Wertpapiergeschäfte Meldung

Anleger dürfen Wertpapiere mit Verlust verkaufen und am selben Tag die gleiche Menge und Sorte zum anderen Preis wieder kaufen. Das Finanzamt muss den Verlust anerkennen, es liegt kein Gestaltungsmissbrauch vor. Das hat der Bundesfinanzhof im Fall eines Aktiengeschäftes aus der Zeit vor der Abgeltungsteuer entschieden (Az. IX R 60/07).

Die Kläger hatten im Jahr 2000 unter anderem im Februar 100 Aktien für 23  958 Mark gekauft und im Dezember mit 22  629 Mark Verlust verkauft. Am Tag des Verkaufs kauften sie erneut 100 Aktien desselben Unternehmens, diesmal für 1 486 Euro.

Den enormen Verlust wollten sie beim Finanzamt abrechnen. Gleichzeitig setzten sie darauf, die neu gekauften Papiere länger als ein Jahr zu halten und später mit Gewinn zu verkaufen. Dann wäre der Gewinn steuerfrei.

In Zeiten der Abgeltungsteuer sind die Regeln etwas anders. Die einjährige Spekulationsfrist gibt es nicht mehr. ­Verkaufen Anleger Wertpapiere, die sie seit 2009 besitzen, können sie Verluste jederzeit beim Finanzamt abrechnen. Im Gegenzug müssen sie ihre Gewinne immer versteuern. Sie zahlen 25 Prozent Abgeltungsteuer, wenn der Sparerpauschbetrag von 801 (Ehepaare 1 602) Euro im Jahr überschritten ist.

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