Wespen, Bienen, Mücken: Wann Insekten­stiche gefähr­lich sind

Wespen, Bienen, Mücken - Wann Insekten­stiche gefähr­lich sind

Nicht aufscheuchen. Wespenstiche können ganz schön schmerzen.

Einige Menschen reagieren allergisch auf Bienen- und Wespengift. Auch Mücken verursachen manchmal allergische Symptome, sehr selten Krankheiten. Wir sagen, wie Sie sich schützen können.

Biene, Wespe, Hummel, Hornisse – Stiche richtig behandeln

Wespen, Bienen, Mücken - Wann Insekten­stiche gefähr­lich sind

Biene (links). Sie sticht nur einmal. Der Stachel bleibt oft in der Haut stecken, er sondert Gift ab. Die verwandte Hummel (Mitte) sticht sehr selten. Die Wespe (rechts) sucht am Sommer­ende Futter beim Menschen – und sticht dann auch mal zu.

Gefähr­lich: Allergien, Schwel­lungen in Mund und Rachen

Das Gift, das Bienen, Hummeln, Wespen und Hornissen den Gestochenen über ihren Gift­stachel injizieren, sorgt zwar meist für Schmerzen – aber der Körper kann es normaler­weise gut abbauen. Für Menschen mit Insektengiftallergie, land­läufig Insekten­stichal­lergie genannt, können die Stiche aber gefähr­lich werden. Auch riskant: Stiche im Mund- und Rachen­bereich. Dazu kommt es häufig, wenn jemand ein süßes Getränk zu sich nimmt und dabei eine Wespe mitverschluckt. Sie sticht dann mitunter aus Panik. Schwel­lungen in Hals­bereich können die Atmung behindern.

Tipp: Organisieren Sie bei heftigen allergischen Reaktionen oder Schwel­lungen ärzt­liche Hilfe, im Zweifel über den Notruf 112. Starke Schwel­lungen nach Stichen in der Augen­gegend sollten Sie vorsichts­halber von einer Ärztin oder einem Arzt unter­suchen lassen.

Biene: Sie sticht nur einmal

Im Frühling, bei Temperaturen ab 10 Grad Celsius, beginnt im Stock der Honigbienen das große Brüten. Die Königin legt Eier, Larven schlüpfen, Arbeite­rinnen nähren und pflegen sie. Eine frisch geschlüpfte Honigbiene lebt bis zu vier Wochen, erst an ihrem Lebens­ende fliegt sie zum Sammeln von Pollen und Nektar aus. Honigbienen stechen eigentlich nur, um ihr Volk zu verteidigen. Beim Stechen verlieren sie ihren Stachel. Er bleibt mit seinen Widerhaken zum Beispiel in der Haut des Menschen stecken, die anhängende Gift­blase gibt weiterhin Gift ab, das dann in die Einstich­stelle gelangt. Nach dem Stich stirbt die Biene. Anders als Honigbienen stechen die meist vereinzelt lebenden Wildbienen in der Regel nicht. Sie haben einen zu kurzen und schwachen Stachel.

Stichen vorbeugen. Vermeiden Sie abrupte Bewegungen in der Nähe von Bienen – sie könnten das als Angriff miss­verstehen. Passen Sie beim Barfuß­laufen über Wiesen und Rasen auf Bienen auf.

Wenn Sie gestochen wurden. Entfernen Sie den Stachel möglichst rasch aus der Einstich­stelle. Das Gift löst bei vielen Gestochenen starke Schmerzen aus. Kühlen Sie die Einstich­stelle, die münz­groß anschwellen kann.

