Mehr Freiheit für die deutsche Werbebranche verlangt der Europäische Gerichtshof (EuGh). Da hatte der Kosmetikhersteller Estée Lauder eine Hautcreme mit "Action Lifting Extreme" beworben, obwohl deren Wirkung schon nach wenigen Stunden nachlässt und keineswegs einem operativen Lifting entspricht. Eine Irreführung? Ja, urteilten deutsche Richter in solchen Fällen bisher immer dann, wenn der Anteil der Verbraucher, der die Werbung missverstehen könnte, bei nur 10 bis 15 Prozent lag ­ "Idiotenquote" schimpften Werbefachleute und fanden Unterstützung beim EuGh: Nicht eine Minderheit, sondern der "informierte, aufmerksame Durchschnittsverbraucher" muss Maßstab sein, ob Irreführung vorliegt. Nun hofft die Branche auf mehr Lockerheit auch bei Schleichwerbung oder vergleichender Werbung (Az: C 220/98).

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