Werbetricks Meldung

Wer sich Warenproben, Ansichtsexemplare oder Gratis-Testpakete schicken lässt, die ausdrücklich als kostenlos beworben werden, muss nicht damit rechnen, hinterrücks in einen Kaufvertrag oder ein Abonnement gelotst zu werden. Ein Börsenverlag hatte in einem Prospekt Postkarten verteilt, mit denen Verbraucher einen 'kostenlosen Test' anfordern konnten.

Nur klein gedruckt stand auf der letzten Seite des Prospekts, dass ein Handbuch mitgesendet werde, das innerhalb von 14 Tagen zurückzuschicken sei ­ ansonsten entstehe automatisch ein Abonnementvertrag. Das Oberlandesgericht München hielt das für wettbewerbswidrig, denn die Firma erweckte beim Kunden den Eindruck, er bekomme einen kostenlosen Test ohne sonstige Verpflichtungen (Az. 6 U 4224/99). Wichtig: Anders kann das sein, wenn die Anforderungskarte unmissverständlich und unübersehbar darauf hinweist, dass ein Abo oder ein Kauf zustande kommt, falls der Kunde nicht ausdrücklich absagt.

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