Wespe: Sie kommt dem Menschen öfter in die Quere

Von Mai bis August wachsen die Völker der Wespen. Danach beginnen sie, lang­sam zu sterben. Wespen jagen Fliegen, Spinnen, Raupen, Blatt­läuse und andere proteinreiche Insekten. Damit werden vor allem die Larven versorgt. Die Wespen selbst ernähren sich von süßen Blüten, Pflanzen, Früchten. Dabei kommen einige Wespen­arten auch den Menschen öfter in die Quere – oft wenn bestimmte süße Lebens­mittel und Fleisch locken. Wespen, die einen Feind wittern, stechen auch mal zu. Sie verlieren ihren Stachel dabei normaler­weise nicht.

Stichen vorbeugen. Wer im Sommer gern draußen tafelt, sollte süße Getränke am besten mit einem Trinkhalm trinken, Kuchen und Fleisch mit Vorsicht verzehren. Nach dem Essen möglichst Mund und Hände säubern.

Wenn Sie gestochen wurden. Der Stich schwillt oft münz­groß an und schmerzt ein bis zwei Tage lang.

Hornissen: Ihr Gift ist nicht stärker als andere Insektengifte

Hornissen sind von Mitte August bis Mitte September am umtriebigsten. Experten halten es für einen Mythos, dass drei Hornissenstiche einen Menschen töten. „Die weit­verbreitete Panik vor Hornissenstichen ist unbe­gründet“, schreibt der Naturschutzbund Deutschland. Zwar sei ein Hornissenstich unangenehm wegen des großen Stachels und des Gift­bestand­teils Acetylcholin, aber nicht gefähr­licher als der von Bienen oder Wespen. Hinzu kommt, dass Hornissen als scheu gelten. Sie stechen in der Regel nur, wenn sie ihre Vorräte oder Nach­kommenschaft bedroht sehen, und halten sich vom Menschen fern.

Stichen vorbeugen. Bedenken Sie, dass die eher seltenen Hornissen abends von Licht angelockt werden können. Schließen Sie am Abend möglichst die Fenster oder bringen Sie Fliegengitter davor an.

Wenn Sie gestochen wurden. Behandeln Sie einen Hornissenstich wie einen Wespenstich (siehe oben).

Hummel: Sie sticht äußerst selten

Von März bis Mai beginnen die Königinnen, ein Volk zu bilden – ab etwa August sterben die Hummeln dann schon wieder. Die wert­vollen Bestäuber sind äußerst fried­fertig und stechen sehr selten – nur, wenn sie sich in die Enge getrieben fühlen. Sie können ihren glatten Stachel wieder aus Haut oder Fell von Gestochenen ziehen.

Stichen vorbeugen. Passen Sie beim Barfuß­laufen über Wiesen und Rasen auf.

Wenn Sie gestochen wurden. Der Stich einer Hummel kann weh tun, weil der Stachel groß ist. Das Gift ist in der Regel nur für Menschen mit einer Allergie gegen Insektengift gefähr­lich.

Welche Mittel gegen Insekten-Stiche wirken

Kühlen, kühlen, kühlen. Egal, ob sie von einer Biene, Wespe oder Mücke gestochen wurden – Nicht-Allergiker können getrost auf Haus­mittel setzen, um Schmerzen oder lästigen Juck­reiz zu lindern und Kratzen zu vermeiden. Hilf­reich ist es, die Einstich­stelle zu kühlen – mit einem Eiswürfel, einem Kühl-Pad oder einer eiskalten Flasche. Auch ein Tropfen Spucke, eine Zitronenscheibe oder eine halbe Zwiebel können gute Dienste leisten. Der Juck­reiz lässt oft nach, wenn man die Haut um den Stich herum zwischen zwei Fingern einkneift oder mit den Fingernägeln eindrückt. Steckt nach dem Stich noch der Stachel in der Haut, sollte man ihn rasch entfernen, zum Beispiel mit einer Pinzette.

Desinfizieren. Wenn sich Stiche entzünden könnten, ist Desinfizieren sinn­voll. Unsere Daten­bank Medikamente im Test zeigt, welche Desinfektionsmittel die Arznei­mittel­experten der Stiftung Warentest für geeignet halten.

