Wenigermiete.de Schnelltest

Neuer Service von Wenigermiete.de: Nach Miet­preis- und Miet­erhöhungs­bremse bietet das umtriebige Legaltech-Unternehmen Mietern jetzt auch Unterstüt­zung beim Streit um Reno­vierungs­kosten an. Zahlen müssen Mieter für den Service nur, wenn sie entweder tatsäch­lich Kosten sparen oder der Vermieter diese zu erstatten hat. test.de sagt, wie der Service funk­tioniert, für wen er sich eignet, und ob die Bedingungen fair sind.

Vermieter-Klauseln oft unwirk­sam

Von Gesetzes wegen sind eigentlich Vermieter in der Pflicht, die vermietete Wohnung in Schuss zu halten. Mieter und Vermieter können jedoch im Miet­vertrag vereinbaren, dass doch die Mieter fürs Reno­vieren zuständig sein sollen. Dazu finden sich in fast allen Miet­verträgen vorformulierte Klauseln. Doch die sind oft unwirk­sam. Der Bundes­gerichts­hof als oberstes deutsche Zivilge­richt hat eine ganze Reihe von Schön­heits­reparaturklauseln wegen unfairer Mieterben­achteiligung als rechts­widrig beur­teilt. Viele Vermieter fordern aber trotz unwirk­samer Schön­heits­reparatur­regelung im Miet­vertrag die Reno­vierung der Wohnung – spätestens, wenn die Mieter nach Kündigung des Vertrags ausziehen wollen.

Rechts­streit ohne Risiko

Mieter, die Mitglied in einem Mieter­ver­ein sind oder eine Rechts­schutz­versicherung mit Miet­rechts­schutz und ohne Selbst­beteiligung haben, sind fein raus: Sie können sich ohne Kostenrisiko beraten lassen und bekommen gegebenenfalls Unterstüt­zung durch einen Rechts­anwalt. Wer keine solche Rücken­deckung hat oder den Streit mit möglichst wenig Aufwand online abwi­ckeln möchte, kann auf den neuen Service von Wenigermiete.de zurück­greifen. Der Betreiber des Portals, die Miet­right GmbH, hat eine Inkasso-Lizenz. Das heißt: Er darf Verbraucher­forderungen bei Unternehmen eintreiben. Die Miet­right GmbH bietet bereits Unterstüt­zung bei der Durchsetzung der Mietpreisbremse und beim Streit um Mieterhöhungen an.

Unver­bindliche Prüfung des Vertrags

So funk­tioniert die Reno­vierungs­kosten­abwehr Marke Wenigermiete.de: Mieter geben die Regelung zu den Schön­heits­reparaturen bei Wenigermiete.de ein. Das Portal prüft, ob die Schön­heits­reparaturenklausel wirk­sam ist oder nicht. Falls nicht, verteidigt Wenigermiete.de seinen Kunden gegen die Forderung des Vermieters. Möglich ist der Widerstand auch nach­träglich. Wenn Mieter auf die Forderung des Vermieters hin die Wohnung bereits reno­viert haben, muss der Vermieter die Kosten dafür erstatten. Auch diese Forderung setzt Wenigermiete.de durch. Kosten dafür: Zunächst keine. Hat der Widerstand Erfolg, steht Wenigermiete.de eine Provision in Höhe von einem Drittel der ersparten oder erstatteten Reno­vierungs­kosten zu. Maßgebend sind im Zweifel die Kosten, wie sie Hand­werker für die erforderlichen Arbeiten üblicher­weise kassieren.

Prozess­finanzierung statt Rechts­schutz

Der Sache nach ist das Ganze eine Form der Prozess­finanzierung. Mieter müssen wissen: Prozess­finanzierer minimieren das Risiko, einen Rechts­streit ganz oder teil­weise zu verlieren. Sie werden deshalb nur den Streit um eine Forderung finanzieren, die sich mit ausreichend hoher Sicherheit durch­setzen lässt. Mit Rechts­schutz vom Mieter­ver­ein oder einer Versicherung als Finanzier können Mieter­anwälte offensiver agieren und versuchen, auch weniger aussichts­reiche Forderungen doch noch durch­zusetzen. Da ist dann unter Umständen entsprechend mehr drin, es droht aber eben auch die Gefahr, den Rechts­streit zu verlieren.

