Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hat den Vollzug der Anordnung zur Schließung und Abwicklung des MSF Master Star Fund Deutsche Vermögensfonds (MSF) ausgesetzt. Sie ist der Auffassung, dass der Fonds unerlaubte Bankgeschäfte betreibt. In ähnlich gelagerten Fällen hatten Verwaltungsgerichte jüngst in Eilverfahren anders entschieden. Jetzt will die Behörde zunächst abwarten, wie die Gerichte über Fonds wie dem MSF abschließend urteilen. Damit kann der von prominenten Politikern wie Ex-Verteidigungsminister Rupert Scholz und Berlins Ex-Schulsenator Walter Rasch als „ergänzende Altersvorsorge“ empfohlene Fonds vermutlich seine Tätigkeit wieder aufnehmen. Finanztest allerdings warnt weiterhin vor dem geschlossenen Mischfonds.

Riskante Geldanlage

Der MSF investiert das Geld der Anleger in Immobilien, Wertpapiere, alternative Investments wie Hedgefonds und in junge, nicht börsennotierte Unternehmen. Finanztest-Experten halten das Risiko für sehr hoch. Für die Altersvorsorge ist die Geldanlage im Promifonds unabhängig von den Entscheidungen der Bafin aus ihrer Sicht nicht geeignet.

Viele Millionen verschwunden

Fondsgeschäftsführer Walter Rasch erwartet jetzt die Einstellung des Insolvenzverfahrens. Dieses war durch den von der Bafin eingesetzten Abwickler beantragt worden. Aufgrund der Insolvenz hatten 7 000 Anleger, die auf 11 Prozent Rendite hofften, einen großen Teil ihrer Ersparnisse verloren. Von den Einzahlungen in Höhe von insgesamt rund 43 Millionen Euro waren nach den Ermittlungen des Insolvenzverwalter nur noch etwa 5 Millionen Euro vorhanden.

Streit um Bankgeschäfte

Jetzt könne der Fonds seine Arbeit wieder aufnehmen, erklärte Rasch. Allerdings werde es keine normale Geschäftstätigkeit geben. „Dafür ist der ausschließlich durch das Vorgehen der Bafin entstandene Schaden zu groß“, sagte Rasch. Wie berichtet, war Rasch von Anfang an der Ansicht, dass das Fondskonzept des MSF keine Erlaubnis der Bafin brauchte. Diese Rechtsauffassung hat der Hessische Verwaltungsgerichtshof für ein anderes Fondskonzept bestätigt. Nach Auffassung von Walter Rasch liegt der MSF-Fall ähnlich. Auch die Bafin sieht offenbar Parallelen. Jedenfalls hat die Behörde den Vollzug ihrer Schließungs- und Abwicklungsverfügung ausgesetzt.

Kritik an Aufsichtsbehörde

Der Vorstand der Fonds-Initiatorengesellschaft DA Deutsche Anlagen AG, Matthias Ginsberg, hat die Entscheidung der Bafin begrüßt. Die Arbeit der Behörde sei im Grunde wichtig und wertvoll, erklärte er. Ginsberg wörtlich: „Wir brauchen und wollen eine starke Aufsichtsbehörde, aber die Politik muss dafür sorgen, dass deren Verwaltungspraxis für die Fondsgesellschaften und die Anleger berechenbar ist.“ Ginsberg kündigte an, dass die DA AG schon demnächst ein weiteres und fortentwickeltes Fondsprodukt präsentieren werde.

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