Wertpapierdepot Meldung

Viele Leser ärgern sich über Gebühren, wenn sie mit ihrem Wertpapierdepot zu einer anderen Bank wechseln möchten. Finanztest fragte Hartmut Strube, Bankexperte der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Finanztest:

Dürfen Banken überhaupt Geld für den Depotwechsel verlangen?

Strube:

Nein. Das meint auch der Ombudsmann der privaten Banken, der entsprechende Forderungen bereits 1999 in einem Schlichtungsspruch zurückgewiesen hat. Der Grund: Das Institut nimmt bei einem Depotwechsel eine eigene gesetzliche Verpflichtung wahr. Es ist zur Herausgabe der verwahrten Wertpapiere verpflichtet.

Finanztest:

Was hat die Verbraucherzentrale daraufhin unternommen?

Strube:

Wir haben Consors und die Comdirect Bank zur Unterlassung aufgefordert. Die Banken haben sich offenbar abgestimmt. Sie bestreiten, bei der Beendigung der Geschäftsbeziehung ein Wechselentgelt zu fordern. Sie verzichten jedoch nicht darauf, dies in einer laufenden Geschäftsbeziehung zu kassieren, wenn nur einzelne Teile des Depots übertragen werden. Damit geht der Streit in eine neue Runde. Wir haben unsere Anwälte beauftragt, Klage einzureichen.

Finanztest:

Was ist mit anderen Banken?

Strube:

Auch Geschäftsbanken, Sparkassen und Volksbanken haben die verwahrten Wertpapiere kostenlos zu übertragen. Wir überprüfen derzeit, ob wir auch zwei Sparkassen abmahnen. Uns erreichen täglich neue Beschwerden.

Tipp:

Die Verbraucherzentrale bietet Bankkunden, die bereits Gebühren für den Depotwechsel bezahlt haben, einen Musterbrief als kostenlosen Download an unter: www.vz-nrw.de/depot

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