Gele mit Anti­histaminika. Apotheken bieten Gele mit Antihistaminika gegen juckende Insekten­stiche an. Doch die Arznei­mittel­experten der Stiftung Warentest bewerten sie als „wenig geeignet“: Äußerlich angewendet dringen die Wirk­stoffe ihrer Einschät­zung nach nicht schnell und tief genug in die Haut ein. Die therapeutische Wirk­samkeit sei nicht ausreichend nachgewiesen. Die Gele verdunsten immerhin auf der Haut und kühlen dabei. Hilf­reich können Antihistaminika zum Einnehmen sein, zum Beispiel Cetirizin oder Loratadin.

Mittel gegen Zecken und Mücken. Die Stiftung Warentest hat 2017 Mittel gegen Zecken und Mücken getestet. Die Besten wehrten über mehrere Stunden hinweg Stiche ab. Wie Sie sich vor den zecken­über­tragenen Krankheiten FSME und Borreliose schützen, erfahren Sie in unserem Zecken-Special.

Bett­wanzen. Auch die Wanzen sind wieder zurück. Urlauber haben sie nach Auslands­reisen nach Deutsch­land einge­schleppt. Unser Bettwanzen-Special informiert, woher die Insekten kommen, welche Symptome sie auslösen und wie sie sich vertreiben lassen.

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Allergie gegen Bienen- und Wespengift

Enorme Schwel­lungen, Schwindel, Atemnot, Herz-Kreis­lauf-Probleme bis hin zum allergischen Schock – in Deutsch­land reagieren schät­zungs­weise bis zu 5 Prozent der Erwachsenen und bis zu 1 Prozent der Kinder allergisch auf Insektengift. Inner­halb von wenigen Minuten können Insekten­stiche bei Betroffenen lebens­gefähr­liche Reaktionen auslösen.

Tipp: Wer an einer bekannten Insektengift-Allergie leidet, sollte stets ein Allergie-Notfallset dabei haben (siehe auch weiter unten).

Einige Todes­fälle jähr­lich

Pro Jahr werden in Deutsch­land etwa 20 Todes­fälle durch allergische Reaktionen auf Bienen-, Wespen- und Hornissenstiche gemeldet. Verantwort­lich dafür sind in Mittel­europa haupt­sächlich Honigbienen und Wespen – vom ersten Ausschwärmen der Bienen im Früh­jahr bis zum Wespensterben gegen Ende September.

Bienen verursachen eher schwere Reaktionen

Stiche von Bienen führen eher zu schweren Reaktionen als die von Wespen, schreibt das Institut für Qualität und Wirt­schaftlich­keit im Gesund­heits­wesen auf seiner Home­page gesundheitsinformation.de. Deutlich seltener seien Reaktionen auf Hornissengift – meist bei Wespengiftal­lergikern – und auf Hummelgift, was oft Bienengiftal­lergiker betreffe. Einige Menschen reagieren auch auf all diese Insektengifte, mitunter kommt es zu Kreuzal­lergien.

Typische Symptome einer Insektengift-Allergie

Bei einer Insektengiftal­lergie schwillt die Einstich­stelle oft direkt nach dem Stich stark an. Sie hat häufig einen Durch­messer von mehr als 10 Zenti­meter, hält länger als 24 Stunden an und schmerzt, juckt oder brennt. Einige Betroffene leiden plötzlich an körperlichen Beschwerden – etwa an Schwindel oder Übel­keit, in schlimmen Fällen kommt es zu Atemnot, Blut­druck­abfall oder Bewusst­losig­keit. Mediziner sprechen dann von einem anaphylaktischen Schock.

Über­schießende Immun­reaktionen

Verschiedene Eiweiß­bestand­teile im Insektengift verursachen die allergischen Reaktionen. Sie führen dazu, dass der Körper vermehrt Histamin freisetzt und das Immun­system über­reagiert.

