Werbungs­kosten Meldung

Büro­party: Nur beruflich veranlasste Kosten sind absetz­bar.

Zahlt ein Arbeitnehmer eine Feier, die sowohl einen beruflichen als auch einen privaten Anlass hat, kann er unter bestimmten Voraus­setzungen die Kosten für den beruflichen Teil steuerlich absetzen. Das hat jetzt der Bundes­finanzhof (BFH) entschieden (Az. VI R 46/14). Es kommt darauf an, dass sich die Kosten­anteile nach­prüf­bar zuordnen lassen. Bisher hatten die Finanz­ämter den Werbungs­kosten­abzug oft verweigert, weil sich die beruflichen von den privaten Kosten nicht trennen ließen.

Der Fall

In dem zugrundeliegenden Fall lud ein Steuerberater anläss­lich seines runden Geburts­tags und seiner bestandenen Steuerberater­prüfung rund 100 Kollegen, Freunde und Verwandte zu einer Feier ein. Danach teilte er die Kosten der Feier durch die Zahl der Anwesenden. Für die Aufwendungen der 46 dienst­lich einge­ladenen Gäste beantragte er Werbungs­kosten­abzug. Das Finanz­amt bewertete die ganze Feier als Privatvergnügen und strich die Werbungs­kosten.

Das höchst­richterliche Urteil

Das sahen die obersten Finanz­richter anders. Die Kosten für die „beruflichen“ Gäste sind als Werbungs­kosten abzieh­bar, urteilten sie. Anhand der Gästeliste lasse sich der beruflich veranlasste Teil der Kosten nach­prüf­bar abgrenzen. Schließ­lich gehörten die Gäste entweder zum beruflichen oder zum privaten Umfeld des Steuerberaters. Die Richter betonten aber, dass einge­ladene Arbeits­kollegen nicht auto­matisch den „beruflichen Anlass“ einer Feier beweisen, da enge Mitarbeiter häufig auch privat Kontakt pflegen. Die Aufteilung gemischter Kosten hat der BFH bereits für Reise­kosten und Arbeits­mittel möglich gemacht. Siehe dazu auch unser Special Fahrtkosten und Reisekosten: Jetzt mehr absetzen.

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