Werbungskosten Meldung

Der Streit bis zum obersten Gericht hat sich für Petra Schemionek gelohnt. Die Lehrerin aus Niedersachsen kann Studienkosten voll abziehen.

Eine Lehrerin darf ihre 6 000 Euro Kosten fürs Studium ­unbegrenzt absetzen. Das entschied der Bundesfinanzhof.

Das Urteil. Die Lehrerin Petra Schemionek aus Lüchow-Dannenberg in Niedersachsen hat gewonnen. Ihre rund 6 000 Euro Studienkosten muss das Finanzamt voll als Werbungskosten anerkennen und nicht nur 4 000 Euro davon als Sonderausgaben, urteilte der Bundesfinanzhof.

Der Fall. Die gelernte Buchhändlerin studierte erst Sonderschulpädagogik in Hannover und wechselte dann zur Uni in Lüneburg, um Lehramt zu studieren. Für 2005 machte sie rund 6 000 Euro für Fahrten zur Uni und nach Hause sowie für Arbeitsmittel geltend. Doch das Finanzamt erkennt für das erste Studium höchstens 4 000 Euro als Sonderausgaben an. Sonderausgaben bringen nur bei hohen Einkünften im selben Jahr eine Steuerersparnis. Sie lassen sich anders als Werbungskosten nicht in künftige Jahre vortragen. Die Lehrerin klagte mithilfe vom Bund der Steuerzahler.

Die Gründe. Der begrenzte Sonderausgabenabzug gilt nicht für ein Studium nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung, entschied der Bundesfinanzhof (BFH). Die Studienkosten der Lehrerin sind Werbungskosten, weil sie im engen Zusammenhang mit ihrer heutigen beruflichen Tätigkeit stehen, führten die Richter in der mündlichen Verhandlung aus. Derzeit gibt es noch keine schriftliche Begründung des Urteils. Deshalb ist offen, ob es generell für jedes Erststudium gilt – auch für das direkt nach dem Abitur.

Tipp: Knüpft Ihr Job direkt an das ­Studium an, rechnen Sie die Studienkosten in der Steuererklärung als Werbungskosten ab. Das können Sie auch rückwirkend für die letzten vier Jahre tun, falls Sie keine gemacht haben oder der Steuerbescheid offen ist. Lehnt das Finanzamt ab, legen Sie ­Einspruch ein und verweisen auf das BFH-Urteil (Az. VI R 14/07).

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