Whatsapp Meldung

Miteinander reden ist schön. WhatsApp und Facebook tun das neuerdings auch. Das gefällt nicht allen Nutzern.

Der Messenger­dienst Whatsapp wird künftig persönliche Daten an den Mutter­konzern Facebook weitergeben – sogar von Menschen, die weder Whatsapp noch Facebook verwenden. Für Nutzer gibt es nur eine Möglich­keit, das zu unterbinden: Whatsapp-Konto und App löschen. Wer weiterhin über Whatsapp chatten will, kann lediglich verhindern, dass Facebook die Daten für personalisierte Werbung nutzt. Das geht aber wohl nur noch bis zum 25. September.

Nutzungs­bedingungen geändert

Im Herbst 2014 über­nahm Facebook den Messenger­dienst Whatsapp für rund 22 Milliarden US-Dollar. Da die App inzwischen voll­ständig kostenlos ist, muss sich der Kauf auf andere Weise rentieren. Ende August dieses Jahres teilte Whatsapp seinen Kunden mit, dass es die Nutzungsbedingungen geändert habe. Die wohl entscheidendste Neuerung: Whatsapp will künftig Nutzer­daten – etwa die Telefon­nummer – an Facebook weiterleiten. Das ermöglicht dem sozialen Netz­werk unter anderem, ein Facebook-Konto mit einer Telefon­nummer zu verbinden und damit Nutzer über mehrere Geräte hinweg zu verfolgen.

Hinweis: Am 27. September 2016 hat der zuständige Daten­schutz­beauftragte Facebook verboten, auf die Daten deutscher Whatsapp-Nutzer zuzugreifen. Hier lesen Sie Details zum Verbot.

Facebook kennt deine Oma

Viele Whatsapp-Nutzer haben zwar keinen Facebook-Account, doch auch deren Daten kann die Chat-App an den Mutter­konzern weiterleiten – so sammelt Facebook auch Informationen über Personen, die bewusst auf das Netz­werk verzichten. Schlimmer noch: Facebook kann sogar die Handy-Kontakte von Whatsapp-Kunden auslesen. Verwendet also etwa ein Teen­ager Whatsapp, so erfährt Facebook auch die Kontakt­daten seiner Oma, selbst wenn die noch nie im Internet war und gar nicht weiß, was Facebook ist. Aufgrund dieser verschärften Daten­auslese hat der Verbraucherzentrale Bundes­verband (vzbv) Whatsapp abgemahnt. Bisher hat das Unternehmen darauf nicht reagiert, der vzbv erwägt nun eine Klage.

Gezieltere Werbung erhöht den Profit

Facebook erwirt­schaftet einen Groß­teil seiner Einnahmen durch Werbung. Firmen, die im sozialen Netz­werk Anzeigen schalten, können sehr spezi­fische Ziel­gruppen ansteuern: etwa Frauen zwischen 30 und 40, die in Berlin wohnen und sich für Jazz interes­sieren. Je mehr Facebook über Menschen weiß, desto genauer können die Anzeigen auf bestimmte Ziel­gruppen zuge­schnitten werden – das erhöht die Erfolgs­chancen und damit oft auch die Ausgabebereitschaft der werbenden Firma. Die Erfolgs­basis von Facebook ist also ein möglichst detailliertes Wissen über Nutzer.

So können Sie die Daten­nutzung für Werbe­zwecke verhindern

Die Weiterleitung der persönlichen Daten können Nutzer nur auf eine Weise unterbinden: Sie müssen ihr Whatsapp-Konto bis zum 25. September löschen und die App dein­stallieren. Wer Whatsapp auch in Zukunft verwenden will, muss der Daten­weitergabe zustimmen. Facebook bekommt also seine persönlichen Daten und die Daten seiner Handy-Kontakte. Er kann allerdings verhindern, dass Facebook die erfassten Daten für personalisierte Werbung nutzt – auch das geht wohl nur bis zum 25. September.

Und so klappts: Der Nutzer tippt inner­halb der Chat-App zunächst auf „Einstel­lungen“: Bei Android funk­tioniert das über das Drei-Punkte-Symbol rechts oben, bei iOS über das Zahnrad rechts unten. Danach geht der Nutzer zum Punkt „Account“, dort findet sich die Angabe „Meine Account-Info teilen“. Android-Nutzer müssen hier das Häkchen entfernen, iOS-Nutzer schieben den Regler nach links, sodass er grau statt grün leuchtet.

Tipps: Gute, sichere Alternativen zu Whatsapp finden Sie in unserem Test von Messenger-Apps. Wie Sie auf Facebook personalisierte Werbung unterbinden, zeigt diese Anleitung.

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