Insektengift-Allergie diagnostizieren

Wer vermutet, an einer Insektengift-Allergie zu leiden, sollte zu einer Ärztin oder einem Arzt gehen. Der entscheidet dann, ob ein Allergietest sinn­voll ist. Dafür kommt entweder ein Hauttest (Prick-Test) infrage, bei dem eine Insektengift-Lösung auf die leicht einge­ritzte Haut gegeben wird, oder eine Blut­unter­suchung. Bei dieser wird geprüft, ob sich im Blut Antikörper gegen Insektengift gebildet haben.

Arzt verschreibt Notfall-Set

Ein Allergie-Notfallset gehört in den warmen Jahres­zeiten und auf Reisen in südliche Länder zur Grund­ausstattung von allen, die mit starken allergischen Reaktionen nach Insekten­stichen rechnen müssen. Das Set lässt sich von einer Ärztin oder einem Arzt verschreiben und besteht aus einer Fertigspritze mit Adrenalin, einem schnell wirkenden Anti­histaminikum – vorzugs­weise als Saft – und einem kortisonhaltigen Saft. Nach einem Stich lässt sich damit die Zeit bis zum Eintreffen des Notarztes über­brücken und der Kreis­lauf vorüber­gehend stabilisieren.

Hyposensibilisierung bei starken Reaktionen sinn­voll

Wer schon einmal stark allergisch auf einen Bienen- oder Wespenstich reagiert hat, kann nach Einschät­zung der Arznei­mittel­experten der Stiftung Warentest mit einer spezifischen Immuntherapie das Risiko für starke Reaktionen sehr wirk­sam senken: Ohne Hyposensibilisierung reagierten 30 bis 60 von 100 Allergikern auf einen erneuten Insekten­stich mit einer starken allergischen Reaktion, nach einer Hyposensibilisierung seien es weniger als 5 von 100.

Bei einer Hyposensibilisierung bekommen die Allergikerinnen und Allergiker Spritzen, die das allergie­auslösende Gift in ansteigender Konzentration enthalten. So soll der Körper eine Toleranz aufbauen. Eine Hyposensibilisierung gegen Insektengifte dauert normaler­weise mindestens 3 Jahre. Mehr dazu in unserer Daten­bank Medikamente im Test.

Risiko für Insektengift-Allergie steigt mit dem Alter

Das Risiko für eine Insektengiftal­lergie lässt sich nicht berechnen. Wer Eltern mit einer solchen Allergie hat oder auf Pollen, Hausstaub oder Tier­haare allergisch reagiert, ist nicht zwangs­läufig betroffen. Unter den Insektengiftal­lergikern sind auch viele Menschen, die nicht allergisch vorbelastet sind. Kinder gelten als selten betroffen, ihr Risiko steigt mit dem Alter.

Eine Allergie auf Bienen- und Wespengift kann nur bei Menschen entstehen, die mindestens einmal gestochen wurden – die allergische Reaktion tritt also frühestens beim zweiten Stich auf. Aber auch wer schon viele Stiche gut weggesteckt hat, kann plötzlich heftig reagieren. Betroffene müssen nach einem Stich sofort handeln: den Notarzt rufen (Telefon­nummer 112) und – wenn vorhanden – das Notfall-Set einsetzen.

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Die besten Mittel gegen Mücken

Wespen, Bienen, Mücken - Wann Insekten­stiche gefähr­lich sind

Mücke. Nicht das Licht lockt sie, sondern der Geruch von Schweiß und Parfüm.

Mücken saugen Blut für Nach­wuchs

Während Bienen, Hummeln, Wespen und Hornissen zur Verteidigung ihren Stachel ausfahren, stechen Mücken­weibchen, um Blut zu saugen. Sie benötigen das Blut­eiweiß, um Eier zu bilden. Beim Stich geben Mücken proteinhaltigen Speichel ab, um die Einstich­stelle zu betäuben und die Blut­gerinnung zu verhindern – so können sie ungestört saugen.

