Wett­bewerb Jugend testet 2017 Meldung

Flankiert von Stiftungs­vorstand Primus (links) und Staats­sekretär Kelber, präsentieren die Sieger stolz ihre Urkunden.

Sie bauten Roboter, hakten bei Firmen nach und loteten die Grenzen künst­licher Intelligenz aus. Knapp 1 800 Schüle­rinnen und Schüler aus ganz Deutsch­land beteiligten sich in diesem Jahr am Wett­bewerb Jugend testet und reichten 477 Arbeiten aus allen Lebens­bereichen ein. Hier sind die Gewinner.

Kreativ in allen Lebens­bereichen

Neugierig, kreativ und experimentierfreudig prüften die Teilnehmer Produkte und Dienst­leistungen: Die Jugend­lichen maßen beispiels­weise das Geräusch beim Zubeißen mit einem Lärmpegel-Mess­gerät, um die Knackig­keit von Paprika-Chips zu testen. Ein anderes Team kaute für seinen Test über 300 Kaugummis und klebte sie auf verschiedene Untergründe, um heraus­zufinden, mit welcher Methode sich Kaugummi am besten entfernen lässt. Ihr Tipp: Kältespray.

Von Kaugummi bis Mathe-Apps

Die Jugend­lichen interes­sierten sich für so ziemlich alles: von Kau- und Haar­gummi über Sprühlack, Chips und Mathe-Apps bis hin zu Einkaufs­wagen und nach­haltigen Materialien zum Dach­decken. Selbst Lebens­weisheiten und Multi­funk­tions-Vertikalkocher wurden getestet.

Politik und Profi-Tester beein­druckt

„An den gewählten Themen und Tests sieht man, dass die Teilnehmer sich mit Konsumverhalten kritisch auseinander­setzen“, sagte Ulrich Kelber, Parlamentarischer Staats­sekretär im Verbraucher­schutz­ministerium, auf der Preis­verleihung. „Das ist, was unsere Gesell­schaft braucht.“ Eine neunköpfige Jury aus Experten der Stiftung Warentest, Medien und Verbraucher­schutz wählte am Ende sechs Gewinner­teams, die sich durch hervorragende Test­methoden auszeichneten. „Besonders beein­druckt hat mich die hohe Qualität der Prüfungen“, sagte Hubertus Primus, Vorstand der Stiftung Warentest und Jury-Vorsitzender.

12 000 Euro Preisgeld winken

Die Sieger können sich über insgesamt 12 000 Euro Preisgeld freuen. Der nächste Wett­bewerb beginnt im September 2017. Details zum Mitmachen sind unter www.jugend-testet.de zu finden. Hier die Preisträger in der Über­sicht:

1. Platz: Filz­stifte im Wäschetrockner

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Judith Löcke (links) und Eva Wellmer

„Welcher Filz­stift ist der beste?“ Für die Antwort im Test von Filzstiften bauten Judith Löcke aus Paderborn und Eva Wellmer aus Falkensee einen ­Roboter, der ­Ergiebig­keit und Deck­kraft ermittelte. Zudem prüften sie, wie lange die Filzer ohne Kappe über­leben, und schüttelten sie im Wäschetrockner durch, um die Halt­barkeit zu testen.

2. Platz: Auf Schnit­zeljagd

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Christina Steinkamp, Ella Pertl, Anna-Lena Bruder, Noella Kumpmann, Felix Gietl, Theresa Madry, Jessica Gödeke (v.l.n.r.)

„Es geht auch ohne Fleisch“, so das Fazit von Lena Sandkühler aus Reck­ling­hausen, die mit ihrem Team vegetarische Schnitzel testete. Neben Nähr­wert und Geschmack zählte auch die Trans­parenz der Anbieter. „Am meisten Spaß hat uns natürlich das Probieren gemacht“, erzählt sie. Für ihre Kost­probe hat das Team insgesamt 30 Tester in die heimische Küche geholt.

1. Platz: Online-Lernportale

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Lisanna und Benedikt Düker

Der Test von Online-Lernportalen über­zeugte die Jury in der Kategorie Dienst­leistungs­tests am meisten. Lisanna und Benedikt Düker aus dem badischen Weingarten klopften fünf Portale danach ab, wie leicht sie zu bedienen sind und wie anspruchs­voll, effizient und moti­vierend sie Wissen vermitteln. Ihr Fazit: „Auch gute Schüler müssen lernen. Wichtig ist, das Lernen so zu gestalten, dass es Spaß macht.“

2. Platz: Alexa gegen Siri

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Timon Graßl (links) und Oskar Wozniewski

„Was ist die Eulersche Identität? Wann ist die nächste Mondfins­ternis? Wann kommt der Bus nach Marzling?“ Diese Fragen stellten Timon Graßl und Oskar Wozniewski ihren Smartphone-Sprachassistenten. Die Schüler aus Oberbayern prüften, wie alltags­tauglich die künst­liche Intelligenz ist und ob sie zuver­lässiger hilft als ein Mensch. Sieger wurde Apples Siri. Der Mensch landete auf Platz drei, immerhin vor Amazons Alexa. „Bei diesem Test habe ich eine Menge gelernt“, sagte Vorstand Hubertus Primus. „Das musste ich sofort ausprobieren.“

3. Platz: Fitness-Apps und Papiersiegel

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Ole Mantei und Jasmin Sarnow sowie Sophia Häußler und Clara Deifel (v.l.n.r.)

Fitness. „Apps können niemals einen richtigen Trainer ersetzen, doch sie bieten eine gute Ergän­zung“, lautet das Fazit von Ole Mantei und Jasmin Sarnow aus Hamburg, die acht Fitness-Apps testeten. Die begeisterten Triathleten prüften nicht nur, wie effektiv, vielfältig und moti­vierend die digitalen Trainer sind, sondern auch, wie einfach sich die Fitness­programme bedienen lassen. Am Ende gab es fünf gute, einer fiel durch.

Papier. Sophia Häußler und Clara Deifel aus Baden-Württem­berg rekrutierten sogar 60 Schüler, um den Bekannt­heits­grad von Umweltsiegeln für Papier zu erkunden. „Welches Siegel hat den höchsten Umwelt­anspruch“, lautete ihr Ansatz, der sie aufs Siegertrepp­chen führte. „Viele Siegel schnitten schlecht ab, weil sie nur Teil­aspekte ­beachten oder nicht unabhängig sind“, so das Ergebnis.

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