünschen zufriedene Kunden, die gerne wieder kaufen.

Deshalb tauschen viele Einzel­händler Ihre Waren auf Wunsch um, obwohl sie nicht dazu verpflichtet sind. Fristen und Bedingungen bestimmt in diesem Fall der Händler.

Fragen Sie beim Einkauf nach einem Umtauschrecht.

Am besten schriftlich: auf dem Kassenbon oder einem entsprechenden Merk­blatt.

Umtausch

Der Umtausch ist – anders als der Widerruf – keine gesetzliche Reglung, sondern freiwil­lig. Bietet der Händler den Umtausch an, ist die genannte Frist aber ebenso verbindlich. Wirbt der Händler auf Schildern oder im Werbe­prospekt mit einem 14-Tage-Umtauschrecht, muss er das auf Wunsch des Kunden auch einlösen.

Umtausch bedeutet: Der Kunde gibt die Ware zurück und erhält dafür den Kauf­preis, einen Gutschein oder eine neue Ware. Auch hier gilt: Wenn der Händler in seiner Umtausch­garantie „Geld zurück“ verspricht, muss er das auf Wunsch des Kunden auch einlösen.

Gewähr­leistung

Die Gewähr­leistung ist gesetzlich vorgeschrieben. Gewähr­leistungs­rechte hat der Kunde gegen­über dem Händler. Von ihm können sie bei Mängeln Nachbesserung verlangen. Voraus­gesetzt der Mangel war schon beim Kauf vorhanden oder zumindest angelegt. Der Händler muss den Mangel beseitigen. Er hat zwei Versuche. Klappt die Reparatur nicht, oder macht eine Nachbesserung keinen Sinn, können Sie den Preis mindern oder vom Kauf zurück­treten.

Unter Umständen ist sogar Schaden­ersatz möglich.

Ein Mangel liegt übrigens auch vor, wenn die Ware nicht hält, was der Händler versprochen hat. Beispiel: Ein Navigations­gerät, dass für ganz Europa taugen soll, aber kein Kartenmaterial für Spanien und Portugal enthält.

Frist bei Neuwaren: 24 Monate.6

Frist bei Gebraucht­waren: 12 Monate.

Garantie

Garan­tien sind freiwil­lige Zusatz­leistungen, meist vom Hersteller, nicht vom Händler.

Sie versprechen, dass die Ware eine Zeit lang funk­tioniert oder Teile der Ware eine Zeit lang halten. Wer die Garantie in Anspruch nimmt, kann üblicher­weise Reparatur oder Umtausch fordern.

    • 1 14 Tage Rück­gaberecht bei Onlineshops und Versandhänd­lern, 30 Tage bei gewerb­lichen Ebay-Geschäften. Bei privaten Verkäufen gibt es kein Rück­gaberecht.
    • 2 Umtausch im Laden ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Es gelten die freiwil­ligen Vereinbarungen. Siehe Umtausch und Kulanz.
    • 3 Original­verpackung. Die Rück­sendung in der Original­verpackung ist sinn­voll: Die Ware ist darin am besten geschützt. Laut Gesetz ist die Original­verpackung aber nicht zwingend erforderlich.
    • 4 Individuell ange­fertigte Produkte. Maßanfertigungen und individuell ange­fertigte Produkte wie etwa T-Shirts mit dem Aufdruck des eigenen Fotos müssen die Händler nicht zurück­nehmen.
    • 5 Versand­kosten. Ist die bestellte Ware mehr als 40 Euro wert, muss der Verkäufer die Kosten für die Rück­sendung über­nehmen.
    • 6 Gewähr­leistung. In den ersten sechs Monaten nach dem Kauf gilt: Der Händler muss beweisen, dass der Mangel beim Kauf noch nicht vorhanden war, wenn er die Reklamation ablehnen will. Nach sechs Monaten kehrt sich die Beweislast um. Nun muss der Kunde den Nach­weis führen, dass die Ware schon zum Zeit­punkt des Kaufs mit dem Mangel behaftet war.