Die Harmonisierung des europäischen Kapitalmarkts wird in den nächsten Jahren die Regeln für Anleger verändern. Das Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel in Frankfurt am Main hat deshalb im Februar einen Arbeitskreis „Anlegerschutz“ eingerichtet.

Der Kreis soll die Aufsichtsbehörde nicht nur bei Entwürfen von Standards der europäischen Wertpapieraufsichtsbehörden beraten, sondern auch selbst Vorschläge machen. Zu dem Kreis gehören Vertreter von Verbraucherzentralen, des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, Anlegerschutzgruppen und Rechtsanwälte. Die Stiftung Warentest ist durch ein Redaktionsmitglied von Finanztest vertreten.

Zunächst soll der Kreis Verhaltensregeln vorschlagen, die im Wertpapiergeschäft mit Kunden einzuhalten sind:

  • In welchem Umfang müssen Kunden bei Wertpapiergeschäften aufgeklärt werden?
  • Welche Angaben müssen von Kunden eingeholt werden, um zu beurteilen, ob ein Finanzprodukt für sie geeignet ist?
  • Muss es mehr Regeln für weniger erfahrene Anleger als für professionelle Anleger geben?

Schon jetzt zeichnet sich ab, dass die Deutschen mit einigen ihrer Regeln europaweit einen schweren Stand haben werden. Unaufgefordertes Anrufen von Vermögensverwaltern bei Anlegern zu Hause, das „Cold-Calling“, ist bisher in Deutschland verboten. Doch zwei Drittel der europäischen Partner wollen es erlauben.

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