Werbungskosten Meldung

Die Mutter bereitet sich auf ihren Berufseinstieg vor. Die Kosten rechnet sie beim Finanzamt ab.

Mütter oder Väter, die im Elternurlaub Ausgaben für ihren Beruf haben, können diese in der Steuererklärung angeben. Das sind vorab entstandene Werbungskosten, stellte der Bundesfinanzhof fest (BFH, Az. VI R 137/99).

Bei einem Lehrerehepaar wollte das Finanzamt die Werbungskosten nicht abhaken. Die Ehefrau war im Erziehungsurlaub und gab in der gemeinsamen Steuererklärung für 1995 rund 2 500 Euro Werbungskosten an, ein Großteil davon für das Arbeitszimmer zu Hause.

Das Finanzamt erkannte die Ausgaben nicht als Werbungskosten an, sondern als Sonderausgaben für die Weiterbildung im nicht ausgeübten Beruf. Dafür setzte es den Höchstbetrag von damals rund 450 Euro (heute 920 Euro) an.

Das Finanzgericht Münster aber billigte der Mutter die Werbungskosten zu. Dagegen legte das Finanzamt Revision ein. Nun hat auch der BFH grundsätzlich Werbungskosten im Erziehungsurlaub befürwortet, jedoch den Fall ans Finanzgericht zurückverwiesen. Die Richter sollen die Angaben der Frau noch genauer prüfen. Denn es sei nicht nachzuvollziehen, ob es sich um berufliche Ausgaben im Zusammenhang mit künftigem Arbeitslohn handele. So sei zum Beispiel unklar, wofür und in welchem Umfang die Mutter das häusliche Arbeitszimmer beruflich genutzt habe.

Tipp: Sichern Sie sich fürs Finanzamt ihre beruflichen Ausgaben im Erziehungsurlaub. Notieren Sie dazu schon etwa beim Kauf der Bücher, inwiefern sie dem künftigen Job dienen oder wann Sie zum Studium der Fachliteratur das Arbeitszimmer nutzen.

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