Mücken­stiche – heftige Reaktionen selten

Mücken­stiche sind lästig, aber normaler­weise unkritisch. Wenige Menschen reagieren jedoch auch auf das Gift der Blutsauger allergisch. Allerdings sind die Symptome in der Regel nicht so heftig wie bei Allergien auf Wespen- und Bienengift. Bei manchen Menschen schwellen dann zum Beispiel Beine oder andere Gliedmaßen stark an.

Wenn Sie gestochen wurden. Kühlen Sie starke Schwel­lungen, gegen allergische Reaktionen helfen Antihistaminika .

Effektive Wirk­stoffe von Mücken­sprays

Vor Mücken­stichen können spezielle Mittel schützen, die auf die Haut gerieben oder gesprüht werden. Ihre Inhalts­stoffe schre­cken die Blutsauger ab. Die Stiftung Warentest hat im Jahr 2017 Mittel gegen Zecken und Mücken getestet. Die Besten wehrten über mehrere Stunden hinweg Stiche ab. Sie enthielten die Wirk­stoffe Diethyltoluamid (DEET), Icaridin oder Para-Menthan-3,8-diol (PMD). Die Substanzen können allerdings Augen oder Schleimhäute reizen oder allergische Reaktionen auslösen. Deshalb sollten die Produkte nur gezielt einge­setzt werden. Mittel, die ausschließ­lich auf Wirk­stoffe mit ätherischen Ölen setzen, über­zeugten im Test nicht.

Mücken auf Abstand halten – ohne Chemie

Textiler Schutz. Mit dicht­gewebter, heller und langer Kleidung sowie mit geschlossenen Schuhen können Sie Mücken gerade am Abend auf Abstand halten. Fliegengitter oder Gaze-Rollos vor den Fens­tern verhindern, dass Mücken in Innenräume fliegen und ein Moskitonetz über dem Bett kann für stich­freien Schlaf sorgen. Problematisch sind Insekten­sprays und Verdampfer für Innenräume. Sie belasten die Atem­luft.

Auf Körpergeruch achten. Entgegen der land­läufigen Meinung ziehen weder Licht noch bestimmte Blut­gruppen die Mücken an, sondern das Kohlen­dioxid der Atem­luft sowie Schweiß­geruch. Gegen nächt­liche Mücken­stiche kann es helfen, sich vor dem Schlafen­gehen gründlich zu waschen.

Bremsen­stiche schmerzen stark

Bremsen ähneln der Stubenfliege, sind aber länger und schmaler. Sie fliegen von April bis August vor allem an schwülwarmen Tagen vorzugs­weise auf Land – zum Beispiel in der Nähe großer Tiere wie Rinder und Pferde sowie am Wasser. Bremsen­weibchen ernähren sich von Blut und produzieren Eier daraus. Wenn eine Bremse mit ihrem Mund­werk­zeug zubeißt, schmerzt das sofort. Der Körper reagiert auf den Gerinnungs­hemmer im Bremsenspeichel. Die Einstich­stelle ist im Vergleich zum Mücken­stich größer, teils tritt Blut aus. Sie schwillt oft stark an und juckt stark. Laut Umweltbundesamt ist nicht bekannt, dass Bremsen hier­zulande Krankheiten über­tragen. Auch wenn Bremsen die Lyme-Borreliose über­tragen könnten, seien Über­tragungen auf den Menschen noch nicht bekannt geworden.

Wenn Sie gestochen wurden. Sofort kühlen. Nicht kratzen, weil über die Finger Bakterien in die Einstich­stelle über­tragen werden könnten. Sie könnte sich entzünden.

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Tigermücke, West-Nil-Fieber, Zika

Tigermücke kann verschiedene Viren über­tragen

Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) verbreitet sich seit einigen Jahr­zehnten in Südeuropa, einge­schleppt wurde sie über den interna­tionalen Waren- und Reise­verkehr.

