Werbungs­kosten Meldung

Ein Immobilien­besitzer bleibt auf Haus­kosten von 26 328 Euro sitzen, weil er nicht konsequent genug Mieter für die Wohnung und das Zimmer in seinem Haus gesucht hat. Das entschied der Bundes­finanzhof (Az. IX R 14/12).

Das Haus, in dem der Mann selbst lebt, ist seit 1983 bezugs­fertig. Die fragliche Wohnung war bis 1991 an einen Fremden und danach bis 1997 an die Mutter des Eigentümers vermietet. Für das Zimmer mit Bad gab es nie Mieter. Trotzdem sollte das Finanz­amt von 2004 bis 2006 für Wohnung und Zimmer Werbungs­kosten von insgesamt 26 328 Euro anerkennen.

Der Kläger erklärte: Die Wohnung sei möbliert. Sie sei zu dem Preis aus dem Mietspiegel nicht zu vermieten gewesen, obwohl er alle zwei Monate in über­regionalen Zeitungen Anzeigen geschaltet habe. Für das Zimmer habe er gelegentlich Aushänge in der Nach­barschaft gemacht.

Das reichte den Richtern nicht: Bei so langem Leerstand hätte es zum Beispiel nahe gelegen, einen Makler einzuschalten, weniger Miete zu fordern, befristet zu vermieten oder Zugeständ­nisse an die Person des Mieters zu machen.

Tipp: Belegen Sie, dass Sie ernst­haft Mieter suchen, wenn Sie Wohnungen nicht vermieten können. Legen Sie Einspruch ein, wenn das Finanz­amt Ihre Werbungs­kosten in diesem Fall nicht anerkennen will. Sie können auf andere, noch offene Prozesse beim BFH verweisen, in denen es um lang­jährig leerstehende Wohnungen geht (siehe „Musterprozesse“).

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