Finanztest-Checkliste Depotwechsel

1. Schritt: Günstiges Depot suchen

  • Auswahl. Vor einem Wechsel sollten Sie überlegen, wie und in welchem Umfang Sie Ihr Depot nutzen wollen. Wenn Sie bereit sind, Ihre Geldge­schäfte über das Internet oder telefonisch anzuwickeln, sind Direktbanken erste Wahl. Fast alle gewähren bei Fonds Rabatte auf den Ausgabeaufschlag, etliche bieten Gratisdepots an. (Tabelle: Diese Direktbanken bieten kostenlose Depots)
    Für den Kauf von Wertpapieren über die Börse berechnen die meisten Banken eine Mindestgebühr. Wenn Sie häufiger Beträge unter 2 000 Euro handeln, sollten Sie eine Bank mit niedriger Mindestgebühr wählen. Wenn Sie höhere Summen handeln, sind die volumen­abhängigen Kosten wichtiger.

2. Schritt: Neues Depot eröffnen

  • Filialbank. Zur Depoteröffnung müssen Sie nur ein Formular ausfüllen. Oft können Sie vor Ort auch gleich ein weiteres Formular für den Übertrag Ihres alten Depots ausfüllen. Die Bank kümmert sich um den Rest.
  • Direktbank. Bei einer Direktbank eröffnen Sie das Depot mithilfe des Post-ident-Verfahrens. Das Formular für die Depoteröffnung laden Sie sich aus dem Internet herunter. Am Ende des Antrags finden Sie den Postident-Kupon. Mit ihm und den Eröffnungsunterlagen gehen Sie zur Post und legen Ihren Personalausweis oder Reisepass vor. Sobald Sie eine Depotnummer haben, können Sie das Formular zum Depotübertrag herunterladen und es abschicken.

3. Schritt: Depot übertragen

  • Kosten. Die Banken dürfen für den Übertrag einzelner Wertpapiere oder eines ganzen Depot kein Geld verlangen. Das hat der Bundesgerichtshof entschieden (Az. XI ZR 200/03 und Az. XI ZR 49/04). Der Depotübertrag könnte aber trotzdem etwas kosten. Die Banken verwahren die Wertpapiere ihrer Kunden bei einer Verwahrstelle, zum Beispiel der Wertpapiersammelbank Clearstream Banking AG. Die Kosten, die solchen Verwahrstellen für das Umschreiben des Depots entstehen, stellen sie den Banken in Rechnung und diese ­dürfen sie an den Anleger weiterreichen. In der Praxis machen dies die Banken normalerweise nur bei ausländischen Wertpapieren.
  • Kein Handel möglich. Der Depotübertrag kann zwischen wenigen ­Tagen und mehreren Wochen dauern. In dieser Zeit können Sie nicht über die Papiere verfügen.
  • Abgeltungsteuer. Alle Steuerdaten werden inzwischen beim Depotübertrag automatisch übermittelt. Es gibt also keine Schwierigkeiten, nach ­einem Depotwechsel zu beweisen, welche Wertpapiere Bestandsschutz genießen, weil sie vor Einführung der Abgeltungsteuer gekauft wurden.

4. Schritt: Altes Depot aufräumen

  • Bruchstücke verkaufen. Zu den meisten Banken können nur ganze Fondsanteile übertragen werden. Informieren Sie sich vor dem Übertrag, ob Sie sich um den Verkauf der Bruchstücke in Ihrem alten Depot kümmern müssen. Wie die Bank das handhabt, steht oft im Formular zum Depotübertrag.
  • Altes Depot löschen. Ihr altes Depot wird nicht automatisch gelöscht, nur weil es „leer“ ist. Sie müssen sich um die Auflösung kümmern, weil ansonsten weitere Depotgebühren anfallen können. Einige Banken bieten mit dem Depotübertrag gleichzeitig an, sich um die Schließung Ihres altes Depots zu kümmern. Sie veranlassen dann auch den Verkauf der Bruchstücke.

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