Wertpapierhandelshaus Accessio Meldung

Das frühere Wertpapierhandelshaus Driver & Bengsch – heute Accessio – ist pleite. Hohe Zinsen machten es bekannt.

Pleite. Die Accessio Wertpapierhandelshaus AG hat beim Amtsgericht Itzehoe die Eröffnung des Insolvenzverfahrens beantragt. Als Begründung nannte die Firma „bilanzielle Überschuldung“ und „keine positive Fortführungsprognose“.

Kritik. Accessio war mehrfach in die Kritik geraten. Anleger werfen der Firma vor, ihre Vermittler hätten sie nach der Eröffnung eines Tagesgeldkontos in riskante Wertpapiere wie Genussscheine gelockt. Das Wertpapierhandelshaus hatte – zunächst unter dem Namen Driver & Bengsch – seit 2002 mit hochverzinsten Tagesgeldkonten Neukunden angelockt. Im Januar 2009 bot Accessio beispielsweise für Beträge bis 25 000 Euro drei Monate lang 6,5 Prozent Zinsen pro Jahr. Die Tagesgeldkonten waren an zahlreiche Nebenbedingungen geknüpft, zum Beispiel Vollmachten für Accessio oder die gleichzeitige Eröffnung eines kostenlosen Depots. In unseren monatlichen Listen der Zins-Spitzenreiter (S. 78) kamen die Angebote wegen der Nebenbedingungen nicht vor.

Klagen. Mehr als 400 Anleger haben bisher gegen Accessio wegen fehlerhafter Beratung geklagt. „Wir haben bisher 384 offene und 54 erledigte Verfahren“, sagt eine Sprecherin des Amtsgerichts Itzehoe. Die Schadenersatzforderungen der Anleger belaufen sich laut Insolvenzverwalter auf rund 21 Million Euro. Sie trugen damit zu der Pleite bei. Nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens wird es für sie schwer, ihre Ansprüche durchzusetzen.

Kunden. Die rund 18 000 Kunden des Wertpapierhandelshauses kommen weiter problemlos an ihr Geld. Die Depots und Tagesgeldkonten hat schon immer die DAB Bank für Accessio geführt. Accessio-Kunden werden jetzt wie Direktkunden der Bank behandelt.

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