Das Insekt hat laut Umweltbundesamt in den vergangenen Jahren in Südeuropa Krankheiten verursacht: In Frank­reich und Kroatien sei nach Stichen durch die Tigermücke wieder­holt bei Menschen das Dengue-Fieber aufgetreten, in Italien, Spanien und Frank­reich das Chikungunya-Fieber.

Die Asiatische Tigermücke kann insgesamt etwa 20 Viren­arten über­tragen – zudem Fadenwürmer. Auch in Deutsch­land tritt sie laut Umweltbundesamt (Uba) mitt­lerweile regel­mäßig auf. Die Tigermücke ist eine aggressive Mücke, die auch tags­über sticht – und nicht nur in der Dämmerung. Sie gilt als schlechter Flieger, hält sich gewöhnlich eher in Bodennähe auf.

Einzel­fälle von West -Nil-Fieber in Deutsch­land

In den Spätsommern von 2019 und 2020 registrierte das Robert-Koch-Institut (RKI) erst­mals etwa ein Dutzend Fälle von West-Nil-Fieber, die offen­bar durch hiesige Mücken verursacht wurden. Die Fälle traten in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Berlin auf (siehe Epidemiologisches Bulletin 36/2020). Das RKI geht davon aus, dass es noch mehrere, unerkannte Infektionen gegeben habe.

Nur ein kleiner Teil der Infizierten zeige grippe­ähnliche Symptome, etwa einer von 100 erkranke schwer und leide etwa an Lähmungen, mentalen Veränderungen, Organ­erkrankungen. Vereinzelt sterben Menschen auch an den Folgen der Infektion. Das RKI erklärt, dass das West-Nil-Virus „sehr offensicht­lich“ in Deutsch­land über­wintern könne. Es stammt ursprüng­lich aus Afrika.

Laut Friedrich-Loeffler-Institut stellte das Nationale Referenz­labor für West-Nil-Virus-Infektionen erst­mals 2018 das Virus in einzelnen Vögeln und Pferden in Deutsch­land fest. Infizierte Tiere zeigen laut RKI ein Infektions­risiko für Menschen an – alle Betroffenen von 2019 etwa wohnten in Kreisen, wo Tiere nach­weislich infiziert waren.

Gelbfiebermücke und Zika-Virus

Vor einigen Jahren sorgte das Zika-Virus für Beunruhigung, das vor allem über die Gelbfiebermücke (Aedes aegypti) in den Tropen und Subtropen über­tragen wird. Das Virus wird mit Miss­bildungen bei neugeborenen Kindern in Verbindung gebracht und ist inzwischen in welt­weit mehr als 80 Ländern aufgetreten (Hintergrundinfos im Special Zika-Virus).

In Deutsch­land wurde das Virus etwa 2015 bei Reise-Rück­kehrern fest­gestellt, wobei es dann auch weiter in Deutsch­land über ungeschützten Geschlechts­verkehr auf Partner und Part­nerinnen über­tragen worden sein kann. In Ländern, wo es zwischen 2015 und 2017 zu großen Ausbrüchen gekommen ist, sind die Erkrankungs­zahlen stark zurück­gegangen. Auch für Deutsch­land registriert das Robert-Koch-Institut einen deutlichen Rück­gang –von 200 Fällen im Jahr 2016 auf 6 Fälle in den ersten acht Monaten von 2020.

Tipp: Frauen mit Kinder­wunsch sollten sich vor der Reise in ein Zika-Gebiet reisemedizi­nisch beraten lassen, Schwangere sollten möglichst nicht dort hinreisen. Aktuelle Infos, wo das Zika-Virus gerade auf der Welt zirkuliert, finden Sie auf den Webseiten der Welt­gesund­heits­organisation WHO und des Center for Disease Control and Prevention (CDC).

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Dieses Special wird regel­mäßig aktualisiert. Jüngstes Update: 4. Juni 2021.

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