Mit System. Der Einhell-Akku passt in die Geräte der Einhell-Power-X-Change-Serie.

Einer für alles, heißt es bei immer mehr Herstel­lern von Werk­zeugen und Gartengeräten. Derselbe Akku passt in eine Vielzahl von Produkten derselben Marke. Bei Bosch, Metabo, Worx und Co bildet er das Zentrum eines eigenen Geräte-Kosmos. Das ist praktisch, spart Geld und schont die Umwelt – wenn der Akku lange hält. Makita gelingt das nicht.

Preis­vorteil gegen Markenbindung

Heim­werker binden sich an eine Marke, dafür bietet ihnen das Akku­system eine Reihe von Vorteilen. Werk­zeuge lassen sich solo ohne Akku und Ladegerät kaufen. Bohr­schrauber oder Stichsäge kosten dann bis zur Hälfte weniger. Zudem verhindert ein System­akku, dass sich diverse, nicht-kompatible Akkus und Ladegeräte im Schrank ansammeln. Das schont Ressourcen – sofern der Stromspeicher lange lebt. Die Halt­barkeit bildet daher den Kern des Tests.

Unser Rat

Mit knappem Vorsprung landet der Einhell 18 V 2,0 Ah Power X-Change auf Platz eins vor Metabo 625596000. Beide erwiesen sich als sehr halt­bar. Der Einhell-Akku kostet 35 Euro und passt in mehr als 170 Geräte aus dem Einhell-Sortiment. Der Metabo für 48 Euro ist mit 90 Geräten kompatibel. Gut und günstig: der Lidl-Akku Park­side PAP 20 A1 für 17,50 Euro. Er passt in mehr als 20 Lidl-Geräte.

Makita ist mangelhaft

Acht Akkus mit einer Spannung von 18 und 20 Volt mussten zeigen, was in ihnen steckt. Sie eignen sich für Werk­zeuge mit derselben Spannung, etwa Bohr­schrauber, Schleifgerät oder Multi­funk­tions­tool. Käufe­rinnen und Käufer finden die Spannungs­klasse jeweils auf dem Typenschild.

Die Akkus schneiden über­wiegend gut und befriedigend ab. Einzig der teure Makita fiel aus und kassiert ein Mangelhaft. Der Bosch Professional erfüllt nicht alle Sicher­heits­anforderungen und kommt insgesamt auf ein Befriedigend. Die restlichen Stromspeicher erwiesen sich als sicher und lang­lebig, aber nicht alle als praktisch. So lässt sich bei Black+Decker, Bosch PBA und Worx nicht der Lade­stand ablesen. Der Black+Decker lädt zudem fast drei Stunden – mehr als doppelt so lange wie alle anderen.

In Bohrer und Laubbläser einge­setzt

Um die Halt­barkeit realitäts­nah zu prüfen, haben unsere Tester neue Methoden ausgetüftelt. Sie ermitteln, wie stark die Akkus altern, wenn sie ungenutzt in der Schublade liegen. Außerdem prüfen sie, ob die Modelle an Kraft verlieren, wenn sie in verschiedenen Geräten zum Einsatz kommen, zum Beispiel in einem Bohr­schrauber und in einem Laubbläser. Die belasten den Akku unterschiedlich: Bohr­schrauber ziehen intervall­artig Strom, Laubbläser brauchen kontinuierlich viel Energie. Den leeren Akku luden die Tester im dazu­gehörigen Ladegerät auf.

Akkus altern auch im Ruhe­zustand

Im Test sollten die Energiespeicher 400 Lade­zyklen über­stehen, ohne deutlich an Leistung einzubüßen. Das entspricht einer Lebens­dauer von ungefähr acht Jahren, wenn man den Akku einmal pro Woche auflädt. Zwei Exemplare des Makita-Akkus schafften das nicht. Das erste gab nach rund 250 Mal Laden den Geist auf, das zweite Exemplar nach gut 300.

Tipp: Die Kraft­pakete altern auch beim Nichts­tun. Achten Sie daher beim Kauf auf das Herstell­datum. Es ist meist auf dem Akku angegeben und sollte nicht länger als ein bis zwei Jahre zurück­liegen.

Akku heil, Bohrer kaputt

Über­raschender­weise versagten bei der Halt­barkeits­prüfung mehr Hilfs­mittel als Test­objekte: Bei Bosch machte nach der Hälfte der Prüfung ein Laubbläser schlapp. Bei der Lidl-Marke Park­side fielen gar zwei von drei Bohr­schraubern nach nicht mal der Hälfte mit Motorschaden aus. Auch bei Worx ging ein Bohr­schrauber zu Bruch. Er schaffte rund zwei Drittel der Prüf­zeit. Die Systeme sind also nur so gut wie die dazu­gehörigen Geräte.

Werk­zeuge, in die unsere 18-Volt-Akkus passen, haben wir erst wenige geprüft. Im Akkuschrauber-Test (2/2019) schnitten der Einhell Expert Plus TE-CD 18 Li und der Worx WX175 gut ab. Der Worx kostet online mit Akku zirka 171 Euro. Solo ist er ab 90 Euro zu haben. Für den Einhell-Bohr­schrauber werden rund 128 Euro mit und 80 ohne Akku fällig.

Bosch Professional mit Risiko

Durch tech­nische Mängel, Stöße, starke Hitze oder Kälte können bei Lithium-Ionen-Akkus Defekte auftreten, durch die sie explosions­artig ihre Energie abgeben. Akkubrände häufen sich, zeigen Zahlen des Instituts für Schaden­verhütung und Schaden­forschung. Das liegt vor allem am starken Zuwachs von Akkugeräten.

Norm nicht erfüllt. Um sie sicherer zu machen, verfügen sieben der acht Kraft­pakete über eine Einzel­zellen­über­wachung. Sie misst permanent die Spannung jeder Akkuzelle und erkennt, wenn sie über­lastet, über­hitzt oder sich zu tief entlädt. Diesen Schutz fordert seit 2016 auch eine Norm. Die geprüften Bosch-Professional-Akkus erfüllen sie nicht. Sie lassen sich trotz Über­ladung weiterbetreiben und können schlimms­tenfalls in Brand geraten. Da die Norm für Rest­bestände eine Über­gangs­frist bis Ende 2021 erlaubt, lassen wir Bosch Professional die Sicher­heits­lücke mit einem Ausreichend durch­gehen. Der Anbieter teilte uns mit, dass der Akku ab dem Produktions­jahr 2019 über eine Einzel­zellen­über­wachung verfügt.

Universales System fehlt

Insgesamt werden Akkus immer besser. Was fehlt, ist ein echtes universales System, bei dem sich Akkus wie Stan­dard­batterien marken­unabhängig einsetzen lassen. 

Tipp: Weitere Infos und Tipps erhalten Sie in unserem Special Akkus.

EU-Förderung

Für dieses Projekt wurden Fördermittel aus dem Programm der Europäischen Union für Forschung und Inno­vation Horizont 2020 im Rahmen der Finanz­hilfe­ver­einbarung Nr. 820331 bereit­gestellt.

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