Werbungskosten Meldung

Jetzt muss das Finanzamt die Ausgaben für Weiterbildung unbegrenzt anerkennen.

Die obersten Richter haben eine Lanze für Weiterbildungskosten als Werbungskosten gebrochen. Jetzt muss das Finanzamt Ausgaben für ein berufsbegleitendes Erststudium oder eine Umschulung zu einem neuen Beruf ungekürzt akzeptieren. Das hat der Bundesfinanzhof (BFH) entgegen seiner bisherigen Ansicht entschieden.

Bisher konnten Steuerzahler solche Kosten höchstens bis zu 920 Euro (bei auswärtiger Unterbringung bis zu 1 227 Euro) im Jahr abziehen.

Erfolg hatte eine gelernte Rechtsanwalts-/Notargehilfin und Betriebswirtin. Nach Jahren im Beruf studierte sie nebenbei Personalwesen, damit sie die Voraussetzung für eine Stelle in der Bank erfüllte. Sie wollte in ihrem Beruf besser vorankommen, ihre Kenntnisse erweitern und ihre Stellung im Unternehmen festigen. Deshalb seien die Ausgaben fürs Studium in Höhe von 3 800 Euro Werbungskosten und keine Sonderausgaben (Az. VI R 137/01).

Die neue Rechtsauffassung bescherte auch einer 45-jährigen Arbeitslosen Steuererstattung. Sie gab für eine Ausbildung zur Fahrlehrerin über 11 800 Euro aus. Die Kosten darf das Finanzamt nun nicht mehr kappen (Az. VI R 120/01). Das seien vorweggenomme­ne Werbungskosten, weil die Arbeitslose nach der Umschulung als Fahrlehrerin arbeitete.

Heutzutage übe ein Arbeitnehmer nicht mehr den ursprünglich erlernten Beruf ein Leben lang aus, begründeten die Richter ihre geänderte Ansicht. Um beruflich weiterzukommen, müsse er sich ständig weiterbilden.

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