Werbungskosten Meldung

Wer für seinen Job Französisch braucht, lernt das im Muttersprachland meist effektiver. Die Ausgaben für den notwendigen Sprachkurs muss die Finanzbehörde abhaken, auch wenn dieser in einer attraktiven Umgebung Südfrankreichs stattfindet.

Der Bundesfinanzhof erleichtert die steuerliche Anerkennung von Sprachkursen im Ausland: Die Ausgaben für eine Weiterbildung in einem anderen Land der Europäischen Union muss das Finanzamt wie Schulungen in Deutschland abhaken, betonen die obersten Richter (Az. VI R 168/00).

Deshalb konnte ein Verkäufer, der auch in französischsprachigen Ländern seine Firma vertritt, rund 2 500 Euro für einen 10-tägigen Französisch-Intensivkurs in Südfrankreich als Werbungskosten abziehen. Er gab dafür die Kursgebühren, Fahrt-, Unterkunftskosten und Verpflegungsmehraufwendungen in seiner Steuererklärung an. Diese Ausgaben seien keine Privatsache, wie das Finanzamt unterstellt hatte, konterte der Bundesfinanzhof. Sie seien für die berufliche Weiterbildung notwendig. Gerade in Frankreich habe der Verkäufer seine Französischkenntnisse verbessern können. Genau diese brauche er für seinen Job. Wirtschaftsenglisch, das die Finanzämter meist anerkennen, hätte ihm nichts genützt.

Zudem fand der Französisch-Intensivkurs in kleinen Gruppen mit acht bis zehn Teilnehmern statt. Insgesamt absolvierte der Außendienstler 60 Französischstunden in zehn Tagen. Für touristische Erkundungen blieb da kaum Zeit. Außerdem waren die touristischen Zentren mehr als 60 Kilometer vom Lehrgangsort entfernt.

Tipp: Lassen Sie sich vor Buchung des Sprachkurses von Ihrem Arbeitgeber bestätigen, welche Kenntnisse Sie für den Job vertiefen müssen, um Ihre berufliche Tätigkeit kompetent auszuüben. Noch mehr überzeugt es das Finanzamt, wenn Ihr Arbeitgeber Sie für den Sprachkurs freistellt, Bildungsurlaub gewährt oder sich sogar an den Kosten beteiligt.

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