So kämpft Heidel­berg gegen Tropen-Mücken

Wespen, Bienen, Mücken Special

Norbert Becker, wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Dipterologie, das die Mücken in Heidel­berg bekämpft.

Heidel­berg will tropische Mücken loswerden. Wie das gelingen soll, erklärt „Chefbekämpfer“ Norbert Becker im Interview.

Heidel­berg will die Asiatische Tigermücke ausrotten. Warum?

Sie ist eine der gefähr­lichsten Stechmü­cken der Welt, kann mehr als 20 Virus-Arten auf den Menschen über­tragen, etwa Dengue, Zika, Chikungunya. Das Risiko in Deutsch­land ist gering, doch die tropischen Mücken gelangen vermehrt hierher. In manchen Gemeinden sind sie schon aufgefallen und werden bekämpft, so wie jetzt massiv in Heidel­berg.

Sie nutzen raffinierte Methoden, etwa sterile Mückenmänn­chen.

Die lassen wir im Befalls­gebiet frei. Paaren sie sich mit Weibchen, sind die Nach­kommen nicht lebens­fähig. Wert­volle Dienste leistet uns auch der biologische Wirk­stoff BTI, der aus dem Bacillus thuringiensis israelensis gewonnen wird. Er tötet Mückenlarven ab. Für andere Lebewesen inklusive Menschen ist er harmlos. Wir bringen BTI seit nahezu 40 Jahren sehr erfolg­reich gegen die Über­schwemmungs­mücken am Rhein aus.

BTI kommt als Tablette in Brutgewässer – nun also auch in die Gärten der Heidel­berger?

Genau. Außerdem kann jeder mithelfen, indem er im Garten nicht benötigte Eimer, Untersetzer und andere kleine Gegen­stände beseitigt, in denen sich Wasser sammeln kann. Das lieben Mücken als Brut­stätten. Wir brauchen die Hilfe der Bevölkerung und informieren sie dazu.

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