Marion B. aus Delbrück: Ich fahre mit dem Auto zur Arbeit über eine Umge­hungs­straße. Die Strecke ist zwar länger, geht aber schneller. Die Route will das Finanz­amt nicht anerkennen. Darf es mir deshalb die Werbungs­kosten streichen?

Finanztest: Nein, das darf es nicht. Nach dem Gesetz müssen die Finanz­ämter grund­sätzlich die kürzeste Strecke zugrunde legen. Dabei muss es sich um eine öffent­lich nutz­bare Straße handeln. Keine Rolle spielt dabei, ob die Anfahrt zur Arbeit tatsäch­lich über diese kürzeste Straßenverbindung erfolgt.

Eine längere Route müssen die Finanz­ämter nur dann anerkennen, wenn diese verkehrs­güns­tiger ist und tatsäch­lich vom Steuerzahler auch genutzt wird, so wie in Ihrem Fall. Verkehrs­güns­tiger heißt, dass die Arbeits­stelle auf diesem Weg in der Regel schneller und pünkt­licher erreicht wird.

Eine Mindest­zeit­ersparnis ist nach der Recht­sprechung aber nicht erforderlich (Bundes­finanzhof, Az. VI R 19/11).

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