Viel Geld bringt ein Urteil des Bundesfinanzhofs einem in Deutschland allein lebenden türkischen Arbeitnehmer, der fünfmal im Jahr zu seiner Frau und den Kindern in die Türkei flog. Die Richter erkannten die Flugkosten und die Ausgaben für die An- und Abfahrt zum Flughafen voll als Werbungskosten an. Aus ihrer Sicht flog der Türke zwischen Wohnung und Arbeitsplatz hin und her (Az. VI R 152/99).

Das Finanzamt hatte ihm die Werbungskosten von rund 1 983 Euro gestrichen. Arbeitnehmer mit mehreren Wohnsitzen können nämlich nur den Weg von der Wohnung mit der kürzesten Distanz zur Firma abrechnen – auch wenn sie in Deutschland mehrere Wohnungen haben.

Nach den Lohnsteuerrichtlinien müssen die Beamten Strecken von einer weiter entfernt liegenden Wohnung nur anerkennen, wenn Arbeitnehmer dort ihren Lebensmittelpunkt haben und mindestens sechsmal im Jahr dort sind. Den letzten Punkt hat der Bundesfinanzhof bei dem türkischen Arbeitnehmer nicht so eng gesehen. Da sein Familienwohnsitz weit weg im Ausland lag, reichten den Richtern fünf Heimflüge im Jahr.

Tipp: Von dem Urteil können alle profitieren, die in Deutschland arbeiten und im Ausland ihren Lebensmittelpunkt haben.

Dieser Artikel ist hilfreich. 308 Nutzer finden das hilfreich.