Werb­epost Meldung

Oh Schreck: ein wichtiger Brief, im amtlichen Umschlag. Kein Absender darauf, ohne Briefmarke, aber mit einem breiten Stempel „Wichtige Information“. Zwei Käst­chen sind dort ange­kreuzt, offen­bar hand­schriftlich. Eine Mahnung? Eine vergessene Rechnung? Post vom Gerichts­voll­zieher? Von der Polizei? Hier lesen Sie, was es mit den „wichtigen Informationen“ im Post­fach auf sich hat.

An der Nase herum geführt

Am Ende ist es doch immer Werbung. Wer den Brief mit dem Stempel „Wichtige Informationen“ aufreißt, sieht: Es ist nur Vodafone Kabel Deutsch­land. Wichtig ist hier gar nichts. Es ist nur billige Werb­epost. Der Handy- und Kabelanbieter will Anschlüsse verkaufen. Groß­spurig verweist der Brief auf den angeblich „kundenfreundlichen Service“. Wir fänden es freundlicher, wenn Vodafone sich verkneifen könnte, Verbraucher so an der Nase herum­zuführen.

Diese Hinweise sind verboten

Verboten ist das ohnehin. Erst vor wenigen Wochen verurteilte das Kammerge­richt Berlin eine hollän­dische Versandfirma, die ihre Werb­epost für Nahrungs­ergän­zungs­mittel und Arznei­mittel in Brief­umschläge verpackte mit der Aufschrift „Eilige Terminsache“ (Az. 5 U 7/14). Auch Hinweise wie „Nur vom Empfänger persönlich zu öffnen“ oder „Vertraulicher Hinweis“ sind nicht erlaubt. Zwar muss nicht gleich an der Gestaltung des Umschlags erkenn­bar sein, dass es sich um Werbung handelt. Doch Angaben wie „persönlich“ oder „vertraulich“ sind bei Werbung „schlicht falsch“, urteilte das Gericht.

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