Jetzt gibt es mehrere Musterklagen, in die sich Anleger einklinken können, die Werbungskosten wie Konto-, Depot- und Verwaltungsgebühren oder Zinsen für Kredite zur Finanzierung ihrer Geldanlagen absetzen wollen.

Ein Sparer klagt beim Finanzgericht Köln gegen das Finanzamt, weil die Behörde diese Kosten seit Einführung der Abgeltungsteuer im Jahr 2009 nicht mehr anerkennt (Az. 8 K 1937/11). Die Kosten sind seitdem durch den Sparerpauschbetrag von 801 (Ehepaare 1 602) Euro im Jahr abgegolten. Zur Frage, ob das verfassungsgemäß ist, sind auch Klagen beim Finanzgericht Baden-Württemberg (Az. 9 K 1637/10) und Münster (Az. 6 K 607/11 F) anhängig.

Tipp: Lehnt das Finanzamt Ihre Ausgaben ab, legen Sie Einspruch ein – bis spätestens einen Monat nach Erhalt Ihres Steuerbescheids. Verweisen Sie im Einspruch auf die Musterklagen bei den Finanzgerichten und beantragen Sie zugleich das „Ruhen des Verfahrens“ bis zur Entscheidung. Das Finanzamt kann zwar zurzeit noch ablehnen, muss das aber in jedem Einzelfall begründen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 365 Nutzer finden das hilfreich.