Weltwassertag Meldung

Heute ist Weltwassertag. Die Stiftung Warentest warnt aus diesem Anlass vor Blei in alten Trinkwasserrohren. Noch sind nicht alle Leitungen ausgetauscht. Vor allem Altbauten in Nord- und Ostdeutschland sind noch belastet. test.de klärt auf.

15 Jahre Trinkwasseranalysen

Die gute Nachricht vorne weg: Leitungswasser in Deutschland hat meist eine gute Qualität. Doch wo es noch durch alte Bleirohre fließt, droht Gefahr. Die Zeitschrift test gibt Tipps zum Thema und zieht Bilanz aus 15 Jahren Trinkwasseranlysen mit insgesamt 37 000 untersuchten Wasserproben. Hinweis: Die Trinkwasseranalyse wurde eingestellt.

Über 37 000 Wasserproben untersucht

Zwischenbilanz: Der Anteil der mit Blei belasteten Proben ist in den letzten fünf Jahren überall rückläufig. Die test-Umweltkarte zeigt, dass sich die Sanierungsarbeiten von Wasserwerken und Hausbesitzern auszahlen. Viele Regionen, die früher rot eingefärbt waren, sind mittlerweile blau. Erhöhte Bleiwerte im Trinkwasser konnten die Tester hier nur noch selten feststellen.

Berechtigte Sorgen

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Andererseits gibt es keinen Anlass zur allgemeinen Entwarnung. In vielen Haushalten machen sich die Bewohner nach wie vor berechtigte Sorgen um die Wasserqualität. Besonders betroffen sind Altbauten in vielen Orten in Nord- und Ostdeutschland.

Ursache für erhöhte Bleikonzentrationen im Trinkwasser sind alte Bleirohre, die in diesen Regionen länger und öfter als anderswo eingebaut wurden. Auch heute noch geben sie permanent geringe Bleimengen an das Wasser ab. Zum Teil handelt es sich um Hausanschlussleitungen, die von der Straße ins Gebäude führen, zum Teil aber auch um die Verteilungsleitungen innerhalb des Hauses.

Tipp: Kontrollieren Sie Ihre alten Wasserleitungen am besten selbst. Bleirohre lassen sich leicht erkennen, da sie im Unterschied zu Kupfer- und Stahlleitungen nicht ganz gerade verlegt sind. Es gibt keine Winkelstücke, dafür weite Bögen aus einem Stück. Rohrverbindungen wirken eher wulstig (siehe Foto).

Versteckte Rohre

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Typisch für Bleirohre sind die wulstigen Lötverbindungen. Ritzt man die Oberfläche der Leitungen mit einem Schraubenzieher an, glänzt das weiche Blei dort auffällig silbrig. Beim Draufklopfen klingt es dumpf.

Typisch für Bleirohre sind die wulstigen Lötverbindungen. Ritzt man die Oberfläche der Leitungen mit einem Schraubenzieher an, glänzt das weiche Blei dort auffällig silbrig. Beim Draufklopfen klingt es dumpf.

Ein Problem: In vielen Altbauten verlaufen die Rohre im Mauerwerk oder unter Putz. Mitunter handelt es sich um eine Mischinstallation, bei der in der Vergangenheit nur abschnittsweise saniert wurde.

Tipp: Gut sichtbar sind die Rohre oft im Keller vor und nach der Wasseruhr. Oder aber dort, wo sie unterm Waschbecken zum Vorschein kommen. Häufig hilft Nachfragen. Ob die Hausanschlussleitung noch aus Blei besteht, müsste das Wasserversorgungsunternehmen wissen. Und über die Hausinstallation sollte der Vermieter Auskunft geben können.

Gefährdete Babys

Besondere Vorsicht gilt für Ungeborene, Säuglinge und Kleinkinder. Unter der dauerhaften Aufnahme kleiner Bleimengen kann ihre geistige Entwicklung leiden.

Tipp: Schwangere, Säuglinge und Kleinkinder dürfen Wasser aus Bleileitungen nicht trinken, sondern müssen auf geeignetes Flaschenwasser zurückgreifen. Wasserfilter bieten keinen ausreichenden Schutz.

Wegen der Gesundheitsgefahren ist der Grenzwert für Blei im Trinkwasser früher bereits auf 25 Mikrogramm pro Liter gesenkt worden. Ab 2013 gilt sogar eine Verschärfung auf 10 Mikrogramm. Das Wasser ablaufen zu lassen verringert zwar die Bleikonzentration, doch das schützt nur unzuverlässig. Um den Grenzwert sicher einhalten zu können, bleibt nichts weiter übrig, als alte Bleirohre herauszureißen.

Tipp: Betroffene sollten vom Wasserversorgungsunternehmen oder vom Vermieter die schnelle Sanierung fordern. Bei Problemen können Gesundheitsamt und Mieterverein Unterstützung leisten.

Die aktuelle test-Umweltkarte ist ein Beleg für das Engagement vieler Bürger, Ämter und Wasserbetriebe. Doch mancherorts verweisen Behörden auf die Wasserbetriebe. Die sind offiziell aber nur für ihre Leitungen – oft bis zur Wasseruhr – zuständig.

Tipp: Fragen Sie bei Ihrem Gesundheitsamt oder Ihren Kommunalpolitikern nach Informationen und Sanierungsprogrammen. Die Mühe lohnt sich – schließlich ist Wasser das wichtigste Lebensmittel.

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