Besonderheiten beim Reno­vierungs­kosten­streit

Wer seine Wohnung im Zweifel selbst reno­vieren kann und will, sollte Wenigermiete.de nicht schon im Vorfeld einschalten, um so die Forderung der Reno­vierung durch den Vermieter abzu­wehren. Wenigermiete.de würde dann nämlich auf der Basis von Hand­werk­erpreisen abrechnen. Mit anderen Worten: Die Provision wird in der Konstellation regel­mäßig höher sein als die tatsäch­lichen Kosten, die bei einer Reno­vierung in Eigen­regie entstehen. Besser in solchen Fällen: Erst die Reno­vierung möglichst in Absprache mit Wenigermiete.de machen und dann vom Vermieter den Ersatz der Kosten fordern. Maßgebend für die Wenigermiete.de-Provision ist dann, was der Vermieter am Ende tatsäch­lich zahlen muss.

Achtung: Wer die Reno­vierung nicht sachgerecht durch­führt, riskiert, dass er für erforderliche Nach­arbeiten – schlimms­tenfalls sogar eine abermalige Komplett­renovierung durch Hand­werker – voll aufkommen muss. Das kann teurer sein, als wenn von Anfang an Hand­werker im Einsatz gewesen wären. Auf jeden Fall bleibt der Mieter auf den durch den fehler­haften Eigen­einsatz verursachten Mehr­kosten sitzen.

Faire Bedingungen

Die Geschäfts­bedingungen der Miet­right GmbH halten wir für fair, auch wenn die Miet­right GmbH die Provision in Höhe eines Drittels der Reno­vierungs­kosten zuweilen für nur geringen Aufwand erhält — wenn nämlich der Vermieter schon auf das erste Anschreiben des Unter­nehmens hin einlenkt und akzeptiert, dass die Schön­heits­reparaturenklausel im Miet­vertrag unwirk­sam ist. Umge­kehrt bleibt der Wenigermiete.de-Service stets kostenlos, wenn er nichts bringt, und er erscheint preis­wert, wenn der Streit vor Gericht geht, Anwalts- und Gerichts­kosten vorfinanziert werden müssen und hoher Verwaltungs­aufwand anfällt.

Mieter in der Pflicht

Noch zu beachten: Es ist Aufgabe der Miet­right-Kunden, das Unternehmen korrekt über die maßgeblichen Umstände zu informieren. Das liegt in der Natur der Sache. Macht der Kunde infolge grober Fahr­lässig­keit falsche Angaben, durch die der Miet­right GmbH ein Schaden entsteht, muss er Schaden­ersatz leisten. Liefern Mieter nach bestem Wissen und Gewissen unzu­reichende oder falsche Informationen, haften sie nicht. Das Risiko für solche einfach fahr­lässigen Fehler trägt Wenigermiete.de.

Mängel beim Daten­schutz

Wie schon bei unseren voran­gegangenen Schnell­tests mussten wir Mängel beim Daten­schutz fest­stellen. Wenigermiete.de sendet bereits beim ersten Besuch Daten über den Besuch an Google, an Facebook und einige andere Online-Unternehmen. Von Facebook-Benutzern, die sich nach Benut­zung des Netz­werks nicht ausgeloggt haben, erfährt das US-Unternehmen hinter Facebook sogar namentlich vom Besuch bei Wenigermiete.de, ohne dass der Benutzer es merkt. Das ermöglicht gezielte Werbung, die auf den womöglich aktuell schwächsten Punkt eines Verbrauchers abzielt. Die Daten­samm­lung bei Google und Facebook ermöglicht es, viele Besucher von Wenigermiete.de auf Dauer wieder­zuerkennen und ihnen zum Beispiel bestimmte Online-Wohnungs­angebote nicht anzu­zeigen. Das ist zwar, soweit aktuell bekannt, bloße Theorie, bleibt aber trotzdem beunruhigend. Schwacher Trost: Andere Rechts­portale gehen mit den Daten ihrer Benutzer genauso groß­zügig um (siehe Test Online-Rechtsberatung).

Fazit: Streiten ohne Risiko

Das Angebot zur Finanzierung des Streits um Reno­vierungs­kosten ist fair. Damit bleibt Wenigermiete.de seiner bisherigen Linie treu. Über Wenigermiete.de können Mieter ihre Streitig­keiten ohne Prozess­kostenrisiko austragen. Sie müssen aber in Kauf nehmen, dass Google und Facebook von Besuchen auf Wenigermiete.de erfahren und diese Besuche sehr wahr­scheinlich dem Profil des Benutzers zuordnen können. Nicht ausgeloggte Nutzer kann Facebook sogar namentlich zuordnen, wenn sie die Seite Wenigermiete.de besuchen.

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